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Starke Hitzewellen im Juni in ganz Europa und weltweit

Juni 2022 war der drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen weltweit

Der Copernicus-Klimawandeldienst (Copernicus Climate Change Service, C3S), implementiert vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) im Auftrag der Europäischen Kommission und mit Mitteln der EU, stellt monatlich Klimadaten über die globale Durchschnittstemperatur der Luft, die Meereisdecke sowie zu hydrologischen Parametern zur Verfügung. Alle Forschungsergebnisse basieren auf Computeranalysen, die Milliarden von Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen auf der ganzen Welt auswerten. 

Juni 2022 - Durchschnittstemperatur der Luft an der Erdoberfläche:  
  • Ausgetrocknete Böden sind eine Folge der immer häufiger auftretenden Hitzewellen. © analogicus, pixabay.comDie globale Durchschnittstemperatur im Juni 2022 lag etwa 0,31ºC über dem Durchschnitt für den Zeitraum 1991-2020 und macht den Juni 2022 damit zum drittwärmsten Juni aller Zeiten
  • Europa erlebte seinen zweitwärmsten Juni mit etwa 1,6ºC über dem Durchschnitt
  • Extreme Temperaturen traten von Spanien über Frankreich bis nach Italien auf; überdurchschnittliche Temperaturen gab es auch in China, Japan und den USA
  • Über Grönland und einem Großteil Südamerikas herrschten kältere Temperaturen als im Durchschnitt 
Der Copernicus Climate Change Service (C3S) berichtet über Regionen, die lange Zeit von außergewöhnlich hohen Temperaturen betroffen waren. Dazu gehören Regionen in Spanien, Italien und Frankreich sowie nördliche Teile Chinas und Japans, wo die Hitzewelle lokale Rekorde brach. Insgesamt hat sich die Atmosphäre im Juni an der Oberfläche über den außertropischen Landgebieten der nördlichen Hemisphäre, wo diese Hitzewellen auftraten, seit Anfang der 1970er Jahre etwa doppelt so schnell erwärmt wie über dem gesamten Globus.  
 
Die Hitzewellen in Teilen Europas und Asiens sind zwar außergewöhnlich, treten aber nicht unerwartet auf. Laut dem jüngsten IPCC-Bewertungsbericht nimmt die Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen zu und dieser Anstieg kann laut IPCC auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückgeführt werden. Voraussichtlich wird sich diese Entwicklung auch in Zukunft fortsetzen, da sich das Klima weltweit weiter erwärmt. Hitzewellen, d. h. längere Zeiträume mit hohen Temperaturen im Vergleich zu den für diese Jahreszeit erwarteten Bedingungen in dem betreffenden Gebiet, können verschiedene Gesundheitsrisiken für Menschen mit sich bringen. Dazu gehören beispielsweise Hitzeerschöpfung, schwere Dehydrierung und ein erhöhtes Risiko für Personen mit chronischen Krankheiten.

Starke Hitzewellen treten in der Regel in relativ großen Regionen als Reihe mehrerer Wärmeperioden auf – häufig in mehreren Ländern gleichzeitig. Südwesteuropa erlebte seine erste Wärmephase in der zweiten Maihälfte - bereits vier Wochen später trat eine weitere Periode mit außergewöhnlichen Temperaturen auf, die am 17. Juni ihren Höhepunkt erreichten. Diese Phasen stehen in starkem Gegensatz zu den außergewöhnlich kalten Temperaturen, die Anfang April 2022 in der Region herrschten, und zu den nicht ganz so unterdurchschnittlichen Werten, die später im selben Monat in Spanien verzeichnet wurden. Die Temperaturen fielen nach ihrem Höchststand im Juni 2022 rasch ab. Wohingegen sich weiter im Osten und Norden Europas dennoch eine Hitzewelle entwickelte. 

In dieser Region gab es schon längere Hitzeperioden, zum Beispiel 2003 und 2017. Insgesamt ist der Juni 2022 jedoch der drittwärmste Juni in diesem Teil Europas. 

Der Direktor des Copernicus Climate Change Service, Carlo Buontempo, erklärt: " Hitzewellen, wie wir sie in diesem Jahr beobachtet haben, werden in den kommenden Jahren vermutlich häufiger und heftiger werden, sowohl in Europa als auch im Rest der Welt. Verlässliche Daten öffentlich zugänglich zu machen ist besonders wichtig, damit jeder diese Trends beobachten und sich besser auf zukünftige Entwicklungen vorbereiten kann."  

Die Karten und zitierten Datenwerte für die Temperaturen stammen aus dem ERA5-Datensatz des Copernicus Climate Change Service des EZMW. Die Gebietsmittelwerte für die Temperaturen über der europäischen Region gelten nur für die Landmasse mit den folgenden Längen-/Breitengrenzen: 25W-40E, 34N-72N. 

Karten und zitierte Datenwerte für das Meereis stammen aus einer Kombination von Informationen aus ERA5 sowie aus dem EUMETSAT OSI SAF Sea Ice Index v2.1, der Meereiskonzentration CDR/ICDR v2 und Fast-Track-Daten, die auf Anfrage von OSI SAF bereitgestellt werden.

C3S folgt der Empfehlung der World Meteorological Organisation (WMO) und nutzt für die Berechnung klimatologischer Durchschnittswerte stets die neuste, 30 Jahre umfassende Referenzperiode. Seit Januar 2021 verwendet der Service daher die Referenzperiode 1991-2020 für seine monatlich zur Verfügung gestellten Klimadaten. Um größtmögliche Transparenz zu schaffen, werden alle Werte und Grafiken sowohl in Relation zur neuen als auch zur alten Referenzperiode (1981-2010) bereitgestellt.

Kontakt: ECMWF Copernicus | copernicus-press@ecmwf.int | www.copernicus.eu

Umwelt | Klima, 07.07.2022

     
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