Globaler Klima-Risiko-Index 2014: Haiti, Philippinen und Pakistan am stärksten betroffen

Index von Germanwatch zeigt: Entwicklungsländer leiden am meisten unter Wetterextremen

Warschau - Überschattet von der Taifun-Katastrophe auf den Philippinen hat Germanwatch zum neunten Mal den jährlichen Globalen Klima-Risiko-Index präsentiert. "Der Index zeigt, dass im Jahr 2012 Haiti, die Philippinen und Pakistan am schwersten durch Wetterkatastrophen betroffen waren", sagt Sönke Kreft, Germanwatch-Teamleiter Internationale Klimapolitik und einer der Autoren der Studie, am Rande der UN-Klimakonferenz in Warschau. "Als der Hurrikan Sandy über New York zog, beherrschte er im Oktober vergangenen Jahres die internationalen Schlagzeilen. Es war allerdings Haiti - das ärmste Land der westlichen Welt - das die größten Verluste zu beklagen hatte."

Der 9. Globale Klima-Risiko-Index von Germanwatch beschreibt die Folgen der weltweiten Klimaveränderungen und insbesondere die Konsequenzen auf Länder wie Haiti, Philippinen und Pakistan.
Foto by pixabay.com
Die Philippinen landeten in dem Risiko-Index für das Jahr 2012 auf Rang zwei. "Dabei wird die furchtbare menschliche Tragödie, die nun der Taifun Haiyan gebracht hat, erst im nächsten Index erfasst. Der aktuelle Klima-Risiko-Index erzählt die Geschichte eines Landes, das immer wieder von Wetterextremen heimgesucht wird", so Kreft. Pakistan, das für das Jahr 2012 an dritter Stelle geführt wird, befand sich zum dritten Mal in Folge unter den drei am meisten betroffenen Ländern. Betrachtet man die vergangenen 20 Jahre insgesamt (1993 - 2012), sind die zehn am stärksten betroffenen Länder allesamt Entwicklungsländer - an der Spitze Honduras, Myanmar und Haiti. Deutschland wird in der langfristigen Auswertung (1993 - 2012) an 32. Stelle geführt, in der für 2012 an 67. von rund 180 betrachteten Staaten.

Die Klimakonferenz in Warschau soll einen Fahrplan zu einem Klimaabkommen 2015 erarbeiten. "Unsere Ergebnisse müssen als Weckruf verstanden werden für eine ambitioniertere internationale Klimapolitik und eine bessere Vorsorge vor klimabedingten Katastrophen", sagt Sönke Kreft. "Das Jahr 2015 markiert einen Meilenstein, denn dann gilt es, sowohl ein neues Klimaabkommen als auch ein internationales Rahmenabkommen für Klimawandelschäden zu beschließen."

Der Index zeigt aber auch deutliche Klimaschäden in Industrienationen. Länder der UN Region Osteuropa, die den Gastgeber der diesjährigen Klimakonferenz stellen - liegen unter den Industrienationen an der Spitze. Kreft: "Die Länder der UN Region Osteuropa liegen bei der Anfälligkeit von Wetterschäden weit vorn. Doch paradoxerweise verfolgen ausgerechnet Länder wie Russland oder Polen oft die schwächste Klimapolitik. Für sie sollte Warschau ein Wendepunkt markieren: weg von der Kohle- und Öl-Abhängigkeit."

Der Globale Klima-Risiko-Index (KRI) von Germanwatch erfasst die Verluste von Menschenleben sowie die direkten ökonomischen Verluste durch Wetterextreme wie Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen etc. Als Datenbasis dient die weltweit anerkannte Datenbank NatCatSERVICE der Münchner Rück unter Hinzunahme weiterer Daten des Internationalen Währungsfonds.

Hier finden Sie eine deutsche Kurzzusammenfassung des Index zum , im Internet (s.u.) den gesamten Index in englisch.

Hintergrundstudie unter http://www.germanwatch.org/de/7659

Quelle: Germanwatch e.V., Stefan Küper
Umwelt | Klima, 15.11.2013
     
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