82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte
Technik | Energie, 13.03.2026

Über 440 Bürgerenergie-Akteure warnen vor Angriff auf die dezentrale Energiewende

Appell an Wirtschaftsministerin Reiche

Mehr als 440 Organisationen aus der Bürgerenergie und der dezentralen Energiewende haben heute einen gemeinsamen Appell zum geplanten „Netzpaket" an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche übergeben. Sie warnen vor gravierenden Folgen für die Energiewende und wachsender Unsicherheit für Investitionen in erneuerbare Energien.

© SFV, DGS, BBEnMit dem übergebenen Appell sowie einem offenen Brief fordern die Unterzeichnenden die Bundesregierung auf, den Entwurf des Netzpakets grundlegend zu überarbeiten und gemeinsam mit den Akteuren der Energiewende Lösungen für einen netzdienlichen Ausbau erneuerbarer Energien zu entwickeln.

Zu den Unterzeichnenden zählen Energiegenossenschaften, Bürgerinitiativen, Unternehmen aus der EE-Branche, Vereine sowie Verbände mit teils mehreren tausend Mitgliedern. Nach Ansicht der Unterzeichnenden drohen zentrale Grundprinzipien der Energiewende geschwächt zu werden – insbesondere der verlässliche Netzanschluss und der Einspeisevorrang für erneuerbare Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dadurch werde die Planungs- und Finanzierungssicherheit für Millionen von Bürgerinnen und Bürgern gefährdet, die in die Energiewende investieren wollen.

„Das Netzpaket würde die Energiewende und damit auch einen großen, zukunftsträchtigen Wirtschaftssektor brutal abwürgen", sagt Frank Späte, Präsident der DGS.

Bürgerenergie-Genossenschaften, kommunale Initiativen und regionale Unternehmen gehören zu den zentralen Treibern des Ausbaus erneuerbarer Energien und sorgen für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende.

„Solarstrom aus Bürgerenergieanlagen ist hier nicht die Bremse – die Flexibilisierung unseres Stromsystems wurde verschlafen! Wir brauchen Tempo bei Speichern, Netzausbau und Digitalisierung, nicht neue Hindernisse für erneuerbare Energien", sagt Susanne Jung, Geschäftsführerin des SFV.

Weitere Unsicherheit entsteht aus Sicht der Verbände durch aktuelle energiepolitische Diskussionen, darunter ein bekannt gewordener Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

„Wenn gleichzeitig neue Hürden für Bürgerenergie entstehen und zentrale Regeln der Energiewende wieder infrage gestellt werden, verlieren viele Akteure das Vertrauen in stabile Rahmenbedingungen. Genau dieses Vertrauen brauchen wir aber, damit weiter in erneuerbare Energien investiert wird und Versorgungssicherheit hergestellt werden kann", erklärt Harald Uphoff, Vorstand BBEn.

Initiiert wurde der Appell von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS), dem Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV) und dem Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn).

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Über das BBEn
Das Bündnis Bürgerenergie ist die politische Stimme der Bürgerenergie in Deutschland. Wir setzen uns entschlossen für eine demokratische, dezentrale und gemeinwohlorientierte Energiewende ein. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern entwickeln wir klare politische Forderungen und bringen sie wirksam in Gesetzgebungsverfahren ein. Im Dialog mit Politik und Öffentlichkeit setzen wir uns für faire Rahmenbedingungen ein und stärken so Teilhabe, regionale Wertschöpfung und eine unabhängige Energieversorgung.

Über die DGS
Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) e.V. wurde 1975 gegründet und hat rund 3.500 Mitglieder. Sie ist die deutsche Sektion der International Solar Energy Society (ISES). Die DGS setzt sich für 100 Prozent erneuerbare Energien und die Steigerung der Energieeffizienz ein und versteht sich als Mittlerin zwischen Wissenschaft, Ingenieur:innen, Handwerk, Anwender:innen und weiteren Akteur:innen der Transformation.

Über den SFV
Der SFV setzt sich seit 1986 für die Solarenergie und den Klimaschutz ein - politisch und beratend. Aktuell läuft die 2. Verfassungsbeschwerde, die der SFV mit dem BUND und anderen Organisationen 2024 gegen die Abschwächung des Klimaschutzgesetzes und die unzureichenden Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung eingereicht hat.

Kontakt: Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V., Stefanie Könen | stefanie.koenen@sfv.de | www.sfv.de



     
        
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