Nachhaltige Strategien, die Trader von Pokerspielern lernen können

In beiden Bereichen geht es ums große Geld.

Auch die Geldwirtschaft benötigt Nachhaltigkeit, denn solide Finanzen gehören zu den Standbeinen des modernen Lebens. Fehlinvestitionen, Blasen und kurzfristige Hypes haben bereits in der Vergangenheit zu existenziellen Krisen des Bankenwesens geführt. Auf professionellen Tradern lastet also eine große Verantwortung für die Stabilität unseres Wirtschaftssystems – ausgerechnet von den Pokerspielern kann diese Berufsgruppe etwas lernen.
 
Nicht nur die Karten auf der Hand zählen!
Foto: WikimediaIn beiden Bereichen geht es ums große Geld, der Pokerspieler möchte den Preispool des Turniers abräumen, während der Trader sich stets auf der Suche nach profitablen Handelsgeschäften befindet. Der professionelle Börsenspezialist orientiert sich dabei nicht nur an den vorliegenden Kursmustern und deren Trends, sondern er schaut auch auf emotionale Marktreaktionen. An dieser Stelle findet sich eine Gemeinsamkeit zwischen ihm und dem Pokerspieler: Nicht nur die Karten auf der Hand zählen, sondern auch die Gefühlsregungen im Gesicht des Gegners. Wer weiß, wie die Konkurrenten im Geschäft ticken und welche Ereignisse sie aus dem Gleichgewicht bringen, wird am ehesten ein gutes Geschäft machen.
 
Emotionale Reaktionen im Abgleich mit tatsächlicher Faktenlage
Doch dabei sollte weder der Pokerspieler noch der Trader sich emotional zu sehr mitreißen lassen, sondern stets einen kühlen Kopf bewahren. Ohne die tatsächliche Faktenlage sind Gefühle als alleiniger Wegweiser nichts wert, denn ebenso wie der Gegner im Pokerspiel könnte die emotionale Lage täuschen und so zu keinen oder allzu kurzfristigen Erfolgen führen. Im perfekten Zusammenspiel sorgen Trader und Investoren gemeinsam dafür, dass die Finanzmärkte rund laufen, darum ist neben kurzfristigen Überlegungen stets auch langfristiges Denken angesagt: Das ganz große Finanzgeschäft ist nun einmal kein bloßes Spiel, teilweise hängen Tausende Existenzen von einer einzigen Transaktion ab!
 
Mit solidem Money Management soziale Verantwortung leben
Foto: PixabayUm dieser großen Verantwortung gerecht zu werden, ist ein solides Money Management gefragt. Auch bei diesem Thema kennt der Pokerspieler sich bestens aus, denn auch im Kartenspiel gewinnt auf Dauer nur, wer seine Finanzen unter bestmöglicher Kontrolle hat. Beim Profi-Pokern bedeutet das beispielsweise, sich Einsatz-Limits zu setzen, die nicht überschritten werden dürfen. Eine gewisse Risikobereitschaft gehört natürlich sowohl im Finanzgeschäft als auch am Pokertisch dazu; schnelle, gezielte Entscheidungen könnten ohne diese wichtige Eigenschaft kaum getroffen werden. Doch Einsatz und Risiko sollten stets im angemessenen Verhältnis zueinanderstehen, sodass sich eine Fehlinvestition leicht verschmerzen lässt und keinesfalls zur Tragödie führt.
 
Dass der Pokerspieler die Spielregeln und Strategien seines Geschäfts aus dem FF beherrschen sollte, ist im Vergleich dazu eher eine Binsenweisheit – auch der Trader tut ohne Frage gut daran, dieses ungeschriebene Gesetz zu beherzigen. Daneben gehören aber auch strenge Logik, Beharrlichkeit, Disziplin und Intuition zum bunten Strauß der Eigenschaften, die beide Berufsgruppen dringend benötigen, um im Geschäft am Ball zu bleiben. Eine gründliche Charakterschulung im Rahmen eines Coaching-Verfahrens kann als hilfreiche Basis für nachhaltiges Handeln dienen.
 
Spezialisierung bietet Sicherheit, auch im Risikogeschäft
Foto: FlickrKonzentriertes Fachwissen führt zu einer zunehmenden Spezialisierung, die dem Erfolg zugutekommt: Wer sprichwörtlich auf allen Hochzeiten tanzen möchte, wird wahrscheinlich irgendwann den Überblick verlieren. Der Pokerexperte legt sich zumeist auf wenige Spielvarianten fest, denn auf seinem eigenen Parkett, kennt er sich bestens aus. Ganz nebenbei trifft er auch seine angestammten Konkurrenten regelmäßig wieder, ist bestens über ihre aktuelle Spielstärke informiert und bereitet sich entsprechend vor.
 
Auch erfolgreiche Trader neigen dazu, sich auf gewisse Anlageklassen oder Strategien zu spezialisieren, und das ganz sicher nicht ohne Grund. Sie bezeichnen sich dann beispielsweise als Swing Trader oder Day Trader, bei beiden Varianten handelt es sich um hoch spekulative Tätigkeiten mit kurzen Reaktionszeiten. Wer auf diesem Gebiet intensiv geschult ist und seinem eigenen Know-how vollauf vertrauen kann, wird im Risikogeschäft bessere Erfolge erzielen als jemand, der sich nur hin und wieder auf das Glatteis wagt.
 
Vorsicht vor dem Glatteis!
In diesem Punkt ähnelt das verantwortungsvolle Trading-Geschäft doch eher dem Schlittschuhfahren: Jeden Tag stundenlang auf der Eisfläche zu verbringen, verleiht dem Sportler eine große Sicherheit, während ein spontaner Sprung vom festen Boden auf den zugefrorenen See eher zu einem harten Sturz führt. Oder kurz gesagt: Schuster, bleib bei deinen Leisten!

Lifestyle | Geld & Investment, 01.02.2017
     
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