BIOFACH 2023 into organic - Paving the path - Nürnberg, 14.-17.02.2023

Fehlsteuerung EEG 2016

Punkt 1: Energiewende falsch verstanden

Die geplanten Änderungen des EEG würden dafür sorgen, dass sich die Energiewende massiv verteuert. Foto: Unsplash, pixabay.comDas BMWi peitscht eine Novelle des EEG durch alle politischen Instanzen. Bürger und Verbände durften ihre Einwendungen vom 14. bis 28. April 2016 (also innerhalb von nur 2 Wochen) einreichen. Dieser kurze Zeitraum konnte von kleinen gemeinnützigen Organisationen oder Genossenschaften kaum genutzt werden. Vor der Sommerpause (9. Juli) sollen Bundestag und Bundesrat nun ein Gesetz verabschieden, das vollkommen falsche Maßstäbe setzt und die Energiewende verteuert und ausbremst, weil veraltete Denkmuster zugrunde liegen.
 
Was denkt das BMWi 
Deutschland verbraucht pro Jahr im Moment etwa 600 Terawattstunden (TWh) Strom. Das BMWi visiert für 2030 einen Stromverbrauch von 612 TWh an und will für 2050 durch Einsparungen 561 TWh erreichen. Danach richtet das Ministerium die Ausbaukorridore. Dieser verminderte Stromverbrauch ist ein wichtiger, aber in diesem Zusammenhang leider sehr einseitiger und veralteter Ansatz, denn das BMWi klammert die Sektoren Wärme, Mobilität und Industrie aus. Für eine sichere und nachhaltige Versorgung müssen wir die Sektoren koppeln und benötigen dadurch mindestens das Drei- bis Fünffache an erneuerbarem Strom.
 
Die Energiewende benötigt eine Koppelung der Sektoren 
Für eine kostengünstige und umfassende Energiewende mit Rohstoffunabhängigkeit und größtmöglichem Klimaschutz muss die Bundesregierung Mobilität, Heizung und Industrie mit dem erneuerbaren Strommarkt koppeln, weil nur Wasser-, Wind- und Sonnenenergie zu 100% heimische und nachhaltige Energiequellen darstellen. Zudem benötigt der erneuerbare Strommarkt die flankierenden Märkte (Heizung, Mobilität und Industrie) als starke Partner zum Ausgleich von Produktionsschwankungen. Im Fachjargon wird dieser Gedanke Sektorenkoppelung genannt.
 
Was denkt die moderne Forschung 
Viele Studien zur Sektorenkoppelung richten sich nach dem vom BMWi geplanten Stromverbrauch und erreichen diese Werte nur mit einer massiven Energieeinsparung von bis zu 80 Prozent (was wohl unrealistisch ist).

Wissenschaftliche Studien, die Sektorenkoppelung unabhängig von bundespolitischen Zahlenvorgaben betrachten, gehen dagegen von einer deutlichen Steigerung des Strombedarfs aus. Das Umweltbundesamt (UBA) legte bereits im Oktober 2013 ein umfassendes Szenario vor und gibt einen Jahresstrombedarf von 3.000 TWh bis 2050 an (gegenüber 561 TWh des BMWi). Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin legte nun ihrerseits aktuelle Zahlen vor. Obschon in deren Szenario die elektrische Energie kaum umgewandelt, sondern weitgehend direkt (und damit sehr effizient) genutzt wird, gehen die Experten vom HTW mindestens von einer Verdoppelung des heutigen Strombedarfs aus (auf 1.350 TWh).
 
Fehlstellung Ausbauzahlen 
Das BMWi legt also vollkommen falschen Zahlen zugrunde und handelt danach. Derzeit verlangsamt das BMWi die Fortentwicklung der Erneuerbaren Energien zum Beispiel durch enge Ausbaukorridore.

Für eine ausreichende und nachhaltige Versorgungssicherheit müsste das BMWi das Tempo der letzten Jahre laut der HTW-Studie dagegen deutlich beschleunigen, nämlich um das Vier- bis Fünffache!
 
Was tun 
Die gemeinnützige Organisation energie neu denken gUG forderte von den Bundesparlamentariern und Bundesratsmitgliedern eine Korrektur der Novellierung des EEG. Mit mehreren Briefen informierte der Think Tank die Politiker über die Fehlsteuerungen und bietet Alternativen für ein konsequentes und rasches Gegensteuern. Die Briefe und eine Übersicht mit allen angeschriebenen Politikern finden sich unter www.energie-neu-denken.de .
 
energie neu denken gUG
energie neu denken setzt sich für den bürgernahen Ausbau der Erneuerbaren Energien ein. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft kämpft für eine volkswirtschaftlich sinnvolle, gerechte und sozial verträgliche Transformation des deutschen Strommarktes. Dazu organisiert energie neu denken Informationsveranstaltungen, berät Umweltorganisationen und setzt Kampagnen für Erneuerbare Energien und gegen atomare und fossile Techniken um.

 
Kontakt: Trudel Meier-Staude |info@energie-neu-denken.de | www.energie-neu-denken.de


Technik | Energie, 29.06.2016
     
Cover des aktuellen Hefts

Zeit, die Stimme zu erheben und endlich zu handeln?

forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2022 mit dem Schwerpunkt: Globale Ziele und Klimaschutz

  • Ukrainekrieg und Hunger auf der Welt
  • Doppelte Dividende durch Nachhaltigkeit
  • Green Chefs
  • Die Brücke zur Natur
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
02
FEB
2023
Konferenz des guten Wirtschaftens 2023
Würdigung | Impulse & Austausch | Vernetzung
81737 München
14
FEB
2023
BIOFACH
Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel
90471 Nürnberg
14
FEB
2023
Was wir tun müssen, und was wir haben werden
Wie Nachhaltigkeit in der Dauerkrise gelingen kann
50676 Köln und online
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Digitalisierung

Halten Sie sich für schlauer als ChatGPT?
Christoph Quarch sieht die Gefahr, die kulturellen Errungenschaften von 3000 Jahren auf dem Altar des Money-Making zu opfern.
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Zum Valentinstag: Heiße Geschenke von Feuerwear für die Liebsten

Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht:

Otto Group gehört zu den ersten Unterzeichnern des Pakistan-Abkommens

Wird 2023 das Jahr des Modulbaus?

Verbraucher wollen umweltfreundliche Verpackungen

Pflanzwettbewerb Deutschland summt! Juchuu, es geht wieder los!

Halten Sie sich für schlauer als ChatGPT?

Für die Zukunft lohnt es sich zu kämpfen

  • PEFC Deutschland e. V.
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • toom Baumarkt GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • TourCert gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen