B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen!

Leasing, Miete oder Contracting für effizientes Licht ohne Kapitaleinsatz?

Alle Nicht-KMUs müssen bis Dezember 2015 ihre Energieeffizienz auf den Prüfstand stellen

Der Gesetzgeber erhöht den Druck auf die deutsche Wirtschaft, um die CO2-Einsparziele der EU schneller zu erreichen: Ein Großteil der Unternehmen muss bis 5. Dezember dieses Jahres seinen Energieverbrauch im Zuge gesetzlich verpflichtender Energieaudits auf den Prüfstand stellen. Dabei sollen Einsparpotenziale aufgedeckt werden, die die Betriebe auch finanziell entlasten.
 
Bevor eine Kostenreduktion realisiert werden kann, dürften für die meisten Betriebe aber erst hohe Investitionen anstehen – der Umstieg auf energiesparende Techniken und Prozesse ist in der Regel nicht zum Nulltarif zu haben. Im Bereich Beleuchtung bieten Beschaffungsmodelle wie Leasing, Contracting oder das Mietkonzept eine Alternative. Welche Vor- und Nachteile zeichnen sie aus?
 
Der Energieverbrauch in der EU soll bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 2008 gesenkt werden. Um die Wirtschaft zu höheren Anstrengungen zu verpflichten, verschärfte die Bundesregierung nun das Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G). Es schreibt Energieaudits für die Mehrzahl der deutschen Unternehmen verpflichtend vor – und zwar noch in diesem Jahr: Spätestens bis 5. Dezember müssen betroffene Betriebe ein entsprechendes Audit vorweisen. Ansonsten drohen saftige Strafen bis zu 50.000 Euro. Die unter zahlreichen Umweltauflagen ächzende Wirtschaft sieht hohe Ausgaben auf sich zukommen: Um die EU-Energieeffizienzziele zu erreichen, müssten nach Expertenschätzungen Investitionen im Umfang von rund 90 Milliarden Euro getätigt werden. Zwar zahlt sich die Modernisierung mittel- bis langfristig auch finanziell aus. Doch um diese Vorteile zu realisieren, müssten die meisten Unternehmen erst einmal viel Geld für die Umrüstung in die Hand nehmen.
 
LED-Leuchten bleiben oft unterbelichtet
Hallenlichtrahler - Im Bereich Industriebeleuchtung können jährlich bis zu 8,3 Milliarden kWh eingespart werden © Deutsche LichtmieteTrotz umfangreicher Studien und Berechnungen von Experten wird das Potenzial einer energieeffizienten Beleuchtung zu wenig genutzt. Dabei bietet die Beleuchtung das bei weitem höchste Sparpotential. Deutschlandweit ließe sich durch eine flächendeckende Umrüstung auf LED-Leuchten der CO2-Ausstoß jährlich um 13 Millionen Tonnen reduzieren. Durch eine moderne LED-Beleuchtung lassen sich im Vergleich zu anderen Bereichen in kürzester Zeit die höchsten Einsparungen realisieren: "Obwohl die Beleuchtung in vielen Industrien durchschnittlich nur bis zu zehn Prozent der Stromkosten ausmacht, liegt hier ein gravierend unterschätztes Sparpotenzial", bestätigt LED-Fachmann Marco Hahn, Direktor Marketing und Vertrieb bei der Deutschen Lichtmiete. Effizienzpotenziale werden von der Wirtschaft jedoch vor allem dort gesucht, wo der vermeintlich höchste Stromverbrauch ist. Fatalerweise wird durch diese Strategie viel Zeit und Geld verschenkt. Eine Umrüstung auf LED-Leuchten ist oft innerhalb weniger Tage zu bewerkstelligen und auch das Einsparpotential kann sofort genutzt werden. Im Bereich Bürobeleuchtung und in der Industrie liegt ein jährliches Einsparpotential von ca. 3,2 Milliarden bzw. 8,3 Milliarden Kilowattstunden. Das belegen Untersuchungen des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektroindustrie. "Wer die Zahlen kennt, wundert sich, dass wir mit dem Umrüsten nicht längst schon weiter sind", bestätigt Marco Hahn. Aber er weiß aus Erfahrung: "Der Umfang wird von vielen Entscheidern nach wie vor drastisch unterschätzt."
 
Wenn die Liquidität erhalten bleiben soll
Fakt ist: Viele Gründe sprechen für den Umstieg auf LED-Leuchten. Wer auf LED-Technik umrüstet, spart vom ersten Tag an, und das trotz des Aufwands der Neuinstallation. Unternehmen, die ihre Liquidität zur Expansion brauchen, auf eine positive Energiebilanz aber nicht verzichten wollen, finden mit alternativen Finanzierungs- oder Nutzungsmethoden praktikable Alternativen: Beim "Effizienzturbo" Beleuchtung sind die derzeit gängigen Konzepte Leasing, Miete und Contracting. Sie alle ermöglichen eine rasche Umrüstung ohne Liquiditätsverluste.
 
Sorgenfrei durch Leasing?
Das Leasing ist grundsätzlich eine vertraute Option: Es hat sich bei Bürotechnik und Fuhrpark bereits bewährt und bindet kein Kapital. Da Leasinganbieter sich aber häufig auf den Finanzierungsaspekt konzentrieren, arbeiten sie meist mit Massenprodukten und bieten in erster Linie Baukasten-Lösungen. Hat das Produkt Mängel, hat der Leasingnehmer das Nachsehen: Ansprüche gegen den Lieferanten oder Hersteller des Leasinggutes müsste er selbst durchsetzen. Ist der Lieferant nicht mehr greifbar oder kommt seinen Verpflichtungen zur Mängelbeseitigung nicht nach, ist das ein Problem des Betreibers der Anlage. Die Leasingrate muss unvermindert entrichtet werden. Gerade beim Einsatz einer modernen Technologie wie der LED-Beleuchtung lehnen die meisten Fachleute deshalb wegen der damit verbundenen Risiken Leasing als Option ab. Zu berücksichtigen ist auch die steuerliche und rechtliche Komplexität dieser Finanzierungsform.
 
Vorbild im Energiebereich: Contracting
Gestapelte Deckenstrahler © Mario Dirks - Deutsche LichtmieteDas Energie-Contracting ist in Deutschland seit den 1990er Jahren ein Begriff. Dabei werden komplette Energieeffizienzprozesse an einen Dienstleister ausgelagert. Der Contractor entwickelt ein individuelles Konzept für energieeffizientere Prozesse, plant alle Maßnahmen, stellt das Investitionskapital und setzt das Projekt um. Contractor kann etwa ein Energieversorger, eine Energieagentur, ein Anlagenbauer oder Finanzinstitut sein. Auch Wartung und Betrieb der neuen Systeme können nach Vereinbarung übernommen werden. Allerdings ist bei der Vertragsgestaltung Vorsicht geboten: Da es keinen festen Typus des Contracting-Vertrags gibt, müssen die steuerlichen und finanziellen Auswirkungen in jedem Einzelfall geprüft werden. Die Komplexität dieser Form der Bereitstellung macht sie daher nach Meinung von Experten auch nur für sehr große Effizienzvorhaben interessant: Eine sorgfältige Projektvorbereitung und Ausschreibung sind essentiell wichtig.
Dann lassen sich mit diesem Modell Produkt- und Haftungsrisiken effektiv auslagern und Einspargarantien von 20 bis 30 Prozent realisieren. Der Contractor erhält so lange Zahlungen aus den eingesparten Energiekosten, bis zum Ende des Vertrages die eigenen Projekt- und Finanzierungskosten, inklusive Gewinn, zurückgezahlt wurden. Nach dem Ablauf der Vertragszeit geht die Energieanlage als abgeschriebenes Objekt in den Besitz des Contracting-Nehmers über. Zu den Kernrisiken zählt beim Contracting neben der Nichterfüllung der Einspargarantie auch die hohe Abhängigkeit vom Contractor. Hängt der Honorarwert von den Gesamtinvestitionskosten ab, kann er ein Interesse daran haben, die Anlage möglichst groß auszulegen. Verdient der Contractor hingegen prozentual an den Einsparungen, ist die Anlage womöglich nicht ganzheitlich konzipiert, spart weniger rentable Bereiche aus oder ist in der Dimensionierung nicht ausreichend zukunftsfähig.
 
Größte Einsparung: Licht plus Miete
Den einfachsten Weg für den Umstieg auf energieeffiziente LED-Beleuchtung bietet die Miete: Hier entfällt neben dem Haftungsrisiko auch der Aufwand für Auswahl und Einrichtung der neuen Anlage, die Vertragsgestaltung birgt keine steuerlichen Risiken. Gleiches gilt für den Betrieb: Fällt eine LED-Leuchte aus, muss der Vermieter sofort Ersatz leisten. Deshalb produziert der Erfinder des Prinzips, die Deutsche Lichtmiete, seine speziell auf die hohen Anforderungen der Industrie ausgelegten Produkte selbst: Alle LED-Produkte werden nach höchsten Qualitätsstandards hergestellt, die auch in Medizintechnik und Luftfahrt gelten. Die Deutsche Lichtmiete kooperiert zudem mit dem Weltmarkführer für LED-Technologie Nichia Japan. So wird sichergestellt, dass die Technologie der Leuchten immer auf dem neuesten Stand ist. "Während ein Verkäufer am Ersatz eines kaputten Produkts verdient, das deshalb gar nicht allzu nachhaltig sein soll, sind wir an Qualität und Langlebigkeit der LED-Leuchten interessiert", erklärt Marco Hahn. Die LED-Produkte der Deutschen Lichtmiete sind zudem bei einem Defekt reparabel und können am Ende ihres Lebenszyklus‘ komplett recycelt werden. Das Mietmodell erlaubt neben der liquiditätsschonenden Wirkung eine stattliche Reduktion der laufenden gesamten Beleuchtungskosten: 15 bis 35 Prozent Einsparung bleiben nach Abzug der monatlichen Mietzahlungen beim Nutzer.
 
Positive Bilanz nach dem Energieaudit – und Alternativen zur regelmäßigen Überprüfung
Da selbst kleine oder mittlere Unternehmen (KMU) nach der EU-Verordnung nicht unter die Audit-Befreiung fallen, dürfte die Nachfrage nach liquiditätsschonenden Beschaffungsmodellen zunehmen: Auch Unternehmensbeteiligungen, Banken und Versicherungen, Handel sowie Verwaltungen und Kliniken müssen die Energieüberprüfungen durchführen lassen, wenn sie mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen, einen Jahresumsatz von mindestens 50 Mio. Euro oder eine Bilanzsumme ab 43 Mio. Euro vorweisen. Ausgenommen sind nur Unternehmen, die bereits ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach dem EU-Standard EMAS etabliert haben.
 
Weitere Informationen:
www.deutsche-lichtmiete.de | www.win-energie.de
www.energiecontracting.de | www.bdl.leasingverband.de

Technik | Energie, 30.06.2015

Cover des aktuellen Hefts

Afrika – Kontinent der Entscheidung

forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2019

  • Small is beautiful: Tiny Houses
  • Das Plastik-Problem anpacken
  • E-Mobilität
  • Wirtschaftsverbrechen
  • Solarguerilla
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
SEP
2019
9. Filme für die Erde Festival
Wissen weitergeben – Bewusstsein schaffen
DACH


16
OKT
2019
Österreichischer CSR-Tag 2019
17 Ziele – Zahlreiche Chancen: Die Innovationskraft der UN-Nachhaltigkeitsziele
A-6020 Innsbruck


Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!


Philosoph aus Leidenschaft

Angedacht...
Jenseits von Optimismus und Pessimismus




  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • Alfred Ritter GmbH & Co. KG
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Deutsche Telekom AG
  • Bayer Aktiengesellschaft
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • PEFC Deutschland e. V.