Eine Welt. Ein Klima. Für globale Entwicklung und Klimaschutz gemeinsam handeln! Engagieren Sie sich jetzt: www.allianz-entwicklung-klima.de

Regeneration ist möglich

Ein neues Wirtschaften ist möglich – lokal, regional, national und global.

Der Stopp der Klimakrise und die Regeneration der planetarischen Ökosysteme binnen weniger Jahrzehnte ist möglich – einfacher und schneller, als die meisten annehmen. Das Grundrezept:

Ersatz der Agroindustrie durch regenerative Agrikultur, Ersatz der Fossilenergie durch regenerative Energien.

Die Lösung liegt uns also buchstäblich zu Füßen. Die Natur hilft uns mit dem Wunder der Photosynthese, den Kohlenstoff aus dem atmosphärischen Kohlendioxid dorthin zu bringen, wo er herstammt und nun dramatisch fehlt: in den Boden. Humusaufbau entzieht der Atmosphäre Treibhausgase, macht den Boden fruchtbar, sichert die Ernährung, erneuert das Grund- und Trinkwasser, sorgt für gesunde Pflanzen, Tiere, Menschen, regeneriert ganze Landschaften, drängt Versteppung und Verwüstung zurück, schafft Millionen sinnvoller Arbeitsstellen. Eine Win-Win-Win-Lösung. Viele Beispielprojekte im In- und Ausland zeigen, wie es geht. Wir brauchen dafür keine High-Tech, kein gefährliches Geo-Engineering, keinen globalen CO2-Handel, keine Gentechnik, keine chemischen oder bioökonomischen Mixturen aus den Labors der Agrokonzerne. Eine rein biologische Ernährung der Weltbevölkerung ist möglich, und sie ist nötig, denn sie hilft bei der Heilung der Ökosysteme. Mehr noch: In einer Welt voller Gewaltkonflikte um Ressourcen und Millionen von Umweltflüchtlingen ist regenerative Agrikultur ein Schlüssel zum Frieden. Den Schlüssel zu kennen reicht allerdings nicht. Das Tor zur Regeneration der Erde wird von Agrokonzernen, Großgrundbesitzern und Wirtschaftslobbyisten blockiert. Wichtiger als CO2-Handel wäre eine Landreform zugunsten von (klein)bäuerlichen Höfen, die agrarökologisch produzieren, und eine Streichung aller direkten und indirekten Subventionen für umweltzerstörende Produktion von Lebensmittel und ihren Export. Wir brauchen wahre Preise, die den ökosozialen Schaden oder Nutzen eines Produkts ausweisen.

Die global verflochtene Agroindustrie mit Konzernen wie Monsanto und Co. gefährdet das Überleben der Menschheit genauso wie die Energiekonzerne. Sie muss zurückgedrängt werden zugunsten von gemeinnützigen Stiftungen und Organisationen, die in die vernachlässigte agrarökologische Forschung investieren und die Kleinbauern und vor allem Kleinbäuerinnen weltweit unterstützen. Mit Wissen über regenerative Methoden, das alte Traditionen mit neuen Erkenntnissen verbindet, kann auf weit kleineren Flächen als bisher mehr und intensiver geerntet werden. Permakultur, Biointensivkulturen, pfluglose Bodenbearbeitung, Terra Preta, Holistisches Weidemanagement, Agroforstsysteme und weitere Praktiken weisen den Weg. Eine Region, die so wirtschaftet, kann Flächen an die Wildnis zurückgeben und gefährdeten Arten ein Refugium bieten. Denn das Artensterben gefährdet das Überleben der Menschheit inzwischen mehr als die Klimakrise.

Alle Lösungen sind vorhanden. Wir brauchen nur eine entschlossene Zivilgesellschaft, die sie durchsetzt, und Politiker, die nicht länger die Agroindustrie strukturell bevorzugen. Eine solche Agrarwende würde in Deutschland laut Umfragen von einer großen Bevölkerungsmehrheit unterstützt. Wir brauchen einen nationalen und internationalen Zusammenschluss von Kleinbauern-, Umwelt-, Klima- und Ernährungsbewegungen. Oder um Ronnie Cummins als Mitbegründer des globalen Bündnisses „Regeneration International" zu zitieren: Es bedarf einer „massiven Graswurzelarmee von Erd-Regenerierenden: drei Milliarden Kleinbauern und Dorfbewohnerinnen, Rancher, Hirten, Waldbewohnerinnen, Stadtgärtner und indigene Gemeinden – assistiert von mehreren Milliarden bewussten Konsumenten und urbanen Aktivistinnen."

Regeneration ist möglich – lokal, regional, national und global. Worauf warten wir noch?
 
Ute Scheub
 
Aus: Die Humusrevolution – Wie wir den Boden heilen, das Klima retten und die Ernährungswende schaffen (oekom Verlag).
 

Wie kaputt ist der globale Kapitalismus?

Henrik Müller schreibt in seinem Kommentar zum Wirtschaftsgipfel in Davos, dass die Wirtschaftselite laut einer Umfrage inzwischen erkennt, dass es nicht weitergeht wie bisher. Die Weltwirtschaft steckt demnach in einer Sackgasse. Vier Faktoren spielen zusammen: Wirtschaft, Sicherheit, Umwelt und Demographie.

• Die Weltwirtschaft produziert nicht mehr die gewohnten Wohlstandszuwächse vergangener Jahrzehnte. Deshalb werden die Verteilungskämpfe schärfer – innerhalb von Gesellschaften, zwischen Kulturen und Religionen, zwischen Staaten.

• Die weltweite Sicherheitslage spitzt sich zu, die internationale Sicherheitsarchitektur gerät ins Wanken. 

• Das Weltklima verändert sich spürbar; ein Prozess, bei dem viele auf der Verliererseite enden werden.

• Die Weltbevölkerung wächst weiter und wird immer mobiler. Migrationsströme und die damit verbundenen kulturellen Reibungen nehmen deshalb zu.


Umwelt | Klima, 14.02.2017
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2017 - And the winner is... erschienen.
     
Cover des aktuellen Hefts

Habeck Superstar?

forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2022 mit dem Schwerpunkt: Wirtschaft im Wandel

  • XAAS Everything-as-a-Service
  • Papiertiger mit Potenzial
  • Ausgezeichnete Gesetze
  • Weniger wollen - wie lernt man das?
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
27
AUG
2022
Green World Tour Nachhaltigkeitsmesse Kiel
Die Vielfalt der Nachhaltigkeit auf einer Messe
24103 Kiel
23
SEP
2022
Globaler Klimastreik
Für eine schnellere und umfassende Klimapolitik
weltweit
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

Was unterscheidet Kunst von anderen kulturellen Formen wie Politik und Ökonomie?
Im Rahmen der documenta fordert Christoph Quarch den internationalen Kunstbetrieb auf, sich neu zu definieren
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

greenbox für nachhaltige Kleidersammlung

WiWo plappert ZDF und Foodwatch nach

Menschenrechtliche Sorgfalt:

Planen Sie eine Aufräumkampagne zum Cleanup Day 2022!

Mit Quentic zur ISO-Norm 50001 - Energiemanagement nach ISO 50001 umsetzen

Treffen der Zukunftspioniere beim Frankfurter Zukunftskongress am 11. Oktober 2022

Neuer Rekord: 4538 Bewerbungen für den Zayed-Nachhaltigkeitspreis

Unverpackter Wein erobert die nachhaltige Gastro-Szene

  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • TourCert gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG