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Norman Foster: Architektur als Vision einer nachhaltigen Zukunft

Zwei neue Bücher würdigen ein außergewöhnliches Lebenswerk

Mit „Norman Foster. Works" und „Norman Foster. Networks" erscheinen zwei gewichtige Publikationen, die das Werk eines Architekten beleuchten, der die gebaute Umwelt unserer Zeit wie kaum ein anderer geprägt hat. Über mehr als sechs Jahrzehnte hinweg hat Norman Foster eine Architektur entwickelt, die technologische Innovation, gestalterische Klarheit und ökologische Verantwortung in einzigartiger Weise miteinander verbindet.

Bereits 2012 wurde Norman Foster von Rita Süssmuth der Ehrenpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises übergeben. © DNP 2022
Seine Gebäude sind längst Teil unseres kollektiven Bildgedächtnisses geworden: die gläserne Kuppel des Berliner Reichstags, die den demokratischen Raum neu interpretiert; der Apple Park in Cupertino als Sinnbild einer neuen, campusartigen Arbeitswelt; das Millau-Viadukt, das technische Kühnheit mit landschaftlicher Sensibilität vereint. Diese Projekte stehen exemplarisch für ein Werk, das stets mehr sein will als reine Form – nämlich Ausdruck eines Verständnisses von Architektur als gesellschaftliche Aufgabe. 

Zwei Bücher, zwei Perspektiven – ein Gesamtbild
Die beiden Neuerscheinungen nähern sich diesem Werk aus unterschiedlichen, sich ergänzenden Perspektiven. „Norman Foster. Works" zeichnet erstmals eine umfassende Chronik seines Schaffens nach – von den frühen Kooperationen mit Visionären wie Richard Rogers bis hin zu globalen Großprojekten, die Skylines verändert und Standards neu gesetzt haben. Mit detaillierten Projektprofilen, seltenen Skizzen und Fotografien aus Fosters persönlichem Archiv entsteht ein Panorama architektonischer Entwicklung, das die Kontinuitäten ebenso sichtbar macht wie die Innovationssprünge innerhalb seines Œuvres. 

Demgegenüber öffnet „Norman Foster. Networks" einen intimeren Zugang. In persönlich verfassten Essays reflektiert Foster die Ideen, Einflüsse und Verbindungen, die sein Denken geprägt haben. Architektur erscheint hier nicht als isolierte Disziplin, sondern als Schnittstelle von Kunst, Technik, Natur und gesellschaftlicher Erfahrung. Begriffe wie „Roots", „Nature", „Making" oder „Cities" markieren dabei keine Kapitelüberschriften im klassischen Sinne, sondern Denkbewegungen – eine Art intellektuelles Koordinatensystem, das Fosters Arbeit bis heute strukturiert. 

Gemeinsam entfalten beide Bücher ein vielschichtiges Bild: Sie zeigen nicht nur, was Foster gebaut hat, sondern auch, wie er denkt.
Werke von Norman Foster, u.a.: © Das Berliner Reichstagsgebäude, das Millau-Viadukt in Frankreich, The Gherkin in London, das Zayed National Museum in Abu Dhabi.
Architektur als Verantwortung: Nachhaltigkeit als Leitmotiv
Dass Foster zu den prägenden Stimmen nachhaltiger Architektur zählt, ist kein nachträgliches Etikett, sondern seit Jahrzehnten integraler Bestandteil seines Schaffens. Bereits 2012 wurde er dafür mit dem Ehrenpreis des Deutscher Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet – als „Vorreiter nachhaltiger Architektur und Baukunst". 

Seine Projekte zeigen eindrucksvoll, wie sich ökologische Prinzipien in konkrete Baupraxis übersetzen lassen. Der Commerzbank Tower in Frankfurt gilt als eines der ersten Hochhäuser weltweit, das ein ganzheitliches ökologisches Konzept verfolgte – mit natürlicher Belüftung, innovativer Fassadentechnologie und einem konsequent reduzierten Energiebedarf. Der Umbau des Berliner Reichstags wiederum setzte Maßstäbe für energieeffizientes Bauen im Bestand und wurde zugleich zu einem Symbol für Transparenz und demokratische Erneuerung. 

Mit Projekten wie Masdar City in Abu Dhabi ging Foster noch einen Schritt weiter: Hier entwarf er die Vision einer nahezu emissionsfreien Stadt, die auf erneuerbaren Energien, intelligenten Mobilitätslösungen und klimatisch angepasster Architektur basiert. Auch wenn solche Projekte in ihrer Umsetzung komplex und langfristig sind, zeigen sie doch, wie früh Foster zentrale Fragen unserer Zeit antizipiert hat – von Ressourcenknappheit bis Urbanisierung. 

Sein Ansatz lässt sich dabei in einer einfachen, aber wirkungsvollen Formel zusammenfassen: mehr mit weniger erreichen. Effizienz wird nicht als Einschränkung verstanden, sondern als kreative Herausforderung.

Technologie, Ästhetik und Humanismus
Norman Foster
Works

Norman Foster, Philip Jodidio

Hardcover, 298 Seiten

€ 80
ISBN 978-3-7544-0584-0
taschen.com


Norman Foster Networks

Norman Foster, Philip Jodidio

Hardcover, 368 Seiten
€ 80
ISBN 978-3-7544-0682-3
taschen.com
Was Fosters Werk bis heute besonders macht, ist die Balance zwischen technologischem Fortschritt und menschlicher Dimension. Seine frühen Entwürfe waren stark vom High-Tech-Stil geprägt, doch im Laufe der Zeit entwickelte er eine zugänglichere, zugleich präzise Modernität, die Funktionalität, Beständigkeit und Anmut miteinander verbindet. 

Diese Haltung zeigt sich nicht nur in ikonischen Großprojekten, sondern auch in kleineren, oft weniger sichtbaren Initiativen. So engagierte sich Foster gemeinsam mit Partnern für den Bau nachhaltiger Schulgebäude in Entwicklungsländern, um Bildungsbedingungen konkret zu verbessern. Architektur wird hier zum Instrument gesellschaftlicher Verantwortung – weit über repräsentative Bauwerke hinaus. 

Gerade in einer Zeit, in der Städte vor enormen ökologischen und sozialen Herausforderungen stehen, wirkt Fosters Werk deshalb aktueller denn je. Es verbindet Vision mit Umsetzbarkeit – und zeigt, dass gute Architektur immer auch eine Frage der Haltung ist.
 
Ein Vermächtnis für die Zukunft
Mit „Works" und „Networks" liegt nun mehr als eine klassische Werkschau vor. Die Bücher sind zugleich Dokumentation, Reflexion und Einladung: Sie machen sichtbar, wie Architektur aus Ideen entsteht – und wie sie im besten Fall Gesellschaft mitgestalten kann. Sie erzählen von einem Architekten, der nie aufgehört hat zu fragen, zu experimentieren und weiterzudenken. Und sie zeigen, dass die großen Fragen unserer Zeit – wie wir bauen, wie wir leben, wie wir Ressourcen nutzen – untrennbar miteinander verbunden sind.

Über Norman Foster
Norman Foster, Lord Foster of Thames Bank, gehört zu den einflussreichsten Architekten der Gegenwart. Mit seinem Büro Foster + Partners realisierte er weltweit Projekte, die durch Innovationskraft, gestalterische Präzision und ein tiefes Verständnis für Nachhaltigkeit geprägt sind. Seine Arbeit steht für eine Architektur, die sich nicht nur an der Gegenwart orientiert, sondern aktiv an der Zukunft baut. 


     
        
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