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Sulfat-Grenzwerte einführen statt Richtwerte erhöhen!

Anpassung der Genehmigungspraxis bei den Tagebauen muss endlich erfolgen

Mehr zum nachhaltigen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser lesen Sie im Schwerpunkt von forum 02/03 2018.
Als Reaktion auf die Wasserknappheit in der Spree und die erhöhte Sulfatkonzentration muss endlich eine Anpassung der Genehmigungspraxis bei den Tagebauen erfolgen. Es müssen verbindliche Grenzwerte für den Sulfatgehalt der in die Spree eingeleiteten Wassermengen aus den Tagebauen festgelegt werden.
 
Mit einer Protestaktion vor dem brandenburgischen Landtag in Potsdam haben BUND-Mitglieder aus Berlin und Brandenburg am Mittwoch, den 12.09.2018, einen Grenzwert für die Einleitung von Sulfat aus den Kohletagebauen gefordert. Ein als Ministerpräsident Dietmar Woidke verkleideter Aktivist hob beim „Richtwert-Limbo" die Latte für den Bergbaubetreiber LEAG immer weiter an - eine symbolische Darstellung der kürzlich erfolgten vorübergehenden Anhebung des Sulfat-Richtwertes in der Spree.
 
Die BUND-Kampagne mit dem Motto 'Rette unser Wasser', fordert einen konsequenten Wasserschutz auf EU-Ebene und in Deutschland © Mario Sitte/BUND BrandenburgDer heiße und trockene Sommer hat dazu geführt, dass die Wasserspeicher zur Stabilisierung des Wasserhaushaltes der Spree weitgehend leer sind. Um den Wasserhaushalt der Spree zu stützen, müssen aus den sächsischen Speichern Lohsa II und Bärwalde im Lausitzer Seenland insgesamt 3,6 Millionen Kubikmeter zusätzlich in die Spree eingespeist werden. Dieses Wasser wird aber für die Rekultivierung der Tagebaufolgelandschaft und die Flutung der Tagebaurestlöcher gebraucht. Gleichzeitig musste der Zufluss von Tagebausümpfungswasser aus dem Tagebau Nochten wegen des hohen Sulfatgehaltes gedrosselt werden.
 
Außerdem wurde der Richtwert für die Sulfatbelastung am Pegel Spremberg-Wilhelmsthal für sechs Wochen von 450 mg/l auf 500 mg/l erhöht. Eine Erhöhung der Sulfatbelastung hat zur Folge, dass der Grundwasseranteil zur Bereitstellung des Trinkwassers in Berlin und in Frankfurt (Oder) zur Verdünnung der Sulfatbelastung erhöht werden muss. Anders kann durch die Wasserwerke der Grenzwert für Trinkwasser nicht eingehalten werden. Dadurch entstehen höhere Kosten für die Wasserkunden und es wird mehr Grundwasser in Anspruch genommen.
 
„In dieser angespannten Situation ist es nicht mehr nachvollziehbar, dass in den wasserrechtlichen Erlaubnissen für die Tagebaue keine Sulfatgrenzwerte festgelegt werden", erklärt Sascha Maier, Vorstandsmitglied des BUND Brandenburg. Studien belegen, dass 54 % der Sulfatbelastung aus dem aktiven Tagebau stammen. Bisher wurde der Verzicht auf Grenzwerte mit der Unzumutbarkeit der Kosten für den Tagebaubetreiber begründet. „Kosten, die man für die Trinkwasserkunden durchaus für zumutbar hält. Dies ist eine völlige Verkehrung des Verursacherprinzips und muss umgehend geändert werden", so Maier weiter.
 
Die Aktion ist Teil einer aktuellen bundesweiten BUND-Kampagne mit dem Motto „Rette unser Wasser", welche einen konsequenten Wasserschutz auf EU-Ebene und in Deutschland fordert. Eine dazugehörige Petition kann online unterzeichnet werden.
 
Kontakt: Sascha Maier, BUND Brandenburg | sascha.maier@bund.netwww.bund-brandenburg.de


     
        
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