82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte

Zweite Chance durch die Teilqualifizierung

Teilqualifizierung trotz Familie und Beruf

Das dem dualen System verpflichtete Ausbildungssystem in Deutschland gilt als eines der besten der Welt. Der hohe praktische Bezug, die enge Beziehung zwischen den Azubis und dem Betrieb und die Motivation, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach der Ausbildung weiterzubeschäftigen, sind wichtige Garanten für den Wohlstand in diesem Land.

© Austin Distel, unsplash.comDoch nicht immer läuft im Leben alles nach Plan und die Jugendzeit ist oft mit Selbstfindungsphasen und Krisen verbunden, die zu Brüchen in der Biografie führen. Andere können wiederum nicht schnell genug Geld verdienen, nehmen den erstbesten Job an und vernachlässigen aus zeitlichen Gründen ihre Ausbildung.

Diversität gilt auch für das Berufsleben
Ein Nachteil des deutschen Ausbildungssystems ist die enge Fixierung auf den Regelfall. Doch irgendwann ist der Zug abgefahren, man hat eine Familie gegründet, steht mitten im Leben und kann sich nicht mehr dazu motivieren, zusammen mit 16- bis 18-jährigen Mitschülern in einer Berufsschule die Schulbank zu drücken. Auch zeitlich würde dies nicht mehr gehen.

Neue Chancen für Perspektivlose
Die Maßnahmen der Bundesregierung in den letzten Jahren sind darauf ausgerichtet, Alternativen zu schaffen und auch diejenigen Menschen anzusprechen, die aus verschiedenen Gründen ohne Ausbildung geblieben sind und für die im Berufsleben nur noch schlecht bezahlte Hilfstätigkeiten zur Verfügung stehen.

Der Ausbau der Qualifizierungsförderung begann Anfang 2019 mit der Novellierung des Qualifizierungschancengesetzes (QCG) und nahm 2020 mit dem Arbeit-von-morgen-Gesetz (AvmG) weiter an Fahrt auf. Die Teilqualifizierung ist das neue Modell, diese Menschen mitzunehmen und ihnen Perspektiven zu bieten. 
Mehr Informationen erhalten Sie auch hier: www.bnw-kursfinder.de/teilqualifizierung.

An wen richtet sich das Angebot der Teilqualifizierung?
Die Personen ohne Berufsabschluss ermöglichte Teilqualifizierung richtet sich in der Kerngruppe an jüngere Menschen im Alter von 25 bis 35 Jahren. Eine Obergrenze gibt es nicht, sodass auch Ältere angesprochen werden und diejenigen, die zwar früher einmal eine Ausbildung erworben haben, die aber inzwischen veraltet ist und kaum noch Berufschancen eröffnet.

Berufsrückkehrer und Neuorientierer werden ebenso mitgenommen wie Migranten, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden soll. Die Teilqualifizierung ist in eine neue Kultur des lebenslangen Lernens eingebettet, die Beschäftigte dazu verhelfen soll, mit den rasanten Veränderungen im Arbeitsmarkt in einer Zeit zurechtzukommen, in der nur der Wandel beständig zu sein scheint.

Wie funktioniert das System?
Die Teilqualifizierung setzt sich nach dem Baukastenprinzip aus verschiedenen Modulen zusammen. Er ist dem Bachelor- und Masterstudiengang nachempfunden, der an deutschen Universitäten im Rahmen des europäischen Bologna-Prozesses den Magister-Studiengang abgelöst hat.

Die einzelnen Module bestehen aus einem theoretischen sowie praktischen Teil und können unabhängig voneinander gewählt werden. Am Ende einer jeden Einheit steht die Kompetenzfeststellung mit dem Erhalt des Zertifikats. Hat man alle Module bestanden, ist man zur Abschlussprüfung berechtigt, die unter der Schirmherrschaft der Industrie- und Handelskammer (IHK) steht.

Die Vorteile der Teilqualifizierung
Ein großer Vorteil der Teilqualifizierung ist zunächst, dass diese anders als die reguläre Berufsausbildung nicht in einem Block mit feststehenden Terminen absolviert werden muss. Das System bietet dem Lernenden ein hohes Maß an Flexibilität. Die Teilnehmer können selbst ihr Lerntempo bestimmen, sie entscheiden, wann sie zu den Prüfungen antreten. Auf diese Weise ist es möglich, die eigene Fortbildung mit den beruflichen, familiären und privaten Verpflichtungen in Einklang zu bringen und die aktuelle Beschäftigung muss nicht zugunsten der Weiterbildung aufgegeben werden.

Eine Teilqualifizierung wird mit Fördergeldern bezuschusst, die von der Arbeitsagentur und dem Jobcenter beantragt werden können. Viele Betriebe bieten außerdem eine Teilqualifizierung an, weil diese ihrerseits an der Fortbildung ihrer Mitarbeiter interessiert sind. Viele Lerneinheiten können in Online-Kursen absolviert und via E-Learning erschlossen werden.

Eine Ortsunabhängigkeit wird schließlich gewahrt, da die Teilqualifizierung nach bundesweit einheitlichen Standards ausgerichtet ist. Am Ende winken wertvolle praktische und theoretische Erfahrungen und ähnlich wie bei einer regulären Ausbildung hat man seinen Status auf dem Arbeitsmarkt enorm verbessert.  


     
        
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