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Judith Herzog-Kuballa

Nachhaltigkeit ist ein Prozess

Das Thema Nachhaltigkeit rückt immer mehr in den Fokus von Unternehmen

Druck kommt aus der Politik, aber auch vonseiten der Kunden. Familienunternehmen sind dabei vielfach im Vorteil, denn bei ihnen ist Nachhaltigkeit quasi Bestandteil der DNA.
 
© ejaugsburg, pixabay.comNachhaltigkeit ist Chefsache. Das gilt zumindest bei der Wacker Neuson Group in München. Bei dem weltweit agierenden Hersteller von Baugeräten und Kompaktmaschinen fällt das Thema in das Ressort des Vorstandsvorsitzenden Martin Lehner. „Bei einer seit über 170 Jahren bestehenden Tradition als Familienunternehmen war nachhaltiges Wirtschaften immer eine wichtige Rahmenbedingung unseres Denkens und Handelns", sagt er.
 
So hat der Vorstand 2014 eine konzernweite Richtlinie zur Energie- und Umweltpolitik veröffentlicht. 2018 folgte eine nichtfinanzielle Konzernerklärung zum Thema Nachhaltigkeit. „Nachhaltigkeit bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für unsere Kunden, sondern auch für Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft." Seit vier Jahren bietet das Unternehmen emissionsfreie Baugeräte und Kompaktmaschinen an. „Wir waren hier Pioniere. Jetzt starten die ersten Mitbewerber, was wir sehr begrüßen, da dadurch das Thema weiter bekannt gemacht wird", erläutert Lehner.
 
„Nachhaltigkeit bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen", Martin Lehner
 
 
Vorteil Akkubetrieb
Die akkubetriebenen Maschinen können den Kunden klare Vorteile bringen: „In Norwegen zum Beispiel werden bei Ausschreibungen von staatlichen Aufträgen Firmen bevorzugt, die auf Baustellen Zero-Emission-Fahrzeuge einsetzen", sagt Lehner. Die Wacker Neuson Group ist ein gutes Beispiel dafür, dass Nachhaltigkeit weit mehr ist als bloß Umweltschutz. Fachliche und persönliche Personalentwicklung ist der Firmenphilosophie zufolge einer der Grundpfeiler einer nachhaltig erfolgreichen Unternehmensentwicklung. Dafür gibt es interne Schulungen, aber auch externe Angebote werden unterstützt. Zudem werden die Mitarbeiter regelmäßig zu ihrer Sicht der Dinge befragt. 2019 wird es Lehner zufolge die dritte globale Mitarbeiterbefragung innerhalb von fünf Jahren geben.
 
Wie umfassend bei der Wacker Neuson Group gedacht wird, zeigt auch das Thema Menschenrechte. Lieferanten müssen sich einem Code of Conduct zu Compliance und Nachhaltigkeit verschreiben, dessen Einhaltung immer wieder überprüft wird. Damit steht die Wacker Neuson Group auch im Einklang mit der Blue-Competence-Initiative des VDMA, welcher der Konzern seit 2013 angehört. Mehr als 200 Firmen unterstützen bereits dieses Anliegen.
 
Partner der Initiative ist neben Wacker Neuson auch die pester pac automation GmbH im bayerischen Wolfertschwenden, ein weltweit tätiger Hersteller von Verpackungsmaschinen und -anlagen für die Pharma- und Kosmetikbranche. „Für uns ist Nachhaltigkeit ein Prozess, an dem auch das Unternehmen wächst", sagt Sabine Gaus, Manager Corporate Communications & Business Development. Als Beispiele nennt sie den Bau des Firmensitzes, der bereits im Jahr 2000 mit Solaranlagen bestückt wurde, oder das Gesundheitsmanagement für Mitarbeiter. Es werden Sport-, Gesundheitsoder Ernährungskurse angeboten und es gibt ein Fitnessstudio.
 
„Für uns ist Nachhaltigkeit ein Prozess,
an dem auch das Unternehmen wächst." Sabine Gaus
  
Ein Kodex für Nachhaltigkeit
Gaus betont ebenfalls die besondere Verpflichtung und lang gelebte Tradition von Nachhaltigkeit als Familienunternehmen. So wurde der 2018 veröffentlichte Verhaltenskodex von einem Team aus Mitarbeitern und Führungskräften erarbeitet, bevor ihn die Geschäftsleitung verabschiedete. Inhaltlich regelt der Kodex Einhaltung der Gesetze und Menschenrechte, Ethik und Geschäftsverhalten sowie Qualität, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt. „Solch ein Prozess ist aufgrund unserer Firmenkultur normal", sagt die PR-Managerin.
 
Ende 2018 stellte sich pester zum zweiten Mal dem Nachhaltigkeits-Rating von EcoVadis – und wurde mit dem Silberstatus ausgezeichnet. Gaus wertet das Rating aber auch deswegen als positiv, da es Verbesserungspotenziale aufzeigt und Nachhaltigkeit als Prozess darstellt. „Wir haben durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen eine Basis geschaffen. Jetzt geht es uns darum, das Thema Nachhaltigkeit in all seinen Facetten zu institutionalisieren", betont Gaus.
 
Kontakt: Judith Herzog-Kuballa | judith.herzog@vdma.org | www.vdma.org

Quelle: VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence

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