BIOFACH 2023 into organic - Paving the path - Nürnberg, 14.-17.02.2023

Gemeinsame Europäische Agrarpolitik

Der Widerstand nimmt erneut Fahrt auf

Die letzten Verhandlungen zwischen Spitzenpolitiker*innen über das große Landwirtschaftspaket der EU laufen in Brüssel. Doch der Widerstand wächst. Eine Online Petition fordert Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, das Abkommen fallen zu lassen. 

Mit dem Landwirtschaftspaket der EU wird das Todesurteil der Natur unterzeichnet. © James Baltz, unsplash.com"Europäische Politiker*innen planen mit der gemeinsamen Agrarpolitik ein Todesurteil für die Natur zu unterzeichnen. Umweltschädigende Agrarkonzerne würden für die kommenden Jahre Milliarden erhalten,” sagte Annemarie Botzki, Leiterin der Kampagne ‘Withdraw the CAP’ bei der europäischen Petitionsplattform WeMove Europe. Bereits über 150.000 Tausend Unterstützer*innen fordern die EU Kommission mit der Petition auf, das EU-Landwirtschaftsabkommen fallen zu lassen. Das weitreichende Paket verteilt 35% des gesamten EU-Budgets. 

Protest regten sich bereits im Oktober, als das Europäische Parlament dem geplanten Abkommen zustimmte. Junge Klimaaktivist*innen in ganz Europa forderten einflussreiche Politiker*innen dazu auf, den Deal fallen zu lassen. Der Vizepräsident der Kommission Frans Timmermans schloss sich an und sagte: "Die Agrarpolitik ist nicht nachhaltig und kann so nicht fortgesetzt werden." 

Doch die Verhandlungen laufen wie geplant weiter. Kommissionspräsidentin von der Leyen kann das Agrarabkommen allerdings auch in dieser fortgeschrittenen Verhandlungsrunde noch zurückziehen. Gründe dafür hätte sie genug. Das Landwirtschaftsabkommen wurde vor Jahren von ihrem Vorgänger in der Kommission vorgeschlagen, lang bevor das EU Parlament den Klimanotfall ausrief und von der Leyen den ‘Grünen Deal für Europa’ präsentierte.  Jetzt plant die EU wieder Milliarden an Agrarkonzerne zahlen, welche die Umweltkrise weiter befeuern. Landwirt*innen erhalten Geld, basierend darauf, wie groß ihre Felder sind und wie viele Tiere sie haben. Ihre Betriebe benötigen riesige Mengen an Kunstdünger, chemischen Pestiziden und Antibiotika. Das bedroht die Gesundheit, verschmutzt die Landschaft und zerstört den Boden.  Betrachtet man die Auswirkungen dieser Agrarpolitik, sind die Zahlen erschreckend: Viele Kleinbauer*innen geben auf. Europa verliert bereits jeden Tag 1.000 Landwirt*innen, zeigen Zahlen der EU Kommission. In den letzten 40 Jahren hat Europa mehr als die Hälfte aller Feldvögel verloren. Global betrachtet hat die Menschheit seit 1970 60% der Säugetiere, Vögel, Fische und Reptilien ausgelöscht.

Das Umdenken und Umsteuern in der Agrarpolitik bleibt aus
"Was wir brauchen ist ein rascher Übergang zu einer agrarökologischen Landwirtschaft. Landwirt*innen sollen dabei unterstützt werden, gesunde Lebensmittel zu produzieren, das Wohlergehen der Nutztiere sicherzustellen und gleichzeitig unsere Umwelt zu hegen. Um das zu schaffen, muss weit mehr als die Hälfte der Zuschüsse in die Landwirtschaft für den Schutz von Natur, biologischer Vielfalt und Klima ausgegeben werden,” so Botzki. 

Eine neue Studie, die Ende Januar im Europäischen Parlament vorgelegt wurde zeigt außerdem: Es ist schwer nachzuvollziehen, an wen genau die EU Milliarden fließen. Eine Liste der 50 größten Profiteure der Agrargelder hat allerdings auch klar gemacht: einige Firmen erhalten bis zu EUR 40 Milliarde pro Jahr, obwohl sie Kunstdünger und Pestizide großflächig einsetzen. Noch bleibt Zeit das Paket zu stoppen!

Annemarie Botzki leitet Kampagnen bei WeMove Europe und engagiert sich bei Extinction Rebellion Deutschland. Sie studierte Sozialwissenschaft, Europäische Politik und Umweltmanagement, arbeitete als Energie-Reporterin und unterstützte zwei innovative Solar Start-ups.

Umwelt | Wasser & Boden, 25.02.2021
     
Cover des aktuellen Hefts

Zeit, die Stimme zu erheben und endlich zu handeln?

forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2022 mit dem Schwerpunkt: Globale Ziele und Klimaschutz

  • Ukrainekrieg und Hunger auf der Welt
  • Doppelte Dividende durch Nachhaltigkeit
  • Green Chefs
  • Die Brücke zur Natur
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
02
FEB
2023
Konferenz des guten Wirtschaftens 2023
Würdigung | Impulse & Austausch | Vernetzung
81737 München
14
FEB
2023
BIOFACH
Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel
90471 Nürnberg
14
FEB
2023
Was wir tun müssen, und was wir haben werden
Wie Nachhaltigkeit in der Dauerkrise gelingen kann
50676 Köln und online
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

LOHAS & Ethischer Konsum

Containern legalisieren als Maßnahme gegen die Lebensmittelverschwendung?
Christoph Quarch sieht darin v.a. Symbolpolitik, denn nur 7 Prozent der Lebensmittelabfälle fallen im Handel an.
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Krieg zerstört zu viel

Zum Valentinstag: Heiße Geschenke von Feuerwear für die Liebsten

Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht:

Otto Group gehört zu den ersten Unterzeichnern des Pakistan-Abkommens

Wird 2023 das Jahr des Modulbaus?

Verbraucher wollen umweltfreundliche Verpackungen

Pflanzwettbewerb Deutschland summt! Juchuu, es geht wieder los!

Halten Sie sich für schlauer als ChatGPT?

  • TourCert gGmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • toom Baumarkt GmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG