Gesellschaft | Politik, 23.11.2018
Gemeinsam für mehr deutsch-französische Kooperation im Klimaschutz
„Alleingänge in der Energiewende sind nicht mehr zeitgemäß“
Deutsche und französische Umweltverbände, darunter auch der DNR, haben sich im November in Paris getroffen, um gemeinsam über den aktuellen Stand der Klimapolitik und der Energiewende in beiden Ländern zu diskutieren. In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Organisationen Emmanuel Macron und Angela Merkel auf, ihre Kooperation im Klimaschutz auszubauen und die Energiewende Frankreichs und Deutschlands zu koordinieren.
„Der Klimawandel stellt alle Gesellschaften vor immense Herausforderungen. Damit auf EU-Ebene ambitionierte Klima- und Energiepolitik gemacht werden kann, brauchen wir eine starke deutsch-französische Partnerschaft in diesen Politikfeldern", sagt Hermann Ott, Mitglied des Präsidiums des Umweltdachverbands Deutscher Naturschutzring (DNR). „Dafür muss auf beiden Seiten des Rheins vor 2025 etwas passieren: Frankreich muss eine erhebliche Anzahl an Atomkraftwerken abschalten und Deutschland viele Kohlekraftwerke schließen."Morgane Créach, Geschäftsführerin vom Klimaaktionsnetzwerk Frankreich (RAC France) sagte: „Umfragen in ganz Europa zeigen, dass die EU-Bürger einen sozial-ökologischen Wandel befürworten. Deutschland und Frankreich müssen sich jetzt dafür einsetzen, dass auf europäischer Ebene ein neuer Gesellschaftsvertrag für ein nachhaltiges und gerechtes Europa inittiert wird. So kann auch das verlorene Vertrauen in ein progressives Europäisches Projekt zurückgewonnen werden."
Während in Deutschland die Kohlekommission über die Bedingungen und den Zeitplan für den Ausstieg aus der Kohle diskutiert, wird in Frankreich nächste Woche der mehrjährige Energieplan (PPE) der Regierung veröffentlicht. In ihm wird unter anderem festgelegt sein, wie viele Atomkraftwerke Frankreich bis 2028 schließen wird.
Die gemeinsame Erklärung „Die sozial-ökologische Wende kann nur europäisch gelingen" ist hier sowie unter www.reseauactionclimat.org auf Deutsch und Französisch erschienen.
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