CR-Management für Praktiker. Weiterbildung für nachhaltiges Wirtschaften. Universität Bayreuth, 07.-11.10.2019

Nachhaltigkeit im Unternehmen

Vorteile des nachhaltigen Wirtschaftens

Nachhaltigkeit ist ein beliebtes Unternehmensziel moderner Firmen, wird jedoch selten komplett umgesetzt. Dabei lassen sich Kosten durch einfache Maßnahmen, sinnvolles Management und ökologische Umstrukturierung verringern und die Qualität der Dienstleistungen und Produkte für Kunden deutlich heben.

Was meint Nachhaltigkeit?
Der Begriff Nachhaltigkeit geht heute weit über Recycling und Energieeinsparung hinaus. Nachhaltiges Handeln beinhaltet soziale und ökologische Faktoren und hat sich die Senkung des CO2-Ausstoßes durch die Wirtschaft und die Schaffung eines lebenswerteren Umfeldes für Unternehmer und Konsumenten zum Ziel gesetzt. Dabei werden heute auch regionale Aspekte bedacht, nicht nur Mitarbeiter sondern auch das Management einbezogen und dennoch keine Abstriche beim Workflow und Umsatz gemacht. Richtig verpackt zahlt sich nachhaltiges Handeln auch beim Image des Unternehmens gegenüber seinen Kunden und Partnern aus. Längst verlassen sich Konsumenten auf Umweltgütesiegel und Zertifizierungen, die für Feelgood-Produkte mit sinnvoller Umweltbilanz stehen. Fairtrade-Marken und soziale Aspekte sind in aller Munde und somit allgegenwertig. All diese Faktoren zählen hinein, wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen.

Nachhaltig handeln und Energie sparen
Der erste Schritt zur Nachhaltigkeit für viele Unternehmen ist das Umdenken im Logistiksegment, in der Kommunikation und bei den eingekauften Ressourcen. Papier- und Holzprodukte sollten zum größten Teil mit FSC-Siegel eingekauft werden. Dieses kann auch auf neu gefertigte Produkte umgelegt werden. Das FSC-Siegel steht für ökologische Waldwirtschaft. Kurz gefasst lässt sich sagen, dass für Papierwaren und Büromöbel, Rohholz und andere Holzprodukte kein Regenwald illegal gerodet wird, keine indigenen Völker vertrieben und keine der Arbeiter ausgenutzt werden. Ein FSC-zertifizierter Wald ist gesund, bietet hochqualitative Hölzer und beachtet alle sozialen Aspekte. An Papierwaren sollten Unternehmen ohnehin sparen.

Ein Umstieg auf digitale Kommunikation, digitale Kataloge und digitale Verwaltung ist sinnvoll. Der Versand von Waren sollte über Auslieferer erfolgen, die ökologische Standards einhalten. Kartonage und Verpackungen sollten sparsam verwendet werden. Ebenfalls lohnt es sich generell auf Recyclingpapier umzusteigen.

Das ideale Firmengebäude oder Büro arbeitet mit erneuerbaren Energien. Dazu ist der Betrieb über Solarpanels angeraten, wo dies nicht möglich ist, sollte ein umweltfreundlicher Stromanbieter die Energie zuliefern. Bürogeräte mit niedriger Energiebilanz, also A+ Siegel oder besser, verbrauchen weniger Energie und senken die Stromkosten. Lichtanlagen können automatisch abgeschaltet werden, wenn Flure und Zimmer nicht benutzt werden.  Auch Leuchtmittel im Gebäude können durch langlebige LEDs ersetzt werden. Bereits 1°C weniger am Heizthermostat als bisher kann die Heizkosten um bis zu 10% senken. Die Temperatur in den Büros kann ebenfalls durch Rollläden reguliert werden.

Bereits die Verwendung von Umweltpapier, Abfalltrennung oder das Ausschalten von Elektrogeräten tragen zur allgemeinen Nachhaltigkeit bei.

Wie sinnvoll ist nachhaltiges Agieren?
Als modernes Unternehmen sollte jeder Dienstleister und Produzent ein Auge auf die nachhaltigen Maßnahmen werfen. Idealerweise können Siegel, Auszeichnungen oder Zertifizierungen auf Produkten und Websites ausgewiesen werden. Ökologisch interessierte Kunden suchen das Unternehmen bewusst auf, neue Absatzmärkte und Networking-Möglichkeiten tun sich auf. Nachhaltigkeit ist längst keine hohle Phrase mehr, sondern bedient neben den Umweltaspekten einen großen "Bio"- und "Öko"-Markt. Mit bewusstem nachhaltigen Handeln kann das Geschäft also belebt und ausgebaut werden. Ein Vorteil, der sich in den Bilanzen deutlich zeigt und nebenher sich positiv auf Klima und Umwelt auswirkt.


Lifestyle | LOHAS & Ethischer Konsum, 25.04.2016

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