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Der Norden steht Kopf

Mit einer ungewöhnlichen Plakatkampagne macht derzeit das norddeutsche Verbundprojekt Norddeutsche EnergieWende 4.0 auf sich aufmerksam.

Auf rund 200 Plakatflächen in Hamburg und Schleswig-Holstein prangt seit heute das Konterfei eines jungen Mannes. In wetterfester Kleidung liegt er am Nordseestrand. Doch das Motiv ist verkehrt herum abgebildet – passend zum Slogan „Zeit, dass sich was dreht". Geworben wird damit für das Projekt Norddeutsche EnergieWende 4.0 (NEW 4.0). Darin erproben rund 60 Partner aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft gemeinsam, wie Hamburg und Schleswig-Holstein schon bis zum Jahr 2035 zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt werden können.
 
Kampagnenplakat „Zeit, dass sich was dreht' © NEW 4.0Das umgedrehte Plakat ist noch bis zum 28. Juli auf den Plakatflächen zu sehen. Entworfen haben das Motiv Studierende des Bachelor-Studiengangs Marketing/Technische Betriebswirtschaftslehre an der HAW Hamburg. Dank einer Kooperation mit dem Außenwerbungsspezialisten Ströer Gruppe hatten die Studierenden in einem Praxisseminar die Gelegenheit, Einblicke in die Welt des Marketing zu erhalten. Für einige Wochen schlüpften sie in die Rolle von sieben miteinander konkurrierenden Kreativagenturen und stellten ihren Auftraggebern – dem NDR und NEW 4.0 – verschiedene Plakatlinien vor.
 
Nach zwei Schulterblicken und einem Agentur-Pitch erteilten die Kunden den aus ihrer Sicht gelungensten Motiven den Zuschlag. „Bei den vielen bildstarken Entwürfen, die uns vorgeschlagen wurden, fiel uns die Wahl nicht leicht. Die kreativen Ideen der Studierenden haben uns sehr beeindruckt – das hätte eine professionelle Agentur nicht besser machen können", betont Prof. Dr. Werner Beba, Projektkoordinator von NEW 4.0.
 
Für das Verbundprojekt NEW 4.0 fiel die Entscheidung auf das umgedrehte Bild des jungen Mannes am Nordseestrand. Wie die Gewinnergruppe auf ihre Motividee kamen, erklärt Studentin Sabrina Reimers-Kipping: „Wichtig war uns, das eher technische Thema in eine emotionale Botschaft zu verpacken: Die Energiewende erfordert ein Umdenken – genau wie unser Plakat." Diese Auffassung teilt auch Werner Beba: „Der Siegerentwurf hat uns letztlich deshalb überzeugt, weil er die Intention von NEW 4.0 am besten zum Ausdruck bringt: Es wird in der Tat Zeit, dass sich etwas dreht, wenn wir im Norden wirksamen Klimaschutz betreiben wollen."
 
Die Plakatkampagne ist der offizielle Auftakt der Akzeptanzförderungsmaßnahmen, die das Großprojekt NEW 4.0 begleiten sollen. Um die Bevölkerung möglichst transparent über die Ziele und den Projektfortschritt zu informieren, wird eine intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit angestrebt. Eines der Kernelemente ist die Ausrichtung einer dreijährigen Roadshow, die die norddeutschen Bürgerinnen und Bürger direkt bei sich vor Ort dazu einladen soll, das Projekt besser kennenzulernen. Sie soll voraussichtlich Ende dieses Jahres starten und wird auf ihrer dreijährigen Tour an rund 60 Orten in Hamburg und Schleswig-Holstein Station machen.
 
Über NEW 4.0
Unter dem Titel NEW 4.0 – Norddeutsche EnergieWende 4.0 hat sich in Hamburg und Schleswig-Holstein eine Projektinitiative aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gebildet, die in einem länderübergreifenden Großprojekt eine nachhaltige Energieversorgung realisieren und zugleich die Zukunftsfähigkeit der Region stärken will.
 
Rund 60 Partner bilden eine „Innovationsallianz" für das Jahrhundertprojekt Energiewende mit gebündeltem Know-how, unterstützt von den Landesregierungen beider Bundesländer. Gemeinsam legen sie den Entwicklungspfad zu dem Ziel, die Gesamtregion bis 2035 zu 100 Prozent mit regenerativem Strom zu versorgen – versorgungssicher, kostengünstig, gesellschaftlich akzeptiert und mit wesentlichen CO2-Einsparungen. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende" mit rund 46 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Weitere 60 bis 80 Millionen Euro investieren die beteiligten Unternehmen.
 
Für die Projektsteuerung von NEW 4.0 ist ein sechsköpfiges Führungsgremium aus Wirtschaft und Forschung zuständig: Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender HanseWerk AG sowie Vorstand Schleswig-Holstein Netz AG, Dr. Martin Grundmann, Geschäftsführer ARGE Netz, in der rund 300 Unternehmen mit Schwerpunkt Erneuerbare Energien gebündelt sind, Dr. Oliver Weinmann, Geschäftsführer Vattenfall Europe Innovation GmbH, Michael Westhagemann, Vorsitzender Industrieverband Hamburg, Dr. Christian Schneller, Leiter Recht TenneT Holding sowie Prof. Dr. Werner Beba, Leiter des Competence Centers für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (CC4E) an der HAW Hamburg. Er ist zugleich Sprecher der Projektsteuerungsgruppe und Koordinator von NEW 4.0. 

Kontakt: Sandra Annika Meyer, NEW 4.0 | sandraannika.meyer@haw-hamburg.de| www.new4-0.de


Technik | Energie, 17.07.2017

     
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