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So kann man der Mittelstand mehr Nachhaltigkeit finanzieren

Der Übergang zu grünen Wirtschaftsstandorten erfordert erhebliche Investitionen mittelständischer Unternehmen. Gleichzeitig wird die Finanzierung über herkömmliche Wege immer schwieriger.

Nachhaltigkeit ist in aller Munde und Unternehmen werden aufgefordert, mehr dafür zu tun. Mit dem Klimaschutzgesetz, das im August 2021 in Kraft trat, werden Deutschlands Klimaneutralitätsziele nochmals verschärft. Die Klimaneutralität wird bis 2045 erreicht - fünf Jahre vor dem bisherigen Ziel. Laut der Denkfabrik Agora Energiewende ist dies ein hochgestecktes Ziel, und die diesjährigen Treibhausgasemissionen könnten nur 37 % unter dem Niveau von 1990 liegen. Experten gehen davon aus, dass der Kohlendioxidausstoß gegenüber 2020 nicht sinken, sondern um etwa 47 Millionen Tonnen steigen wird.

Von den Unternehmen muss in die Nachhaltigkeit investiert werden
Politik, Wissenschaft und insbesondere Unternehmen stehen auf dem Weg zu einer Green Economy vor großen Herausforderungen. Möglicher vorzeitiger Kohleausstieg, CO2-Steuern, Emissionshandel, Verzicht auf Plastikverpackungen, Preisentwicklungen bei Öl und Gas - angesichts dieser Faktoren müssen viele KMU in die nachhaltige Gestaltung ihrer Geschäftsmodelle und -prozesse investieren. Dies gilt zum Beispiel für die Nutzung erneuerbarer Energien, umweltfreundliche Produktionsverfahren, die Entwicklung von neuen, nachhaltigen Produkten, die Kreislaufwirtschaft, Effizienzsteigerung.

Ein Thema, das vielen Unternehmen derzeit Kopfzerbrechen bereiten dürfte, ist die EU-Taxonomie. Diese neuen Leitlinien zu ESG-Themen werden ab 2022 europaweit umgesetzt und setzen erstmals Maßstäbe für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Nicht nur das Gesetz ist komplex, verlangt von Unternehmen Auskünfte und Nachweise, sondern natürlich auch Anpassungen in Angeboten und Prozessen vieler mittelständischer Unternehmen.

Für Mittelständler ist die Erholung von der Krise sehr schwer
Ein solches mittelständiges Unternehmen ist zum Beispiel die Firma Krayer Systemtechnik, welche sich um die Produktion und Entwicklung von UL-Schaltschränken kümmert. Diese werden für den Export von Anlagen und Maschinen nach Kanada oder die USA benötigt.

Im aktuellen Klima ist die Finanzierung dieser Investitionen jedoch eine komplizierte Angelegenheit. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sind durch die Pandemie oft geschwächt und müssen sich neuen Schwierigkeiten stellen.

Der Fachkräftemangel sowie die Energie- und Rohstoffpreise bereiten den Befragten mit 59 % bzw. 58 % am meisten Kopfzerbrechen. Entsprechend verhalten sind auch die Geschäftserwartungen der Unternehmer für die nächsten zwölf Monate.

Der DIHK musste die BIP-Wachstumsprognose für dieses Jahr bereits auf 2,3 % reduzieren - es steuere auf eine abflachende Wachstumskurve zu, die den Herausforderungen der Krisenbewältigung und des Strukturwandels nicht gewachsen sei, so das Fazit. Gleichzeitig zeigt die Umfrage auch, dass Umweltschutz über alle Wirtschaftsbereiche hinweg immer relevanter wird: Für 26 % der Unternehmen und damit für jedes Viertel der Befragten ist er das Investitionsmotiv. Wenn der Übergang zu nachhaltigeren Bemühungen nicht im Keim erstickt wird, müssen Unternehmen in die Finanzierung anstehender Missionen investieren. Allerdings ist die vertraute Depotbank derzeit nicht immer der beste Ansprechpartner: Banken haben im dritten Quartal 2021 die Kreditvergaberichtlinien für Unternehmenskredite verschärft, so aktuelle Umfragen zur Kreditvergabe bei Banken.

Die Investitionen müssen anlassbezogen finanziert werden
Die Unternehmen müssen bei der Finanzierung einen strategischeren Ansatz verfolgen. Eventbezogene Finanzierungsmodelle können Alternativen zur traditionellen Bankfinanzierung darstellen, darunter beispielsweise objektbasierte Ansätze wie Asset Based Credit oder Sale and Leaseback. Kurz- bis mittelfristige Sonderkredite können beispielsweise von Händlern, Produzenten oder Start-ups genutzt werden, um in nachhaltige Technologien zu investieren oder andere Herausforderungen zu finanzieren.

Das objektbasierte Sale-and-Leaseback-Finanzierungsmodell bietet mittelständischen Industrieunternehmen die Möglichkeit, durch eine reine Innenfinanzierung Liquidität zu generieren: Unternehmen verkaufen bei diesem Modell wertvolle, mobile und austauschbare Maschinen, Anlagen oder Flotten und leasen diese anschließend wieder zurück sofort. Dadurch lassen sich oft stille Reserven heben und das nötige Kapital in nachhaltigere Aspekte investieren. Das Tagesgeschäft wird durch sofortige Rückmietungen verkaufter Vermögenswerte nicht beeinträchtigt.


     
        
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