82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte
Umwelt | Klima, 11.11.2016

IASS sieht Klimaschutz und Nachhaltigkeitsziele gefährdet

Stellungnahme zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen 2016

In einer gemeinsamen Erklärung bringen Mark Lawrence, Patrizia Nanz und Ortwin Renn, die wissenschaftlichen Direktoren des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam, ihre Sorge zum Ausdruck, dass der Wahlsieg von Donald Trump den weltweiten Klimaschutz und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen gefährdet:
 
„In den kommenden Jahren – während der Amtszeit des nächsten US-Präsidenten – müssen bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und der nachhaltigen Entwicklungsziele entscheidende Weichen gestellt werden. Die USA sind einer der wichtigsten politischen Akteure und einer der größten Emittenten von Treibhausgasen. Der Wahlsieg von Donald Trump und der Hardliner in der Partei der Republikaner lässt uns befürchten, dass die USA Fortschritte bei den Klimaschutzzielen und den Nachhaltigkeitszielen nicht mehr unterstützen, sondern bremsen werden.
 
Klimapolitik und Klimaforschung vor großen Herausforderungen
Dies gilt vor allem für die Klimaschutz- und die Energiepolitik. Die Verabschiedung des Pariser Abkommens 2015 und seine schnelle Ratifizierung in diesem Jahr sind ein großer Erfolg der Weltgemeinschaft. Um die Risiken des Klimawandels tatsächlich zu verringern, bedarf es nun einer umfangreichen internationalen Kooperation. Daran müssen sich insbesondere jene Länder beteiligen, die zu den Hauptverursachern von Treibhausgasen zählen, wie die USA und China. Die USA waren schon oft ein sehr schwieriger Partner bei den Verhandlungen zum Klimaschutz, doch ihre Unterstützung für das Pariser Abkommen hatte die Hoffnung genährt, dass sich das geändert hat. Die Wahlkampagne von Donald Trump – der den Klimawandel als eine Verschwörungstheorie aus China bezeichnete – hat jedoch deutlich gemacht, dass der Klimaschutzpolitik herausfordernde Zeiten bevorstehen. Auch wird erwartet, dass die Klimaforschung in den USA wohl einen substanziellen Rückschlag erleiden wird. Da die USA in den Klimawissenschaften zu den international führenden Nationen gehören, stellt dies einen schweren Rückschritt dar.
 
Die Weltgemeinschaft muss sich daher voraussichtlich ohne die USA vorwärts bewegen, um die Klimarisiken zu begrenzen und saubere, kohlenstofffreie Technologien zu fördern. Denn auch in der Energiepolitik stehen die Zeichen mit einem US-Präsidenten Trump und einem Kongress mit republikanischer Mehrheit auf Rückwärts. Die von ihm angestrebte Politik des weiteren Ausbaus fossiler Energieträger steht im völligen Gegensatz zu der von der Weltgemeinschaft angestrebten Energiewende, die wir aus Gründen einer nachhaltigen Energieversorgung und eines effektiven Klimaschutzes dringend benötigen. Hier müssen wir als Wissenschaftler unsere Argumente und unser Wissen noch stärker in den gesellschaftlichen Dialog einbringen. Denn die Kräfte, die Donald Trump den Wahlerfolg ermöglicht haben, sind auch zunehmend in Europa und Deutschland als Meinungsbildner aktiv.
 
Partizipative Prozesse beleben die Demokratie
Der Brexit ebenso wie der Ausgang der US-Wahlen hat gezeigt, dass sich viele Menschen in diesen Nationen von den politischen Vertretern nicht repräsentiert fühlen – und sich auch nicht von Experten, Medien und Wissenschaftlern verstanden fühlen. Diese Entwicklung müssen wir in der Wissenschaft ernst nehmen. Auch Expertenwissen muss sich stärker als demokratietauglich erweisen. Daher unterstützt und begleitet das IASS partizipative Prozesse – etwa Bürgerbeteiligungsprozesse bei der Energiewende – die einen wesentlichen Beitrag zur Belebung und Legitimation der Demokratie leisten können. Die größte Gefahr für die Transformation zur Nachhaltigkeit ist die Spaltung unserer Gesellschaft. Was wir brauchen, sind Räume des öffentlichen Dialogs – auch und gerade mit denjenigen, die Fakten leugnen.
 
In diesen herausfordernden Zeiten ist Wissenschaft aufgerufen, sich an gemeinwohlorientierten Werten zu orientieren und diese transparent zu machen. Als Forschungsinstitut hat sich das IASS seiner Vision einer gerechten, umweltverträglichen und friedlichen Welt verpflichtet. Das Institut bekennt sich zu jenen Werten, die auch Europa und die Vereinigten Staaten verbinden: Demokratie, Freiheit und der Respekt vor der Würde jedes Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am IASS werden gemeinsam mit Partnern aus der Politik und Zivilgesellschaft verstärkt daran arbeiten, praxisnahe und anschlussfähige Lösungen für eine nachhaltige Gesellschaft zu entwickeln", so die Erklärung im Wortlaut.
 
Das von den Forschungsministerien des Bundes und des Landes Brandenburg geförderte Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) hat das Ziel, Entwicklungspfade für die globale Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft aufzuzeigen. Das IASS folgt einem transdiszipli-nären, dialogorientierten Ansatz zur gemeinsamen Entwicklung des Problemverständnisses und von Lösungsoptionen in Kooperation zwischen den Wissenschaften, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein starkes nationales und internationales Partnernetzwerk unterstützt die Arbeit des Instituts. Zentrale Forschungsthemen sind u.a. die Energiewende, aufkommende Technologien, Klimawandel, Luftqualität, systemische Risiken, Governance und Partizipation sowie Kulturen der Transformation.
 
Kontakt: Eva Söderman, Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
18
SEP
2026
Parking Day 2026 in München
Parkplätze werden zu Orten für Menschen, Natur und nachhaltige Mobilität
München
08
OKT
2026
forumESGready - Fortsetzung unserer beliebten Online-Events ab 8. Oktober
Transformation im Mittelstand: Aktuelle relevante Themen in drei Terminen
Online
23
NOV
2026
European Sustainability Week
Built on Trust. Driven by Insight. Focused on Impact. - Ticketrabatt für forum-Leser*innen
53639 Königswinter
Alle Veranstaltungen...
Transformation für den Mittelstand. In vier Wochen wissen, was zu tun ist.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Pioniere & Visionen

By the dawn's early light
Christoph Quarchs Überlegungen zum 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

LEEF wird fürs Nachhaltigkeitsmanagement ausgezeichnet

Konkrete Gefahren für Betriebe

Nachhaltigkeit beginnt mit gutem Design

Bereits über 70 Veranstaltungen für Munich Climate Week 2026 angekündigt

Bessere Verpackungen, weniger Müll

Regenwald-Konferenz erhält den "Making a Difference" Award 2026 des Jane Goodall Instituts Deutschland

Bundespreis Ecodesign: Ausstellung, 19.-22. September & Vernissage, 18. September 2026, Berlin

Anpacken. Jetzt erst recht!

B.A.U.M. Insights
  • Engagement Global gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • NOW Partners Foundation
  • Zendure DE GmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • 66 seconds for the future
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • SUSTAYNR GmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • WWF Deutschland
  • ZamWirken e.V.
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen