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Schlag ins Gesicht der Öko-Bauern

Umweltmaßnahmen in der ökologischen Landwirtschaft werden nicht weiter gefördert

Einen dreifachen Salto rückwärts hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber beim Klimaschutz in der Landwirtschaft vollzogen. Unter dem Deckmantel Bürokratieabbau gab ihr Ministerium gestern per Pressemitteilung bekannt, dass die erst vor zwei Jahren neu geschaffene, progressive und äußerst wirksame KULAP-Maßnahme zum Humuserhalt ab 2025 bereits wieder abgeschafft wird. „Bürokratieabbau ist wichtig, aber mit diesem Argument klimawirksame Maßnahmen einzukassieren, weil sie zu erfolgreich sind, ist scheinheilig", so Thomas Lang, erster Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ). 
 
Humusaufbau: Aktiver Klimaschutz im Ökolandbau © LVÖ BayernErst vor wenigen Tagen hat die Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik" der Deutschen Bischofskonferenz unter anderem zur besseren Honorierung von Bodenschutzmaßnahmen aufgerufen. Andere Bundesländer haben Interesse, die Vorzeigemaßnahme aus Bayern zu kopieren, denn Humuserhalt bedeutet Kohlenstoffspeicherung und ist damit höchst wirksam für den Klimaschutz.

Thomas Lang: „Wir rufen das Ministerium dazu auf, die KULAP-Maßnahme zum Humuserhalt auch 2025 wieder voll zu installieren. Diese Maßnahme war wichtig, ist wichtig und bleibt wichtig. Viele Bäuerinnen und Bauern nutzen diese Förderung, handeln zukunftsorientiert und bestellen ihre Felder mit kohlenstoffspeicherndem Kleegras. Sollte nun im Herbst, trotz gegenteiliger Aussagen des Ministeriums im Vorfeld, die Maßnahme eingestellt werden, wäre das ein Schlag ins Gesicht insbesondere der Öko-Bauern und Öko-Bäuerinnen, die zukünftig diese Maßnahme hätten beantragen wollen. Hier würde viel Vertrauen verspielt."

Ökolandbau ja oder nein?
Die Maßnahme K33 „Vielfältige Fruchtfolge zum Humuserhalt" wird vorwiegend von Bio-Betrieben genutzt. Sie tragen durch den Anbau von Kleegras aktiv zum Klimaschutz bei. Gerade erst hatte sich Ministerin Kaniber bei einer Veranstaltung für mehr Ökolandbau in Bayern ausgesprochen, ausdrücklich auch aus Gründen des Klimaschutzes. Lang zeigt sich irritiert: „Sich einerseits für den Ausbau des Ökolandbaus auszusprechen und gleichzeitig eine zentrale Förderung für eben diese Betriebe zukünftig zu streichen, passt nicht zusammen. Biobauern leisten wichtigen Klimaschutz im Interesse der gesamten Gesellschaft. Die Maßnahme könnte weiterentwickelt werden, doch stattdessen wird an der falschen Stelle gespart."
 
Die Maßnahme K33
Seit der KULAP-Antragstellung 2023 können Landwirtinnen und Landwirte in Bayern die Maßnahme K33 „Vielfältige Fruchtfolge zum Humuserhalt" beantragen. Die Maßnahme baut auf die Öko-Regelung 2 der EU-Agrarförderung auf, die mit dem Anbau vielfältiger Kulturen das Ziel verfolgt, die Agro-Biodiversität auf den Äckern zu steigern.

Die Maßnahme K33 im bayerischen KULAP fördert darüber hinaus den Humusaufbau. Hier verpflichten sich die Betriebe, maximal 20 Prozent der Ackerfläche mit stark zehrenden Kulturen (Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben) zu bestellen und mindestens 40 Prozent mit sogenannten „Mehrern" (besonders Kleegras). Die Maßnahme ist vor allem für Bio-Betriebe interessant und wurde von diesen sehr gut angenommen.

Kontakt: Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V., Heidi Kelbetz | heidi.kelbetz@lvoe.de | www.lvoe.de



     
        
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