Allianz Freie Wärme zieht Zwischenbilanz

Nah- und Fernwärme: Sinneswandel hin zu wirtschaftlichen Lösungen gefordert

Praxisorientierte Infos und Services stehen im Vordergrund der Kampagne

Mit dem Launch der Website www.freie-waerme.de wurde im Oktober 2013 die Informationskampagne Freie Wärme gestartet. Hintergrund der Aktion ist, dass Verbraucher in vielen Städten und Gemeinden ihr Heizsystem und den damit verbundenen Energieträger nicht mehr frei wählen dürfen. Ursache hierfür sind die insbesondere in ländlichen Regionen zunehmenden und durch die Kommunen festgelegten Verbrennungsverbote, Anschluss- und Benutzungszwänge, etwa an bestehende Nahwärmenetze. 

Johannes Kaindlstorfer, CEO von Schiedel Deutschland und Österreich. © SchiedelDies ist vor allem für Verbraucher aber auch für die mittelständisch geprägte, kommunale Bauwirtschaft mit SHK-Fachhandwerkern, Schornsteinfegern, Architekten und Planern langfristig mit Risiken und Nachteilen verbunden. Johannes Kaindlstorfer, Sprecher der Allianz Freie Wärme, gibt im nachfolgenden Gespräch Einblick in die Arbeit der Verbändeinitiative.

Herr Kaindlstorfer, die Aktion "Freie Wärme" ist vor gut einem Jahr gestartet. Welche Zwischenbilanz können Sie bislang ziehen?
Freie Wärme ist ja keine klassische Marketingkampagne, sondern wir verstehen uns als Info- und Servicekampagne für alle Bürger vor Ort, indem wir die Problemthemen rund um Nah- und Fernwärme aufgreifen und in diesem Themenfeld entsprechende Ratschläge und Tipps zum Handeln geben. Denn für Verbraucher, Baufachleute aber auch Kommunen können extreme Nachteile entstehen. Und dies wirkt sich was die Wertschöpfung betrifft letztlich auch auf die gesamte Wärmebranche negativ aus. Von verschiedenen Verbänden, Institutionen und Unternehmen erfahren wir zwar großen Zuspruch, wenngleich wir zur Erreichung unserer Ziele als Branchen der Gebäudetechnik noch aktiver werden müssen und weitere Unterstützung gut gebrauchen könnten.

Warum glauben Sie, dass die Protagonisten der Gebäudetechnik aktiver werden müssen?
Weil es einen mit hohen Subventionen ausgestatteten Trend hin zu monopolistisch geprägten, zentralen Heizungslösungen gibt und die Leute vielfach gar nicht wissen, welche Folgen dies hat. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel sieht man im Ruhrgebiet nach eigenen Aussagen der Landesregierung das Potenzial für den größten Fernwärmeverbund innerhalb der EU. Doch viele Nahund Fernwärmenetze können nur mit hohen Subventionen wirtschaftlich gefahren werden und überleben. Studien haben das belegt. Große Energieversorger verstehen die zentrale Energieversorgung als zweites Standbein zum verlustreichen Stromgeschäft. Sogar das Bundeskartellamt prüft wegen missbräuchlich überhöhter Preise. Und ob die Energiegewinnung in Bioenergiedörfern immer klimapolitisch optimal von statten geht, wird häufig gar nicht richtig hinterfragt. Wir kennen mittlerweile viele Nahwärmeprojekte, die schön gerechnet oder falsch bzw. zu einseitig geplant wurden, und die sich am Ende des Tages für Kommunen und Bürger zu langjährigen Verlustgeschäften entwickelt haben.

Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern?
Um die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung nicht zu konterkarieren, brauchen wir einen koordinierten Sinneswandel bei der Konzeption gesetzlicher Rahmenbedingungen aber auch bei regionalen Planungen vor Ort. Statt subventionsgesteuerten Investitionen zur Schaffung von monopolistisch geprägten Einnahmequellen in Städten und Gemeinden müssen die wirtschaftlich und klimapolitisch optimalen Lösungen im Vordergrund stehen. Das was unsere Branche erwiesener Maßen mit individuellen Heizungslösungen ausmacht, die innovative Technik, der bedarfsorientierte Beratungs- und Installationsservice, die Energieeffizienz mit hohen Einsparmöglichkeiten, das findet in den Planungen der Kommunen als Alternativlösungen oft gar nicht mehr statt.

Wie gehen Sie als Allianz Freie Wärme hier weiter vor?

Wir informieren, klären auf und zeigen dazu auf unserer Website aufschlussreiche Positiv- wie Negativbeispiele der Wärmeerzeugung. Außerdem geben wir praxisorientierte Tipps, auf was man vor Ort achten muss, wenn Verbrennungsverbote, Anschluss- und Benutzungszwänge drohen. Eine Freie Wärme-App, die nach Postleitzahlen sortierte Informationen geben soll, sowie ein Freie Wärme- Servicepaket für die Bürger vor Ort sind derzeit in Arbeit. Aber wir setzen uns auch weiterhin für einen freien und technologieoffenen Wärmemarkt ein, bei dem gleichermaßen effiziente Technologien und erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Denn jeder Immobilienbesitzer sollte frei entscheiden können, wie kosteneffizient und umweltfreundlich er seinen Wärmebedarf decken will. Aus Sicht der Allianz Freie Wärme führt nur der freie Wettbewerb zu innovativen, wirtschaftlichen Lösungen und zu kostenoptimierten Preisen für die Verbraucher.

Kontakt und weitere Informationen: info@freie-waerme.de

Aktuelle Info-Links:
Über die Allianz Freie Wärme:
Die Allianz Freie Wärme ist ein Zusammenschluss von Initiativen, Unternehmen und Verbänden aus den Bereichen Heizen und Wärme. Die Akteure setzen sich zum Beispiel unter www.freie-waerme.de für individuelle Heizsysteme ein und das Recht der Verbraucher, sich unabhängig und frei für das optimale Heizsystem zu entscheiden. Hierzu gehören Öl- und Gasheizungen ebenso wie Holz- und Pellet-Systeme, Wärmepumpen, KWK-Systeme, Kamine und Solarwärmeanlagen. Damit ist Freie Wärme das Gegenteil von zentralistischen Nah- und Fernwärmesystemen, die durch Politik und Industrie unter anderem über Anschlusszwänge und Verbrennungsverbote forciert werden und den Verbrauchern die Wahl der Wärmequelle nehmen.
  
  
Kontakt:
Initiative Pro Schornstein e.V. | info@freie-waerme.de | http://www.freie-waerme.de

Technik | Energie, 08.07.2014

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