Umwelt | Umweltschutz, 05.11.2018
Gesellschaftliches Wohlergehen innerhalb planetarer Grenzen
Für nachfolgende Generationen muss innerhalb planetarer Belastungsgrenzen gewirtschaftet werden
Wie gelingt Unabhängigkeit vom Wirtschaftswachstum? Gesellschaftliches Wohlergehen weltweit hängt davon ab, ob die ökologischen Grenzen des Planeten eingehalten werden. Ein neuer UBA-Bericht stellt Ideen vor, wie dies in Industrieländern wie Deutschland gelingen kann. Umweltschutz soll demnach nicht mehr unter dem Vorbehalt einer kurzfristigen Steigerung des Wirtschaftswachstums stehen.
Der Bericht hinterfragt, ob und wie gesellschaftliche Institutionen vorsorglich so verändert werden können, dass sie unabhängig(er) vom weiteren Wachstum der Wirtschaftsleistung funktionieren. Besonders wichtig sind dabei die Sozialversicherungssysteme, da diese in vielen wohlhabenden Ländern eng mit der Wirtschaftsleistung verknüpft sind.Eine stärkere Wachstumsunabhängigkeit kann einen konsensfähigen Weg („no-regret"-Maßnahme) darstellen, auf die Herausforderungen des demographischen Wandels oder der Digitalisierung zu reagieren. In früh industrialisierten Ländern wie Deutschland könnte so der Handlungsspielraum für eine wirksame Umweltpolitik erhöht werden. Das Projektteam empfiehlt zudem, durch ökonomische Instrumente dafür zu sorgen, dass Preise die ökologische Wahrheit sagen. Zudem sollten „Experimentierräume" für nachhaltige Lebensstile gefördert werden, wozu etwa gemeinwohlorientierte Initiativen zählen, die ein Teilen von Gegenständen ermöglichen.
Mit dieser vorsorgeorientierten Postwachstumsposition kann es gelingen, planetare Grenzen einzuhalten. Hinsichtlich Stellenwert und Höhe des künftigen Wirtschaftswachstums bleibt sie ergebnisoffen und baut damit Brücken in der langen Debatte über das Für und Wider von Wirtschaftswachstum. Sie hat das Potenzial, zu einem neuen Konsens in der Nachhaltigkeitsdebatte beizutragen.
Die innovative Zusammensetzung des Projektteams ermöglichte es, eine hohe fachliche Expertise und eine Vielfalt wissenschaftlicher Perspektiven im Projekt zu vereinen. Der Bericht entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), dem RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (WI). Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes: „Gerade in Zeiten, in denen der gesellschaftliche Dialog von Gräben geprägt ist, ist wissenschaftliche Debatte ohne Scheuklappen essentiell."
Auf der Konferenz „Herausforderung Wachstumsunabhängigkeit – Ansätze zur Integration von Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftspolitik" am 05.11.18 werden zentrale Projektergebnisse vorgestellt.
Weitere Informationen
Die Publikation (UBA-TEXTE 89/2018) „Gesellschaftliches Wohlergehen innerhalb planetarer Grenzen: Der Ansatz einer vorsorgeorientierten Postwachstumsposition" wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt. Sie ist Teil des Forschungsvorhabens „Ansätze zur Ressourcenschonung im Kontext von Postwachstumskonzepten" (Forschungskennzahl 3715 311040). Der Bericht ist online verfügbar.
Kontakt:
Frau Reiche – es reicht!
forum 03/2026
- Resilienz
- Klimafinanzierung
- Wald
- Startups
Kaufen...
Abonnieren...
11
SEP
2026
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken – Zusammen für das Gemeinwohl!
Training mit Christian Felber & Roman Huber
38489 Beetzendorf
Training mit Christian Felber & Roman Huber
38489 Beetzendorf
11
SEP
2026
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken
Live-Online-Training in Echtzeit mit Grit Bümann, Roman Huber, Christian Felber
online
Live-Online-Training in Echtzeit mit Grit Bümann, Roman Huber, Christian Felber
online
22
OKT
2026
OKT
2026
csrTAG 2026 – Nachhaltigkeit als Wirtschaftsfaktor
R³essourcen. R³esilienz. R³entabilität. - Ticketverkauf gestartet
A-6236 Alpbach
R³essourcen. R³esilienz. R³entabilität. - Ticketverkauf gestartet
A-6236 Alpbach
Anzeige
Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.
Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.
Megatrends
Erfolgreicher Kinostart von "The Odyssee" in USADer Philosoph und Mythologie-Experte Christoph Quarch analysiert, was uns der Anti-Held heute sagen kann
Jetzt auf forum:
Die AnStifter – Eine Welt. Viele Wege. Der Podcast von Engagement Global
Hiroshima und Nagasaki: Der Mahnruf des missachteten Gewissens
Das nachhaltigste Gebäude steht schon
36 Grad und es wird immer heißer...
Erneute Extremhitze: Verbände fordern Hitzegipfel





















