Lifestyle | Essen & Trinken, 15.12.2013
EU-Projekt SUSMILK
»Grüne Molkerei«
Milch, Quark und Käse gehören zum täglich Brot. Wie sich bei der Produktion solcher Lebensmittel Energie, Wasser und Kohlendioxid-Emissionen einsparen lassen, zeigt das gerade gestartete EU-Projekt SUSMILK. Unter der Leitung von Fraunhofer UMSICHT entwickeln die 21 Projektpartner Komponenten, die durch ihren Einsatz in bestehende Molkerei-Infrastrukturen zur nachhaltigen Verarbeitung von Milch und einer Neugestaltung der Milchindustrie beitragen. Das EU-Projekt SUSMILK wird die kommenden drei Jahre durch das 7. Forschungsrahmenprogramm (FP7) der Europäischen Kommission gefördert.
Bis Milch von der Kuh in die Flasche oder Tüte gelangt, ist ihre Verarbeitung durch eine Vielzahl von Heiz- und Kühlprozessen gekennzeichnet. Obwohl die dazu benötigten Infrastrukturen meist nicht auf aktuelle Nachhaltigkeitsstandards ausgerichtet sind, werden sie in der Lebensmittelindustrie oft bis zu 30 Jahre verwendet. Fraunhofer UMSICHT und die Projektpartner entwickeln in dem EU-Projekt SUSMILK Komponenten zum Einsatz in bestehende Molkerei-Infrastrukturen mit dem Ziel Energie, Wasser und CO2-Emissionen einzusparen.
Technische »Vergrünung« in der Nahrungsmittelproduktion
Anhand von fünf Molkereien unterschiedlicher Größen wird ein Gesamtkonzept einer grünen Molkerei erarbeitet. Dies umfasst die Entwicklung von technischen Komponenten, deren Installation und Prüfung in Partnermolkereien sowie Prozesssimulation und Ökobilanzierung. Angestrebt ist keine Pauschallösung für Molkereien, sondern eine Optimierung einzelner Systeme, individuell angepasst auf die Situation einer Molkerei. Es gibt verschiedene Optimierungsmöglichkeiten: »Um Energie vor Ort einzusparen, wollen wir u. a. Sonnenenergie mit Hochtemperatursolarmodulen zur Dampferzeugung in Kopplung mit Biomasseheizkesseln als thermische Grundlast-Energie (Solarthermie) nutzen. Weiter möchten wir Abwärmeströme der Molkerei zur Kälteerzeugung (Absorptionskühlung) mittels für die Molkerei angepasster und optimierter Systeme einsetzen. Zusätzlich sollen Wärmepumpen zur optimierten Wärmeverteilung in der Molkerei genutzt werden, da diese gleichzeitig eine Hoch- und eine Niedertemperaturseite besitzen«, erklärt Projektkoordinator Dr. Christoph Glasner.
Milchkonzentrat spart Wasser und Energie
Um Wasser und Energie einzusparen, spezialisiert sich Fraunhofer UMSICHT in einem Projektpart auf die energieeffiziente Herstellung von Milchkonzentrat mit verbesserter Qualität. Diese Maßnahme hat das Potenzial Transportenergie zu reduzieren und Tankgrößen in der Molkerei zu verkleinern. Standardisiertes und getrocknetes Konzentrat ist nicht nur für die Herstellung von Produkten wie Käse, Joghurt und Backwaren interessant, sondern ebenso zur Überbrückung von Versorgungsengpässen. In manchen Regionen Europas ist die Versorgung mit Milch teilweise saisonal verschieden. Mit konzentrierter, getrockneter Milch hat man ein lagerfähiges Produkt, das ganzjährig in gleichbleibender Qualität und Menge zur Verfügung steht.
Wiederverwertung von Abwasser und Abfall
Das in Produktion und Anlagenreinigung zwingend anfallende Abwasser ist organisch hoch belastet. Mittels Membrantechnologie wird es aufgereinigt und findet so Wiedereinsatz in geschlossenen Wasserkreisläufen. Zusätzlich ist denkbar, Energie in Form von Biogas oder Bioethanol aus der Abfallverwertung zu gewinnen und innerhalb der Molkerei als Wärme und Strom einzusetzen. Auch besteht die Möglichkeit aus Abfallströmen den universellen Wertstoff Milchsäure zu recyceln.
Förderer
SUSMILK wird die kommenden drei Jahre durch das 7. Forschungsrahmenprogramm (FP7) der Europäischen Kommission gefördert.
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Die Milchindustrie braucht neue Ideen. Das Fraunhofer entwickelt mit Projektpartnern unterschiedliche Komponenten für eine nachhaltigere Verarbeitung. |
Technische »Vergrünung« in der Nahrungsmittelproduktion
Anhand von fünf Molkereien unterschiedlicher Größen wird ein Gesamtkonzept einer grünen Molkerei erarbeitet. Dies umfasst die Entwicklung von technischen Komponenten, deren Installation und Prüfung in Partnermolkereien sowie Prozesssimulation und Ökobilanzierung. Angestrebt ist keine Pauschallösung für Molkereien, sondern eine Optimierung einzelner Systeme, individuell angepasst auf die Situation einer Molkerei. Es gibt verschiedene Optimierungsmöglichkeiten: »Um Energie vor Ort einzusparen, wollen wir u. a. Sonnenenergie mit Hochtemperatursolarmodulen zur Dampferzeugung in Kopplung mit Biomasseheizkesseln als thermische Grundlast-Energie (Solarthermie) nutzen. Weiter möchten wir Abwärmeströme der Molkerei zur Kälteerzeugung (Absorptionskühlung) mittels für die Molkerei angepasster und optimierter Systeme einsetzen. Zusätzlich sollen Wärmepumpen zur optimierten Wärmeverteilung in der Molkerei genutzt werden, da diese gleichzeitig eine Hoch- und eine Niedertemperaturseite besitzen«, erklärt Projektkoordinator Dr. Christoph Glasner.
Milchkonzentrat spart Wasser und Energie
Um Wasser und Energie einzusparen, spezialisiert sich Fraunhofer UMSICHT in einem Projektpart auf die energieeffiziente Herstellung von Milchkonzentrat mit verbesserter Qualität. Diese Maßnahme hat das Potenzial Transportenergie zu reduzieren und Tankgrößen in der Molkerei zu verkleinern. Standardisiertes und getrocknetes Konzentrat ist nicht nur für die Herstellung von Produkten wie Käse, Joghurt und Backwaren interessant, sondern ebenso zur Überbrückung von Versorgungsengpässen. In manchen Regionen Europas ist die Versorgung mit Milch teilweise saisonal verschieden. Mit konzentrierter, getrockneter Milch hat man ein lagerfähiges Produkt, das ganzjährig in gleichbleibender Qualität und Menge zur Verfügung steht.
Wiederverwertung von Abwasser und Abfall
Das in Produktion und Anlagenreinigung zwingend anfallende Abwasser ist organisch hoch belastet. Mittels Membrantechnologie wird es aufgereinigt und findet so Wiedereinsatz in geschlossenen Wasserkreisläufen. Zusätzlich ist denkbar, Energie in Form von Biogas oder Bioethanol aus der Abfallverwertung zu gewinnen und innerhalb der Molkerei als Wärme und Strom einzusetzen. Auch besteht die Möglichkeit aus Abfallströmen den universellen Wertstoff Milchsäure zu recyceln.
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