B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen

Erfolgreiches CSR-Management

Tue Gutes und berichte darüber – der CSR-Bericht

Der elfte Teil der forum-Serie „Der CSR-Manager" erklärt Ihnen einen wesentlichen Erfolgsfaktor für Ihr CSR-Management: der Nachhaltigkeitsbericht.
 
Auf die Optik kommt es an.

Sie erfahren,
  • wie Sie Berichte ansprechend gestalten und
  • qualitativ hochwertig aufbereiten können.
In den letzten forum-Ausgaben haben wir Ihnen gezeigt, wie Sie erfolgreiche Kooperationen gestalten, Ihr Engagement wirkungsvoll kommunizieren sowie Ihren Erfolg ­kontrollieren und darüber berichten können. In diesem Beitrag geht es um die ansprechende Gestaltung und Sicherstellung der Qualität des Nachhaltigkeitsberichts. Dieser dokumentiert die Nachhaltigkeitsperformance gegenüber internen und externen Stakeholdern. Er ist damit ein wichtiges und zen­trales Kommunikationsinstrument. Umso wichtiger ist es, dass er ansprechend, im richtigen Umfang, qualitativ hochwertig und im richtigen Medium präsentiert wird.

Das richtige Outfit – Berichtsgestaltung
Gestalten Sie den Bericht übersichtlich, verständlich und leserfreundlich. Das bedeutet der fertige CSR-Bericht sollte keine graue Zahlenkolonne präsentieren, sondern beim Leser Lust an der Lektüre wecken und auch komplizierte Sachverhalte verständlich darstellen. Eine klare & logische Gliederung ist deshalb unerlässlich. Bieten Sie Ihren Stakeholdern durch ein klar gegliedertes Inhaltsverzeichnis einen Überblick über die zentralen Inhalte und ermöglichen Sie damit einen gezielten Zugang zu Einzelaspekten Ihres Engagements. Der Stil des Berichts sollte neutral und sachlich gehalten sein. Tabellen und Grafiken erhöhen die Verständlichkeit und verschaffen einen guten Überblick. Mit Fotos und Zitaten können eher trockene Passagen aufgelockert werden. Passen Sie das Layout grundsätzlich an das bestehende Corporate Design an. Geben Sie Ihren Lesern die Möglichkeit, direkt mit dem CSR-Verantwortlichen Kontakt aufzunehmen und verweisen Sie für Interessierte auf zusätzliche interne wie externe Informationen.

Print oder online – das ist hier die Frage
Der CSR-Report kann Ihren Stakeholdern als Printversion oder online zur Verfügung gestellt werden. Ein gedruckter Bericht hat eine hohe Wertigkeit und Übersichtlichkeit, ist aber statisch. Für die Printversion sprechen die Möglichkeit der gezielten Distribution sowie die bessere Lesbarkeit und Übersichtlichkeit. Das große Manko: Ein gedruckter Bericht, der alle zwei bis drei Jahre veröffentlicht wird, kann nicht dynamisch an neue Entwicklungen angepasst werden. Auch bietet eine Printversion nur einen begrenzten Rahmen der Darstellung – kein Stakeholder will einen 300-seitigen Bericht lesen.

In fünf Stufen zum professionellen CSR-Management: Fünfte Stufe – Erfolgskontrolle & ReportingDer Wert des Online-Berichts liegt insbesondere im flexi­blen Einstellen und Abrufen der Informationen. Individuelle, weiter­führende Informationen für einzelne Stakeholder Gruppen können Sie problemlos hinterlegen. Besonders attraktiv ist der Einsatz von Filmbeiträgen und die Möglichkeit zur interaktiven Kommunikation. Darüber hinaus fallen – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit – negative Einflüsse auf die Umwelt durch Druck und Transport weg.

Das beste beider Welten
Der integrierte Print-Online-Bericht ist das Format der Wahl, den mittlerweile immer mehr Unternehmen einsetzen. Der Print-Bericht beinhaltet in diesem Fall Verweise zu Stakeholder spezifischen Informationen und Daten auf der Website des Unternehmens. Häufig steht auch noch eine PDF-Version der Printversion zur Verfügung, in der die Leser direkt über Links im Bericht zu weiterführenden Informationen geleitet werden. Integrieren lassen sich im Übrigen nicht nur Print- und Online-Bericht, sondern auch CSR- und Geschäftsbericht. Diese Kombination ist noch nicht weit verbreitet, doch ein klarer Trend ist erkennbar. Durch die Integration von CSR- und Geschäftsbericht wird die strategische Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens ganz besonders deutlich. Die ansprechende Gestaltung des Berichts ist ebenso entscheidend wie die Wahl des geeigneten Berichtsformates. Integrierte CSR-Reporte sind empfehlenswert. Siehe dazu auch jeweils die aktuelle Berichterstattung in forum Nachhaltig Wirtschaften. Was die Bekanntmachung betrifft, so muss natürlich auf die wichtigsten Anspruchsgruppen eingegangen werden. Als beliebtes Kommunikationsinstrument gilt eine Pressemitteilung, oder – bei besonderen Neuigkeiten – gar eine Pressekonferenz. Ansonsten können je nach Zielgruppe viele der bereits beschriebenen Kommunikationsmittel eingesetzt werden. Bei aller Euphorie darf jedoch nicht vergessen werden, dass der CSR-Report kein Werbemittel, sondern eine seriöse und nachhaltige Berichterstattung darstellt.

Ein objektiver Blick – externe Berichtsprüfung
Eine externe Überprüfung des Nachhaltigkeitsberichts erhöht die Transparenz und Glaubwürdigkeit des Berichts – das A und O des CSR-Managements. Die externe Bewertung liefert ein konstruktives Feedback und die Identifikation von Verbesserungspotenzialen. Natürlich ist die externe Bewertung durch einen Wirtschaftsprüfer nicht kostenlos. Eine verhältnismäßig günstige Alternative stellt die externe Überprüfung durch die Global Reporting Initiative dar. Dabei sieht die GRI verschiedene Anwendungsebenen vor, in die sich das berichtende Unternehmen je nach Umfang der eingesetzten GRI-Indikatoren zunächst selbst einstuft und dies dann von der GRI überprüfen lässt. Dann vergibt die GRI ein bestimmtes Logo für die jeweilige Ebene, das in Online- oder in Printberichten verwendet werden kann. Die Global Reporting Initiative versteht sich als ein kontinuierlicher internationaler Dialog, der eine Vielzahl von Anspruchsgruppen einbezieht. Die Grundlage einer Berichterstattung nach GRI ist Transparenz, ihr Ziel eine Standardisierung und Vergleichbarkeit.

Wertvolle Hilfe für die Berichterstattung
Der Kritikpunkt: Die GRI prüft nicht die Qualität der Berichtsinhalte sondern hakt nur ab, über welche Indikatoren berichtet wird und welche nicht zur Sprache kommen. Aus diesem Grund haben sich einige Initiativen auf die Bewertung der Berichtsqualität – und nicht des Umfangs – fokussiert. Wertvolle Anregungen für eine Überprüfung der eigenen Nachhaltigkeitsperformance und damit auch Grundlage für die Berichterstattung liefern die Gemeinwohlökonomie mit dem Gemeinwohlbericht, das B Impact Assessment des B-Labs oder der deutsche Nachhaltigkeitskodex. Diese Ansätze ermöglichen es den Unternehmen ihr Nachhaltigkeitsengagement transparent, vergleichbar und damit auch anschaulich für Investoren und Konsumenten darzulegen. Eine externe Bewertung erhöht die Glaubwürdigkeit des CSR-Reports und zeigt Optimierungsfelder auf. Eine umfassende Prüfung sollte nicht nur den Berichtsumfang, ­sondern auch die Berichtsqualität bewerten. Flankierende Unterstützung können Nachhaltigkeitsrankings und Preise bieten wie zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitspreis, Green Brands oder Branchenauszeichnungen wie Certified im Bereich der Hotellerie.

www.globalreporting.org
www.ecogood.org
www.bcorporation.net
www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de 
 
Zentrale Inhalte eines guten CSR-Reports:
Ein professioneller CSR-Bericht beinhaltet fünf Berichtselemente und erläutert die Nachhaltigkeitsleistung anhand von vergleichbaren Leistungsindikatoren.
  • Darstellung der grundlegenden Nachhaltigkeitsstrategie sowie der Steuerungsmechanismen
  • Benennung der zentralen Herausforderungen für das Unternehmen und Eingehen auf die wesentlichen Leitthemen
  • Aufzeigen von Zielkonflikten und Darstellung des entsprechenden Umgangs mit diesen Konflikten
  • Darstellung eines ambitionierten Nachhaltigkeitsprogramms mit quantifizierten und terminierten Zielen
  • Eingehen auf den Dialog des Unternehmens mit seinen Stakeholdern und dessen Ergebnisse
Eine Auflistung von Kennzahlen reicht nicht aus, vielmehr wird die nachvollziehbare Bewertung und Erläuterung der Indikatoren verlangt.

Das Fachbuch „Der CSR-Manager"
Das Fachbuch „Der CSR-Manager – Unternehmensverantwortung in der Praxis" hilft Unternehmen, Nachhaltigkeit als neue Denkhaltung und ganzheitlichen Managementansatz zu gestalten und davon zu profitieren. Der Praxisbezug, die anschaulichen Tipps und der kompakte Inhalt mit zahlreichen Checklisten erleichtern den Einstieg in das Thema. Nicht zuletzt deshalb ist das Buch bereits in einer dritten, aktualisierten Auflage erschienen. Sie können „Der CSR-Manager. Unternehmensverantwortung in der Praxis", 3. Auflage, ALTOP Verlag 2014, 236 Seiten, EUR 24,90, ISBN 978-3-925646-54-6 im Buchhandel oder direkt unter www.forum-csr.net/csr-manager bestellen.

Die Autoren
Dr. Dennis Lotter und Jerome Braun
begleiten mit ihrer Agentur Benefit Identity Unternehmen und Organisationen seit mehr als zehn Jahren bei der Gestaltung ihrer Marken­integrität durch eine verantwortliche Betriebsführung. Darüber hinaus sind sie gefragte Fachautoren und Vortragsredner.

www.benefitidentity.com

Wirtschaft | CSR & Strategie, 01.01.2016
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2016 - Herausforderung Migration und Integration erschienen.
Cover des aktuellen Hefts

Social Business beseitigt Plastik-Müll und schafft neue Jobs

forum 03/2019 ist erschienen

  • Entrepreneurship
  • Die Plastikflut
  • Wasserstoff
  • Der Bauer: Problemlöser statt Sündenbock
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
SEP
2019
Globaler Klimastreik
Alle fürs Klima!
weltweit


03
OKT
2019
Kongress Wirtschaft und Spiritualität
Unternehmerischer Erfolg und Mitmenschlichkeit
79199 Kirchzarten


16
OKT
2019
Österreichischer CSR-Tag 2019
17 Ziele – Zahlreiche Chancen: Die Innovationskraft der UN-Nachhaltigkeitsziele
A-6020 Innsbruck


Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!


Philosoph aus Leidenschaft

Angedacht...
Verantwortung. Eine philosophische Betrachtung zur aktuellen politischen Situation




  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Deutsche Telekom AG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Bayer Aktiengesellschaft
  • Alfred Ritter GmbH & Co. KG
  • PEFC Deutschland e. V.
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence