Wissenschaftler fordern Regierenden Bürgermeister Michael Müller in der Weltöffentlichkeit auf, den Volksentscheid Fahrrad zu unterstützen.

Das Gesetz sorge für eine CO2-Reduktion von 0,3 Tonnen pro Einwohner und Jahr und leiste den entscheidenden Anteil, den CO2-Ausstoß im Verkehr kurz- bis mittelfristig um 40 Prozent zu reduzieren.

Forscher aus den Bereichen Klima, Mobilität und nachhaltige Stadtentwicklung kritisieren den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller. Als Co-Präsident von „Metropolis", des weltweiten Netzwerks von Millionen-Metropolen, blieben seine Taten hinter seinen wohlklingenden Worten zurück. Die Wissenschaftler fordern Müller auf, noch 2016 das Berliner Radverkehrsgesetz zu beschließen. Das Gesetz sorge für eine CO2-Reduktion von 0,3 Tonnen pro Einwohner und Jahr und leiste den entscheidenden Anteil, den CO2-Ausstoß im Verkehr kurz- bis mittelfristig um 40 Prozent zu reduzieren. Das sei ein schneller und günstiger Klimaschutzbeitrag und weltweit das wichtige Zeichen: Auf die UN-Klimaziele von Paris würden konkrete Schritte folgen.

Am Mittwoch, den 1. Juni 2016, eröffnet der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, das „German Habitat Forum" in Berlin. Als Gastgeber und auch als Co-Präsident des Metropolis-Netzwerks internationaler Millionenstädte verweist er auf Berlin als Vorbild in Sachen nachhaltiger Stadtentwicklung und Partizipation.

Tatsächlich hat Müller erst jüngst das Abstimmungsgesetz zu Lasten von Bürgerbeteiligung und Volksentscheiden verschärft. Sein Senat beauftragt PR-Agenturen gegen den Volksentscheid Fahrrad. Er treibt den Weiterbau von Autobahnen voran, die aus Klima- und Umweltschutzgründen nie in Betrieb gehen dürften.

„Als Wissenschaftler können wir nicht länger dabei zusehen, dass die Politik ihrer Verantwortung nicht nachkommt. Der Regierende Bürgermeister von Berlin ist so ein Beispiel", so Prof. Dr. Stephan Rammler, Institute for Transportation Design, Hochschule Braunschweig und Initiator dieser Erklärung. „Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen vor Ort Farbe bekennen und Taten folgen lassen, statt auf globalen Konferenzen nur weitere vage Absichtserklärungen zu formulieren".
Führende Wissenschaftler aus den Bereichen Klimaschutz, Mobilität und nachhaltige Stadtentwicklung fordern in einer gemeinsamen Erklärung Michael Müller auf, das Berliner Radverkehrsgesetz (RadG) der Initiative Volksentscheid Fahrrad unmittelbar in Kraft zu setzen. Der kurz- bis mittelfristigen Klimaschutzbeitrag einer vollständigen Umsetzung des RadG wird auf 0,3 Tonnen CO2 pro Einwohner und Jahr geschätzt. Alternativen wären umfangreiche Gebäudesanierungen oder ein massiver Ausbau des ÖPNV. Beides wäre deutlich teurer und würde viel länger dauern als die Umsetzung des RadG. Die Weichenstellung für die Erreichung der Ziele des Berliner Energiewendegesetzes müssen jetzt gestellt werden, sonst wird auch 2030 wieder eine massive Zielverfehlung festzustellen sein.

„Berlin würde es mit dem Radverkehrsgesetz schaffen, Vorbild für viele andere Metropolen zu werden", so der Umweltwissenschaftler Dr. Hermann Ott. „Der massive Ausbau des Radverkehrs ist der schnellste, günstigste und wirksamste Beitrag zum Klimaschutz, den eine Stadt leisten kann".
Über 60 Wissenschaftler haben die Erklärung unterschrieben. Seit Jahren beobachten sie die Diskrepanz zwischen den wissenschaftlichen und politischen Diskussionen auf internationaler Ebene und dem Umsetzungsdefizit auf kommunaler Ebene. Beim anstehenden German Habitat Forum kann Müller mit konkreten Taten vor Ort zum internationalen Vorbild werden. „Die Berliner haben es ihrem Bürgermeister leicht gemacht und ein entscheidungsreifes Gesetz vorlegt. Wissenschaftlich gesehen gibt es keine Gründe, die Umsetzung aufzuschieben. Sonst wird man als Gastgeber des German Habitat Forum für nachhaltige Stadtentwicklung unglaubwürdig", so Prof. Dr. Stephan Rammler.

 

Lesen Sie dazu auch in der neuen Ausgabe von forum Nachaltig Wirtschaften den Schwerpunkt Zukunft gestalten. So leben wir 2030..

„Wir freuen uns, dass wir Rückhalt für unsere Arbeit von wissenschaftlicher Seite erhalten und die Doppelzüngigkeit unseres Regierenden Bürgermeisters zum Thema gemacht wird", sagt Heinrich Strößenreuther, Mitinitiator des Volksentscheids Fahrrad und früherer Vorsitzender der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung e.V..
 
Weiterführende Quellen und Links:

 

Kontakt: Team Volksentscheid Fahrrad, Heinrich Strößenreuther | presse@volksentscheid-fahrrad.de | www.volksentscheid-fahrrad.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MAI
2026
Bayerischer Batteriekongress 2026
Einblicke, Strategien, Innovationen
81671 München
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Dieser Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Gesundheit & Wellness

Krankheit und Gesundheit
Christoph Quarch empfiehlt die Stärkung der Resilienz als Weg zur Reduzierung der Krankenstände
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Virgin Islands Climate Change Trust Fund launched at Global Sustainable Islands Summit in Gran Canaria, marking new era in climate finance innovation for islands

Kreislaufwirtschaft am Bau & Energie für die Zukunft

Gastfreundschaftslektionen aus Südtirol

Städte weltweit fordern eine Beschleunigung des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien

Koalition von Ländern treibt beschleunigte Abkehr von fossilen Energien während Energiekrise voran

Deutsche Umwelthilfe widerlegt Mythos angeblich hoher Systemkosten Erneuerbarer Energien

Die Energiewende ist kein Kostenblock – sie ist ein Gewinnmodell für die Regionen

Aufbruch in Santa Marta

  • 66 seconds for the future
  • SUSTAYNR GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • WWF Deutschland
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Engagement Global gGmbH
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • circulee GmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • ZamWirken e.V.
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • NOW Partners Foundation
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • TÜV SÜD Akademie