Umwelt | Klima, 18.04.2024

Beim Geld hört das Engagement für den Klimaschutz schnell auf

So denken die Deutschen über die Auswirkungen der Energiewende

Dass Klimaschutz auch Privatsache ist - diese Ansicht findet in Deutschland eine klare Mehrheit: Knapp zwei von drei Bundesbürgern (63 %) denken, dass bereits kleine Verhaltensänderungen jedes Einzelnen einen großen Unterschied im Kampf gegen den Klimawandel machen können. Jeder zweite Befragte (50 %) ist der Überzeugung, zukünftige Generationen im Stich zu lassen, wenn er jetzt nicht handelt. Sobald es ans Geld geht, stößt das Engagement der Deutschen für den Klimaschutz jedoch an Grenzen.
Earth Day 2024: So denken die Deutschen über die Auswirkungen der Energiewende © IPSOS GmbH
 
Beim Geld hört der Einsatz auf - und fangen wirtschaftliche Ängste an
Nur jeder Fünfte (21 %) wäre zum Beispiel bereit, mehr Steuern zu zahlen, um den Klimawandel abzuwenden; eine knappe Mehrheit von 54 Prozent lehnt diesen Vorschlag ab. Entsprechend würde sich ein monetärer Anreiz oder eine Steuersenkung für 39 Prozent der Deutschen motivierend auf ihren Einsatz für den Klimaschutz auswirken - beispielsweise, um umweltfreundlichere Waren und Dienstleistungen kaufen zu können.

Im Hinblick auf die Energiewende hin zu erneuerbaren Ressourcen sehen die Deutschen zwar die positiven Auswirkungen auf Natur (55 %), Luftqualität (54 %) und Klimaschutz (48 %); andererseits befürchtet fast jeder zweite Befragte (47%) negative Auswirkungen auf die Lebenshaltungskosten. Vier von zehn Deutschen (40%) fürchten außerdem, dass durch die Umstellung auf erneuerbare Energien die Stromrechnungen ihrer Haushalte unerschwinglich werden.

Mehr als jeder Dritte (34%) rechnet sogar mit negativen Konsequenzen auf das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland. Drei von zehn Befragten (30 %) sind wohl auch deshalb der Meinung, dass angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, um in Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels zu investieren - 37 Prozent sehen das anders.

Deutsche wünschen sich mehr Klimaschutz-Tipps
Viele Bundesbürger äußern sich dennoch optimistisch: Etwa die Hälfte (49 %) ist weiterhin der Überzeugung, dass der Klimawandel noch nicht außer Kontrolle ist und es noch Möglichkeiten der Bekämpfung gibt. Weniger als jeder Vierte (23 %) ist gegenteiliger Ansicht, der Rest unentschieden. Neben den erwähnten finanziellen Anreizen (39 %) wünschen sich 27 Prozent leicht zugängliche Informationen darüber, welche Maßnahmen sie tagtäglich ergreifen können, um das Klima zu schützen. Hier sind Unternehmen und Regierung gleichermaßen gefragt, denn auch sie werden von 44 bzw. 47 Prozent der Deutschen in der Pflicht gesehen, wenn es um die Bekämpfung des Klimawandels geht.

Methodik
Die Ergebnisse stammen aus der Ipsos Global Advisor-Studie »Earth Day 2024. Public Opinion on Climate Change«. Bei der Online-Umfrage wurden zwischen dem 26. Januar und dem 09. Februar 2024 insgesamt 24.290 Personen aus 33 Ländern über das Ipsos Online Panel-System interviewt.

In Irland, Kanada, Malaysia, Neuseeland, Südafrika, der Türkei und den USA waren die Befragten zwischen 18 und 74 Jahren alt, in Indien älter als 18 Jahre, in Thailand zwischen 20 und 74 Jahren, in Indonesien und Singapur zwischen 21 und 74 Jahren und in allen anderen Ländern zwischen 16 und 74 Jahren.

In Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Neuseeland, Spanien und den USA umfasste die Stichprobe etwa 1.000 Personen. In Argentinien, Belgien, Chile, Indonesien, Irland, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, den Niederlanden, Peru, Polen, Rumänien, Schweden, der Schweiz, Singapur, Südafrika, Südkorea, Thailand, der Türkei und Ungarn wurden jeweils etwa 500 Personen befragt. Die Stichprobe in Indien besteht aus etwa 2.200 Personen, von denen etwa 1.800 persönlich und 400 online befragt wurden.

Die Stichproben in Argentinien, Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Neuseeland, den Niederlanden, Polen, Schweden, der Schweiz, Spanien, Südkorea, Ungarn und den USA können als repräsentativ für die allgemeine erwachsene Bevölkerung unter 75 Jahren angesehen werden. Die Stichproben der anderen 15 befragten Ländern sind städtischer, gebildeter und/oder wohlhabender als die Allgemeinbevölkerung. Die Umfrageergebnisse für diese Länder sollten als Ausdruck der Ansichten des "besser vernetzten" Teils der Bevölkerung betrachtet werden.

Die Daten wurden so gewichtet, dass die Stichprobenzusammensetzung jedes Marktes das demografische Profil der erwachsenen Bevölkerung gemäß den neuesten Volkszählungsdaten am besten widerspiegelt. Der "Globale Länderdurchschnitt" spiegelt das durchschnittliche Ergebnis für alle Länder und Märkte wider, in denen die Umfrage durchgeführt wurde. Er wurde nicht an die Bevölkerungsgröße der einzelnen Länder oder Märkte angepasst und soll nicht als Hinweis auf ein Gesamtergebnis dienen.

Wenn sich die Prozentsätze nicht auf 100 aufaddieren, kann dies auf Rundungen, Mehrfachnennungen oder den Ausschluss von "weiß nicht" oder nicht angegebenen Antworten zurückzuführen sein. Die Genauigkeit der Online-Umfragen von Ipsos wird anhand eines Glaubwürdigkeitsintervalls berechnet, wobei eine Umfrage mit der Stichprobe n=1.000 auf +/- 3,5 Prozentpunkte genau ist und eine Umfrage mit n=500 auf +/- 5,0 Prozentpunkte genau ist.

Kontakt: Ipsos GmbH, Rouven Freudenthal | rouven.freudenthal@ipsos.com | www.ipsos.de



     
        
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