BIOFACH 2023 into organic - Paving the path - Nürnberg, 14.-17.02.2023

China betreibt "Sportswashing" und das IOC spielt mit

Das IOC ist nicht bereit, seinen menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachzukommen

China richtet die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking und Zhangjiakou aus. Trotz anhaltender Unterdrückung von ethnischen und religiösen Minderheiten und anderen Menschenrechtsverletzungen, die auch im direkten Zusammenhang mit den Spielen stehen, gibt sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) unbeeindruckt. IOC-Präsident Thomas Bach und sein Exekutiv-Komitee ziehen sich mit der Begründung aus der Verantwortung, Politik sei mit dem Olympischen Geist nicht vereinbar.

Mit der Ausrichtung der Spiele bietet das IOC der chinesischen Regierung die Möglichkeit, China wird nach den Olympischen Sommerspielen 2008 auch die Winterspiele 2022 in Peking und Zhangjiakou ausrichten. Innerhalb der letzten Monate haben vermehrt Quellen über die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren berichtet. Menschen werden in der Uigurischen Region in Umerziehungslagern festgehalten, müssen Zwangsarbeit verrichten und auch weitere schwere Menschenrechtsverletzungen wie die systematischer Sterilisierungen von Frauen wurden dokumentiert. Trotz der bekannten Problematik hat das IOC 2015 die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 an China vergeben.

"Dass sich das IOC damit in Menschenrechtsverletzungen verwickeln würde, war absehbar", kritisiert Lara Schröder von der Kampagne für Saubere Kleidung Deutschland (e.V.). "Sogar ein IOC-interner Expert*innenbericht zur Menschenrechtsstrategie hat im Dezember 2020 bestätigt, dass im direkten Zusammenhang mit der Austragung der Spiele Auswirkungen auf die Menschenrechte sichtbar sind." Das chinesische Unternehmen Anta Sports, seit 2017 offizieller Partner und Ausstatter der Olympischen und Paralympischen Spiele, hat selbst bestätigt, dass es für seine Artikel Baumwolle aus Xinjiang verwendet. Die Offiziellen des IOC und nach China reisenden Sportler*innen werden bei diesem Event also Kleidung tragen, die sehr wahrscheinlich in Zwangsarbeit hergestellt worden ist. "Wie kann das mit den Werten von Frieden und Respekt vereinbart werden, die die Olympischen Spiele seit jeher vertreten?", wundert sich Schröder.

Koordinator der Kampagne "Sport handelt fair" Anton Klischewski ist bestürzt über das Verhalten des IOC: "Wie kann es sein, dass das IOC den sich eigens auferlegten Lieferantenkodex nicht konsequent umsetzt? Wir fordern, dass sich internationale Sportorganisationen wie das IOC bei der Auswahl der Ausrichter sowie Organisation von Sportgroßveranstaltungen verbindlich an die UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte halten. Das IOC muss die Identität seiner externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und deren Methoden sowie den vollständigen Wirtschaftsprüfungsbericht offenlegen. Die 4-seitige Zusammenfassung der Prüfung durch das IOC ist voller vager und leerer Behauptungen. Die Hoffnung, die menschenrechtliche Situation in China durch die Olympischen Spiele gar verbessern zu können, ist eine Illusion. Ein unrühmliches Beispiel hat das Land mit den Olympischen Sommerspielen 2008 selbst geliefert."

Mit der Ausrichtung der Spiele bietet das IOC der chinesischen Regierung die Möglichkeit, "Sportswashing" im großen Stil zu betreiben, um von den Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land abzulenken. Trotz der politischen Instrumentalisierung durch die chinesische Regierung, die die Winterspiele als Bühne nutzt, um sich als freundliches und weltoffenes Ausrichterland zu inszenieren, klammert sich IOC-Präsident Thomas Bach an die Idee der "politischen Neutralität" der Spiele. Sein Mantra lautet: "Das IOC oder die Olympischen Spiele können nicht die politischen Probleme lösen, die Generationen von Politkern bisher nicht lösen konnten". Bachs Aussage ist ernüchternd und zeigt, dass das IOC nicht bereit ist, seinen menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachzukommen. Das ist auch die Einschätzung von Zumretay Arkin, Anwältin für Menschenrechte im Weltkongress der Uiguren: "Das IOC darf nicht zulassen, dass die sogenannte Neutralität die Moral außer Kraft setzt, wenn es um Sklavenarbeit geht (.)." Wenn das IOC hier versagt, braucht es klare Zeichen von Regierungen, Verbänden und Sportler*innen.

Kontakt: Kampagne für Saubere Kleidung | koordination@saubere-kleidung.de | www.saubere-kleidung.de

Gesellschaft | Politik, 02.02.2022
     
Cover des aktuellen Hefts

Zeit, die Stimme zu erheben und endlich zu handeln?

forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2022 mit dem Schwerpunkt: Globale Ziele und Klimaschutz

  • Ukrainekrieg und Hunger auf der Welt
  • Doppelte Dividende durch Nachhaltigkeit
  • Green Chefs
  • Die Brücke zur Natur
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
02
FEB
2023
Konferenz des guten Wirtschaftens 2023
Würdigung | Impulse & Austausch | Vernetzung
81737 München
09
FEB
2023
Treibhausgas-Bilanzierung meistern mit ecozoom
Lernen Sie, wie die Softwarelösung ecozoom Sie bei Ihrer Klima-Bilanzierung unterstützen kann.
Online-Demo
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Sport & Freizeit, Reisen

Haben wir in Katar unsere Werte verraten?
Christoph Quarch sieht hier die Politik in der Bringschuld und nicht den Fußball - und empfiehlt den sieben europäischen Fußballverbänden, die FIFA sofort nach der WM zu verlassen.
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Wird 2023 das Jahr des Modulbaus?

Verbraucher wollen umweltfreundliche Verpackungen

Mehr Sonnenkilometer mit dem Elektroauto: ADAC und Zolar starten Photovoltaik-Offensive

Neumarkter Lammsbräu vergibt 2023 erneut Nachhaltigkeitspreise

Friede, Würde und Menschenrechte gedeihen nur in einer Kultur des Miteinander

Nachhaltigkeits-Siegel der GfaW im neuen Design

DFGE und MINT:

#GREENTEAM – die Nachhaltigkeitsinitiative der team energie

  • Global Nature Fund (GNF)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • TourCert gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH