Sex Sells

Eine Rezension und Inspiration der etwas anderen Art von unserer Kolumnistin Dagmar Walser

Geben Sie es doch ruhig zu, Sie waren auch one of a million, stimmt’s? Und das am ersten Kinowochenende. Ich auch! Nein? Na dann erzähle ich Ihnen den Inhalt von "Fifty Shades of Grey", zweiter Teil. Falls meine dunkelgrau gewordenen  Gehirnzellen das nach diesem cineastischen Leinwandflimmern noch zulassen. Es geht nicht um Schlagfertigkeit, es geht um Schlagkräftigkeit.

Mehr Inhalt ist nicht, der Rest lag im Schatten. Oder sehen Sie das anders?

Foto: Paramount PicturesAch ja? Dann waren Sie das, die neben mir saßen und mir vor Begeisterung über den Eifer des Gefechtes nichts von Ihrem Popcorn anboten? Verstehe… Ok, dann mal ehrlich, wir sind ja unter uns: wie steht es denn so um Ihre Grund-Ausstattung für Ihre privaten Schattenspiele? Kurbeln Sie noch oder knoten Sie schon? Oder sind Sie das etwa, die für ausverkaufte Kabelbinder in den Baumärkten sorgen? Sie können es ruhig sagen, ich brauche gerade keine, weder für einen Lover noch für etwas anderes im Haushalt.

Wenn Sie nach diesem Kinohighlight des Jahres nun einen erotischen Großeinkauf vorhaben, ein Vorschlag zur Güte – bitte in der öko-bio-dynamischen Ausführung, was auf Kabelbinder bezogen zum Beispiel polyamid-frei bedeutet. Wie, die gibt es nicht, und die mit Polyamid gehen nicht, weil Sie allergisch reagieren? Woher wissen Sie das denn schon??? Zum Glück gibt es auch für erotische Bindemittel eine nachhaltige Alternativ-Lösung: die Groß-Packung Öko-Klebeband, z.B. von Logo tape zum Schnäppchenpreis. Hat ja nicht jeder einen SM-Lover, der einem mal eben einen 24.000 Dollar Scheck aufnötigt, bevor er einen vermöbelt. Apropos Möbel – falls Sie nach Ihrem schattigen Vergnügen ein neues Bett brauchen, das zukünftig auch etwas aushält, schauen Sie z.B. mal bei hessnatur vorbei.

Wollen Sie sich lieber nicht bei Baumärkten und Co. outen, sind die kundigen VerkäuferInnen in einschlägigen – das Wort bekommt eine neue Bedeutung, merken Sie es? – Shops behilflich, fragen Sie ungeniert nach veganen Fussfesseln und nickelfreien Handschellen. Und sollten Sie an einem Buchladen vorbeikommen, tun Sie so, als seien Sie auf den Weltmeeren zuhause statt in Darkrooms und holen sich „Knoten binden für Kinder. Tolle Ideen mit Seilen und Schnüren."  vom Compact Verlag, dann haben Ihre Kleinen auch noch etwas von Ihrer Schattenseite. 

Das ist Ihnen peinlich, Sie bestellen lieber anonym? So nach dem Motto, wenn der Postmann 2x klingelt? Na das ist aber wirklich sehr unökologisch, ich sage nur CO2-Fußabdruck. Ach so, verstehe, Sie hängen gerade in besagten Seilen und haben andere Dinge im Kopf als Ihren Fußabdruck. Klar, habe ich vollstes Verständnis dafür. Verständnis mögen Sie nicht, sondern Widerspruch? Mann, Mann, Mann... dann häkeln Sie sich Ihre Fußabdruckfesseln doch einfach selbst! Aus bio-dynamischer Wolle, noch besser aus Hanf. Und lassen Sie mir bitte etwas übrig, nach diesen 118 Minuten Kintopp reicht die Zigarette danach nicht mehr aus.

Sollten Sie für die vermeintliche Optimierung Ihres Liebeslebens noch keine Sextoys besitzen – es gibt entsprechende Exemplare in der Öko-Variante Holz. Einheimisch und unbehandelt natürlich, z.B. bei OEKO-TOYS. Andere Modelle gibt es statt mit bösen Batterien mit guter Kurbel zum Selbstkurbeln, wenn Sie sich bitte mal dieses Video anschauen möchten.

Mir vergeht ja eher die Lust, wenn das in Arbeit ausartet, da bekomme ich eher Schnappatmung, allerdings aus anderen Gründen als Miss Dakota in diesem Hollywood-Streifen. Wenn es Ihnen auch so geht, dann googeln Sie doch bitte die batterie- und kurbelfreie Alternative selbst: das solarbetriebene Modell!

Sollten Sie auf den Postmann verzichten, lieber selbst auf Shoppingtour gewesen sein und ordentlich zugeschlagen (!) haben und nun mit ihrer Jute-statt-Plastik-Tüte voller bio-dynamischer Sex-Utensilien nach Hause kommen, haben Sie hoffentlich auch daran gedacht: Sie müssen erst etwas anziehen, bevor Sie sich wieder ausziehen!

Lassen wir mal die Fair Trade Couture beiseite und konzentrieren uns gleich auf das Wesentliche – ich weiß nicht, ob die 50-Schatten-Kostümfrau die Underwear von Miss Dakota unter dem ökologisch-nachhaltigen Aspekt ausgesucht hat. Sollten Sie sich für Ihre Shadow-Spielereien entsprechend stylen wollen, werden Sie z.B. bei Eco-Boudoir, Enamore oder Luva Huva fündig. Zugegeben, für Frauen ist die Dessous-Auswahl aus Bambus, Seide oder Soja etwas größer, und ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, ob ich einen Mann in einer Soja–Boxershort besonders prickelnd finde. Aber bitte, die Geschmäcker sind ja verschieden.

Last and least – wollen Sie noch ordentlich auf Touren kommen, bevor Sie kurbeln und knoten, dann könnte Sie Ihre Erinnerung an die Kampagne „fuck for forest", Pornos gegen die Abholzung des Regenwaldes bzw. für die Wiederaufforstung des selbigen in Costa Rica und Ecuador, vielleicht inspirieren. Wenn Sie beim Sex hingegen gerne lachen, dann sind die Green Pornos von Isabella Rosselini, die Sie produzierte, nachdem David Lynch sie verlassen hatte, geeigneter.

Ok, und bevor es dann so richtig zur Sache geht – was es im Film übrigens nicht tut, FSK 16 erlaubt nur eine Softpornovariante – geht natürlich nichts ohne das für das Vergnügen unerlässliche Produkt aus dem Kautschukbaum, genannt Kondom. Gibt es ebenfalls in der Öko-Latex-Variante, z.B. in cooler Chips-Verpackung und mit Augenzwinkern, von einhorn.

Sollten Sie nun die erste Million verpasst haben und sich den Film, wie hieß er noch gleich, auch ansehen wollen, rate ich dringend zu etwas Hochprozentigem, etwa von BioWeinReich – vorher, währenddessen und nachher! 

Und dann wünsche ich Ihnen von Herzen einen Filmriss, einen nachhaltigen!
Und bei allem anderen viel Spaß!

SG, sustainable greetings 

Dagmar Walser 


 
Lifestyle | LOHAS & Ethischer Konsum, 07.03.2017

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