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Ethik als Klammer für nachhaltiges Wirtschaften

Unternehmen als Träger gesellschaftspolitischer Verantwortung – Rolle des verantwortungsbewussten Unternehmers stärken

Wien (OTS) - „Für eine Vielzahl an Unternehmen ist verantwortungsvolles Wirtschaften gelebte Praxis. Gesellschaftliches Engagement und nachhaltiges Wirtschaften bringen die Verantwortung der Wirtschaft gegenüber der Gesellschaft zum Ausdruck", betonte heute, Dienstag, Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, im Rahmen der gemeinsamen Wirtschaftsethik-Veranstaltung mit Diözesanbischof Alois Schwarz sowie Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold. Ethik sei als Klammer für nachhaltiges Wirtschaften zu verstehen, eine Wirtschaftsethik daher als Anwendung ethischer Prinzipien wie Humanität, Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung auf den Bereich wirtschaftlichen Handelns zu verstehen. Diözesanbischof Schwarz betonte insbesondere die Bedeutung der Grundwerte des Christentums für ethisches Management: „Das Christentum bringt sehr viele Wertepositionen ein, die für eine ethische Positionierung wichtig sind. Gleichzeitig hat dieses das Potential zur Stärkung der eigenen Persönlichkeit. Dies ist wichtig, denn es sind Menschen, die die Wirtschaft mit Leben füllen."

Für die Wirtschaftskammer, so Leitl, bedeute ethisches Wirtschaften ein nachhaltiges Wirtschaften, sodass Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Es sei aktuell wichtiger denn je, „klare Sicht" zu haben und Souveränität zu gewinnen. Ethisches Handeln beleuchte aber auch jene Positionen, die sich hinter den Forderungen nach Innovationen, Qualifikationen und Unternehmensgewinnen befinden. Die Abgrenzung zu einer Spekulationswirtschaft liege darin, dass die Wirtschaft dazu beitrage, Mehrwert zu schaffen, betonte Leitl. „Die WKÖ steht für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes. Täglich müssen sich unsere Unternehmen international beweisen, denn 60 Prozent unserer Wirtschaftsleistung beziehen wir aus der Leistungsfähigkeit unserer Unternehmen in der ganzen Welt. Auch deshalb müssen wir uns an ethischen Verhaltensweisen in einer globalen Welt orientieren", unterstrich der WKÖ-Präsident.

In Hinblick auf ethisches Wirtschaften betonte Diözesanbischof Schwarz die Rolle des verantwortungsvollen Unternehmers. Wirtschaft bedeute, Kapital zu schaffen und damit in weiterer Folge Arbeit und Wohlstand. Teilen als karitative Dienstleistung sei aber auch dann nur möglich, wenn es eine Substanz gebe, die man teilen könne. Der Schlüssel zu einer starken Persönlichkeit liege in einer Spiritualität, die das innere Rüstzeug für eine tragfähige Ethik biete, so Schwarz. Und das Christentum biete mit seinem geistlichen Reichtum dafür eine wichtige Orientierung.

Ethik als bezugs- und perspektivenschaffende Größe betonte Univ.Prof. Neuhold in seinem Vortrag. Ethik dürfe nicht als Verhinderung von Wirtschaft gesehen werden, sondern sei ein integraler Bestandteil. Allein das Beachten der Gesetzmäßigkeiten von Wirtschaft bedeute, ethische Aspekte zu beachten. Arbeit etwa müsse aus dem Blickwinkel des aktiven Einbringens in den Wirtschaftsprozess gesehen werden.

Vergeben wurde im Rahmen der heutigen Veranstaltung auch das gemeinsam mit dem vom Kärntner Bischof initiierten Wirtschaftsethik Institut Stift St. Georgen (WEISS) entwickelte Wirtschaftsethik-Zertifikat, das nach einem "integrativen Ethik und CSR-Check" an Unternehmen vergeben wird. Heute ging dieses Zertifikat an die Bundes-Buchhaltungsagentur. (PWK715/us)

Kontakt: Wirtschaftskammer Österreich , Mag. Rupert Haberson | presse@wko.at | http://wko.at/Presse



     
        
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