Im Einsatz für die grüne Lieferkette

Recycling hilft, den Raubbau an der Natur einzudämmen

Allen Ressourceneffizienz-Strategien zum Trotz – noch immer werden weltweit im großen Stil Rohstoffe zur Produktion aus der Natur entnommen. Mit weitreichenden Folgen für das natürliche Gleichgewicht in den Abbaugebieten: Wälder werden gerodet, Flächen verbraucht und Menschen umgesiedelt. Wie sehr Recycling – und damit jedes einzelne Unternehmen – dazu beitragen kann, die Primärressourcen, das Klima und die Umwelt zu schonen, zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts UMSICHT.

Der Abbau von Rohstoffen schädigt die Umwelt. Durch Wertstoffrecycling werden die Risiken reduziert. Foto: Jochen Nühlen
Doppelt nachhaltig: Effektives Recycling reduziert den Raubbau an der Natur, ersetzt die aufwändige Neubeschaffung von Ressourcen und senkt den damit verbundenen Ausstoß von Treibhausgasen. Diese Kern-Effekte der Kreislaufführung haben die Fraunhofer-Wissenschaftler in ihrer aktuellen Studie „resources SAVED by recycling" ermittelt – untersucht anhand der Recyclingaktivitäten des Umweltdienstleisters ALBA Group. Im Jahr 2015 führte das Unternehmen für seine Kunden aus Industrie und Handel rund 5,5 Millionen Tonnen Wertstoffe effizient im Kreislauf – und schonte dadurch rund 51,8 Millionen Tonnen Primärrohstoffe, die also nicht als Erze, seltene Erden oder auch Abraum der Natur entnommen werden mussten. Gleichzeitig sparte die ALBA Group Treibhausgase in Höhe von 5,9 Millionen Tonnen ein. Dieselbe Menge bindet ein Mischwald von rund 590.000 Hektar Fläche – das entspricht der gesamten Waldfläche Dänemarks.

Metallrecycling stärkt Erhalt der Natur
Im Fokus der Wissenschaftler stand besonders das Recycling von Metallen: „Wer Metalle aus Erzen – also aus der Natur – gewinnt, verbraucht dabei enorme Mengen an natürlichen Ressourcen sowie fossilen Brennstoffen. Umweltauswirkungen entstehen im Über- und Untertagebau, etwa bei Abraumbewegungen und durch den Verbrauch von Flächen", so Dr.-Ing. Markus Hiebel vom Fraunhofer-Institut UMSICHT. Metallrecycling führt hingegen zu beeindruckenden Umwelteffekten: Im Jahr 2015 schonte die ALBA Group allein durch das Recycling von 48.233 Tonnen Messing mehr als 5 Millionen Tonnen Primärressourcen. „Fünf Millionen Tonnen an Gestein, Öl, Kohle und mehr mussten somit nicht der Erde entnommen, bewegt und verarbeitet werden", so der Wissenschaftler. „Das zeigt uns, welches Potenzial noch in der Kreislaufführung steckt."

Verantwortung entlang der Lieferkette übernehmen
Wertstoffrecycling hilft auch, die Umweltrisiken in den Abbaugebieten rund um den Globus zu senken. Beispiel Brasilien: Bei Dammbrüchen in Erzaufbereitungsanlagen sind in der Vergangenheit bereits mehrfach tonnenweise umweltgefährdende Rückstände in Flüsse und in die Natur gelangt. Deshalb übernimmt jedes Unternehmen, das Recycling betreibt oder fördert und sich für eine nachhaltige Rohstoffquelle entscheidet, gleichzeitig Verantwortung entlang der Lieferkette. Das ist gerade in Zeiten des zunehmenden Klimawandels dringend gefordert.

Alle Ergebnisse der Fraunhofer-Studie „resources SAVED by recycling" sind abrufbar unter www.resources-saved.com 


Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2016 - Klima, Krieg und gute Taten erschienen.



     
        
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