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Weltwissen unter Beschuss

Wikipedia im Visier von Vandalen, Unternehmen und Geheimdiensten

Wer etwas wissen will, schaut meist bei Wikipedia nach. In der Tat ist die Online-Enzyklopädie in den mehr als 20 Jahren ihres Bestehens enorm angewachsen – kaum etwas, das dort nicht verzeichnet wäre. Dabei zählt sie als Musterbeispiel für gelungene demokratische Social Media-Projekte und für die Weisheit der Massen, sprich die Schwarmintelligenz. Doch wo es um Wissen geht, stehen oft Interessen dahinter. Und dies wird für Wikipedia zunehmend zu einem Problem.
 
© Wikipedia / AngelusDie deutschsprachige Wikipedia verfügt derzeit über rund 2,2 Millionen Artikel, die pro Monat von rund 100 Millionen Endgeräten knapp eine Milliarde Mal aufgerufen werden. Damit zählt die Wikipedia hierzulande zu den sieben meistbesuchten Websites und ist bei vielen Internetrecherchen eines der ersten Suchergebnisse. Das größte Lexikon der Welt ist längst zu einem Wissensmonopolisten geworden. Und wer möchte sie schon missen: die schnell verfügbaren, übersichtlichen Einträge des Online-Lexikons? Insbesondere naturwissenschaftliche Wikipedia-Artikel sind oft exzellent und stellen Sachverhalte teilweise besser dar als Lehrbücher. Wikipedia ist nicht nur Sinnbild für eine Demokratisierung des Wissens, wie es sie in der Geschichte noch nie gegeben hat, sondern auch für den sich lebenslang bildenden Menschen. Nie war es so einfach, aufkommende Wissensfragen schnell zu schließen.

Leider haben sich jedoch bei der Enzyklopädie seit der Gründung 2001 auch problematische Phänomene entwickelt. Dazu zählen Manipulationen aus PR-Gründen und für politische Zwecke. Insbesondere Einträge zu geopolitischen, gesellschaftspolitischen, aber auch medizinischen Themen sind häufig das Ergebnis von gezielten Manipulationen durch Interessengruppen. Zusätzlich gären oft interne Konflikte, die sogenannten „Edit Wars", Editierungskriege, die oft mit Diffamierungen einhergehen. Der Journalist Stefan Mey schreibt: „Nutzer sperren sich gegenseitig und verfolgen fieberhaft die Edits (Veröffentlichungen) des anderen, um sie wieder rückgängig zu machen. Es wird gemobbt, frauenfeindlich, rassistisch, antisemitisch oder homophob gepöbelt und sogar mit physischer Gewalt gedroht." Im „Schwarzbuch Wikipedia" gehen 25 Autoren auf diese Missstände in der Online-Enzyklopädie ausführlich ein.

Mobbing und Diffamierung
Wikipedia ist zum öffentlichen Konfliktfeld geworden, das räumen auch Befürworter ein. Die Betreiberin der weltweiten Online-Enyklopädie selbst, die Wikimedia Foundation, ermittelte im „Harassment Survey 2015" in einer nicht repräsentativen Umfrage, dass 38 Prozent der Teilnehmer „Belästigungen" erfahren haben.

Die Wikimedia Foundation verfügt über jährliche Spenden-Einnahmen von rund 90 Millionen Dollar. Zu den größten Spendern zählen diverse US-Konzerne wie etwa Google sowie einflussreiche Stiftungen. 2017 gab die Stiftung bekannt: „Die Wikimedia Foundation erhält 500.000 Dollar von der Craig Newmark Foundation und dem Craigslist Charitable Fund, um eine gesunde und integrative Wikimedia-Gemeinschaft zu unterstützen (...). Der Zuschuss unterstützt die Entwicklung fortschrittlicherer Tools für Freiwillige und Mitarbeiter, um belästigendes Verhalten auf Wikipedia zu reduzieren und Belästiger von der Seite fernzuhalten." Doch Verbesserungen sind seitdem nicht erkennbar, konstatiert Andreas Mäckler, Herausgeber des „Schwarzbuchs Wikipedia". Viele öffentliche Personen, Publizisten und Forscher machen die Erfahrung, dass auf Wikipedia nicht ausgewogen über sie berichtet wird. Oft fühlen sie sich diffamiert. Das Problem: Aufgrund der hierarchischen Struktur und der Anonymität bei Wikipedia können von Diffamierung Betroffene im Allgemeinen weder darauf reagieren, noch deren Urheber belangen.
 
„Was mit der Wikipedia geschieht, ist ein Skandal. Ich habe früher mitgeschrieben und kann die Diktatur der Admins bestätigen. Es geht nicht um Argumente, sondern um Macht." 
Ein ehemaliger Wikipedianer 

2019 entschied das Landgericht Hamburg im Präzedenzfall „Feliks" erstmals, dass die Identität eines denunziativ agierenden Wikipedia-Autors von öffentlichem Interesse ist. Der Wikipedia-Autor „Feliks" – ein ehemaliges Auslandsmitglied der israelischen Armee mit Spezialabzeichen der US-Armee und weiterer Streitkräfte – wurde in der Folge von mehreren Betroffenen rechtlich belangt.
 
Fehler über Fehler
Der Teufel sitzt im Detail, mahnt ein altes Lektorensprichwort – und diesbezüglich gibt es in der Online-Enzyklopädie enormen Handlungsbedarf. So wundert es nicht, dass die meisten Texte in der Wikipedia Fehler unterschiedlichster Art enthalten. Rechtschreibfehler sind hier noch das harmlosere Phänomen. Die Korrektur all dieser Fehler setzt hohen Arbeits- und Kostenaufwand voraus – und vor allem profunde Sachkenntnis.

Eine 17-jährige Schülerin belegte 2018 bei „Jugend forscht" einen ersten Platz. Sie hatte das Onlinelexikon getestet und ihr Vorgehen dokumentiert. In einem Interview mit der „Braunschweiger Zeitung" vom März 2018 erzählt sie: „Ich hab früher viel auf Wikipedia nachgelesen und es bei Mitschülern in Referaten oft als Quelle gesehen. Da hab ich mich gefragt, wie glaubwürdig und vertrauensvoll es ist, schließlich kann dort jeder etwas verändern und veröffentlichen." Drei Forschungsfragen hatten die Schülerin geleitet: „Inwiefern hält Wikipedia eigene Relevanzkriterien ein – zum Beispiel, ob das Thema zeitüberdauernd von Bedeutung ist? Wie gut sind die Artikel belegt? Wie gut werden sie überprüft?" Anschließend verfasste beziehungsweise bearbeitete sie 13 Artikel und baute insgesamt 25 Fehler ein. Davon wurden nur drei entdeckt, zwei noch während des Experiments, einer danach. Ihr Fazit: „Wikipedia ist keine glaubwürdige Quelle."
 
Die Wiki-Analyse-Werkzeuge
Verschiedene Online-Werkzeuge ermöglichen eine professionelle Analyse von Wikipedia-Beiträgen und ihren Autoren. Zu den wichtigsten Werkzeugen zählen hierbei:
  • WikiWho: Diese am Karlsruher Institut für Technologie und dem Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften entwickelte Browser-Erweiterung ermöglicht es, Artikel-Autoren sowie kürzlich hinzugefügte und besonders umstrittene Textstellen farblich hervorzuheben.
  • X-Tools: Die X-Tools sind eine von langjährigen Wikipedianern erstellte Sammlung an Analyse- und Statistikwerkzeugen, mit denen sich Benutzerbeiträge, Seitenhistorien und viele weitere Aspekte untersuchen und grafisch darstellen lassen.
  • Wikibu: Wikibu ist ein an der Pädagogischen Hochschule Bern entwickeltes Werkzeug, das die Qualität von Wikipedia-Artikeln anhand formaler Kriterien wie der Anzahl der Autoren, Verweise und Quellen bewertet und zusätzlich auf mögliche Qualitätsrisiken hinweist.
  • Der „searchCrystal" zeigt, welche Themen in Wikipedia inhaltlich am meisten umkämpft und daher für einseitige Darstellungen anfällig sind. Diese Themen finden sich auch zum Teil auf der Liste der meistbeobachteten Artikel in Wikipedia wieder, wie z.B. der Artikel „Scientology".
  • Die Arbeitsstelle Wiki-Watch im Studien- und Forschungsschwerpunkt „Medienrecht" der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) betreibt die Seite Wiki-Watch, die der Überprüfung von Wikipedia-Inhalten dienen soll. Dabei werden vorrangig die Quellen eines Artikels für dessen Bewertung herangezogen. Je nachdem, ob ein solcher viele oder wenige Quellen anführt, kommt es zu einer Auf- oder Abwertung.
Für den professionellen Umgang mit Wikipedia empfiehlt sich zudem das Studium der öffentlich einsehbaren Diskussionsseiten und Versionsverläufe der fraglichen Artikel.
 
Ein weiteres Beispiel: Der von der Wikipedia-Gemeinde als „exzellent" bewertete Artikel „Massaker von Katyn" enthielt mehr als 130 Sachfehler, wie eine Gruppe junger Historiker feststellte, die den Text überprüft hatte; die „Süddeutsche Zeitung" berichtete darüber im Dezember 2015. Bekannt wurden auch die als augenöffnende Kritik verstandene Aktion des Autoren Andreas Kopietz. Er schrieb im Eintrag über die Karl-Marx-Allee in Berlin-Friedrichshain auf Wikipedia: „Wegen der charakteristischen Keramikfliesen wurde die Straße zu DDR-Zeiten im Volksmund auch ,Stalins Badezimmer‘ genannt." Ein anderer Wikipedianer befand diese Version daraufhin als richtig – und kurze Zeit später übernahmen andere Webseiten, Tourismusportale und sogar Printmedien diese falsche Geschichte.

Aufgrund der häufigen Einseitigkeit und Fehlerhaftigkeit der Informationen zog Professor Walter Krämer von der TU Dortmund Konsequenzen. An seiner Fakultät ist Wikipedia mittlerweile als Quelle verboten, erklärt er in einem Interview, das im „Schwarzbuch Wikipedia" nachzulesen ist.

Wenige Administratoren gebieten über viel Inhalt
Wikipedia gilt allgemein als ein freies und offenes Lexikon, an dem jeder mitwirken kann. Theoretisch ist dies auch der Fall. Der Großteil der deutschsprachigen Inhalte wird jedoch in der Realität von nur rund 800 Autoren verfasst, die es auf über 100 Edits pro Monat schaffen – nur wenige Tausend Autoren kommen überhaupt auf mehr als fünf Edits pro Monat. Zudem existiert innerhalb der Wikipedia eine strenge Hierarchie. An der Spitze stehen circa 30 Funktionäre und 190 Administratoren. Diese entscheiden Konflikte, können Artikel löschen sowie Benutzer sperren. Ihre Deutungshoheit verteidigen sie nicht selten durch rigide Mittel: Unliebsame Einträge werden überschrieben, Benutzer bei hartnäckigem Widerspruch sogar gesperrt.

Gewählt werden die Administratoren von den circa 3.000 stimmberechtigten Wikipedianern ohne Befristung, wobei die Stimmbeteiligung meist weniger als 10 Prozent beträgt. Man könnte somit sagen, dass sich die Wikipedia-Administration größtenteils selbst ernennt und bestätigt. Dabei agieren circa 90 Prozent der Administratoren, trotz ihrer Machtfülle, unter einem Pseudonym; in der Öffentlichkeit ist, wenn überhaupt, meist nur wenig über sie bekannt. Neben den angemeldeten Autoren (mit Benutzernamen) gibt es noch unangemeldete Autoren, die circa 20 Prozent aller Artikelbearbeitungen vornehmen.

Unterhalb der Administratoren stehen in der Hierarchie die sogenannten Sichter. Sie überprüfen die Bearbeitungen von Neu-Autoren, geben sie frei oder weisen sie zurück – ein wichtiger Kontrollmechanismus, der in der Praxis aber auch häufig zu Konflikten führt. Eine Studie an der Universität für Journalismus in South Dakota, die über zehn Jahre lief, zeigte, dass 80 Prozent aller Wikipedia-Inhalte von nur einem Prozent aller Redakteure geschrieben werden, was wiederum nur einigen hundert meist unbekannten Personen entspricht.

Dass eine solche hierarchische und intransparente Struktur anfällig für Korruption und Manipulation ist, liegt auf der Hand. Wikipedia-Begründer Jimmy Wales wurde bereits 2012 in einem offenen Brief über die Missstände informiert. Reagiert hat er darauf nicht. In einem Interview mit der FAZ im Januar 2020 sagte er dagegen, er sei überzeugt, Fake-News hätten kaum Auswirkungen auf Wikipedia. Betroffene, wie auch kritische Fachleute, sehen das anders. Bei Wikipedia herrsche inzwischen eine „Diktatur der Zeitreichen", ein „Wahrheitsministerium", das keine Gegenstimmen zulasse, ist ein häufiger Vorwurf.

„Macht braucht Kontrolle, Macht muss gezwungen werden, sich öffentlich zu rechtfertigen, Macht darf nur auf Zeit verliehen werden. Das gilt auch für die Wikipedia."
Dirk Pohlmann, Autor und Dokumentarfilmer 
 
Missbrauch als PR-Plattform
Das Problem der Manipulation der Wikipedia besteht seit deren Gründung. Der Fokus liegt dabei meist auf dem sogenannten „Vandalismus" (Verunstaltung von Artikeln). Gefährlicher als Vandalismus oder auch als einzelne Imageaufpolierungen ist jedoch die kommerziell motivierte Manipulation durch Konzerne, PR-Agenturen und bezahlte Autoren. Das Manipulieren von Artikeln durch professionelle, bezahlte Auftragsschreiber und PR-Firmen ist mittlerweile ein eigener Markt geworden. Malte Landwehr, ein PR-Profi, der gewerblich für Firmen Wikipedia-Artikel manipuliert, sagte in der Monitor-Doku „Inside Wikipedia – Angriff der PR-Industrie" ganz offen: „Wenn man einen Zielartikel hat, geht man nicht nur mit einem Account daran, sondern direkt mit mehreren und löscht dann Stück für Stück mit den verschiedenen Accounts den Informationshappen, bis all das weg ist, was man weghaben will. Falls sich andere Nutzer einmischen, startet man eben eine Diskussion auf der Diskussionsseite zum Artikel und nimmt daran auch mit 20, 30 oder 50 Accounts teil."

Immer wieder gelangen solche Fälle von Manipulation an die Öffentlichkeit. In einem der bekanntesten Fälle war ein Administrator der deutschen Wikipedia („Kuebi") zugleich Projektmanager beim US-Pharmakonzern Merck. Über mehrere Wikipedia-Konten (sogenannte „Sockenpuppen") manipulierte er Artikel zur Geschichte und den Produkten des Konzerns. 2015 wurde der Fall aufgedeckt, hatte für den Administrator jedoch keine Konsequenzen.

Was sagt Wikimedia Deutschland zu der Problematik? Der Verein gab wiederholt ein Zitat des Nutzers „Schlesinger" wieder, der nach eigenen Angaben zum Referenten-Netzwerk von Wikimedia-Deutschland gehört. „Schlesinger" sagte: „Wenn Wikipedia für bestimmte Zwecke oder Interessen manipuliert worden ist, beginnt sehr schnell ein sehr zuverlässiger Mechanismus mit der Arbeit, die gegenseitige Kontrolle der zahlreichen Autoren. Die Community ist in ihrer Vielfältigkeit sehr sensibel und hat ein gesundes Misstrauen. Wenn irgendetwas den geringsten Anschein erweckt, nicht ganz mit rechten Dingen zuzugehen, treten verschiedene Alarmsysteme in Aktion."

Die Otto-Brenner-Stiftung führte 2014 eine Studie zur „Verdeckten PR" bei Wikipedia durch. Dabei widerlegte die Studie das obige Zitat und zog das Fazit: Die interne Struktur bei Wikipedia und auch die Wikipedia-Communitiy sei momentan nicht in der Lage, PR bei Wikipedia effektiv zu verhindern und des Problems Herr zu werden. Ebenfalls kritisierte die Studie unter anderem, dass der Verein Wikimedia Deutschland die Herkunft seiner gespendeten Mittel in Millionenhöhe nicht aufführt.
 
Manipulation bei Wikipedia bekämpfen
Die Otto-Brenner Stiftung entwickelte zusammen mit dem Autor der Studie „Verdeckte PR bei Wikipedia", Marvin Oppong, zehn konkrete Verbesserungsvorschläge, wie die Chancen von Manipulationen begrenzt werden können. Im Folgenden eine Auflis­tung der einzelnen Punkte, die bei der Stiftung ausführlicher nach­gelesen werden können:
  1. Förderung der Medienkompetenz in Ausbildungs­einrichtungen
  2. Mehr Informationen für Wikipedia-Neunutzer sowie ihre bessere Einbindung durch Vereinfachung der Wikisoftware
  3. Offenlegung der Accounts von Unternehmen und Verbänden
  4. Quellenverlinkung intensivieren
  5. Nutzer-Verifizierung steigern
  6. Demokratische Elemente stärken
  7. Interessenerklärung für die Wikipedia-Führung und für die Wikimedia-Führungsmitglieder
  8. Sanktionen für Verstöße gegen die Wikipedia-Regeln
  9. Unabhängige Kontrollgremien einrichten
  10. Ethik-Kodex erstellen

Manipulation von höchster Ebene
Am heikelsten ist die politisch motivierte Manipulation durch Aktivisten, Regierungen und Geheimdienste. 2007 wurde beispielsweise durch den sogenannten WikiScanner nachgewiesen, dass Mitarbeiter der US-Geheimdienste CIA und FBI Wikipedia-Einträge editierten. Dazu gehörten Einträge etwa zum Irak-Krieg und dem US-Militärgefängnis in Guantanamo. Ebenfalls 2007 wurde einer der einflussreichsten Administratoren der englischen Wikipedia als ehemaliger MI5-Informant enttarnt, der unter falscher Identität in Kanada lebte und Wikipedia im Sinne der britischen Regierung bearbeitete. 2016 wurde publik, dass Schweizer Bundesbeamte kritische Abschnitte aus dem Artikel zum eigenen Nachrichtendienst entfernt hatten.

Inzwischen ist offenkundig, dass diese Manipulation bei einschlägigen Themen nicht mehr nur vereinzelt und „von außen" stattfindet, sondern systematisch und „von innen". Dies geschieht, indem einflussreiche Interessengruppen ihre Akteure in der Hierarchie der Wikipedia als Sichter und Administratoren platzieren, die dann relevante Artikel gezielt bearbeiten, unerwünschte Bearbeitungen entfernen und unerwünschte Autoren sperren können.

Angesichts all dessen ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche Wikipedianer ein aggressives und frustrierendes Klima innerhalb der Wikipedia beklagen und dass die Anzahl der aktiven Autoren seit Jahren rückläufig ist. Politisch oder ideologisch motivierte Akteure konnten durch diesen Rückzug von ehrlichen Engagierten ihren Einfluss noch schrittweise ausbauen.

Trotz all der Missstände stellt Wikipedia im Großen und Ganzen eine Bereicherung dar. Die urdemokratische Idee der kollektiven Intelligenz hat in all den Bereichen, die nicht von kommerziellen und politischen Interessen tangiert wird, einen Siegeszug hingelegt. Wir dürfen uns also nicht von dieser Idee verabschieden. Im Gegenteil: Wir müssen sie konsequent umsetzen, indem wir das heutige Wissensmonopol nicht einfach dem Verein Wikimedia überlassen. Man sollte also die Probleme von Wikipedia demokratisch thematisieren und die Qualität wieder entschieden verbessern.
 
Alrun Vogt ist festes Mitglied der forum-Redaktion

Medientipps
  • Die dunkle Seite der Wikipedia (2015) und Zensur (2017), verfügbar auf YouTube.
  • Geschichten aus Wikihausen (seit 2018) unter www.wikihausen.de
  • "Schwarzbuch Wikipedia – Mobbing, Diffamierung und Falschinformation in der Online-Enzyklopädie und was jetzt dagegen getan werden muss" von Andreas Mäckler (Hrsg.), Verlag zeitgeist Print & Online, 2020.

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