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Die Natur wird wertvoll

Das Bewusstsein und Verständnis für Biodiversität nimmt bei Verbrauchern in Deutschland weiter zu

Gemäß der letzten Auflage des Biodiversitäts-Barometers der Union for Ethical BioTrade (UEBT) hat die Mehrheit der Menschen in Europa schon von biologischer Vielfalt gehört. In Deutschland ist dieses Bewusstsein im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Laut Biodiversitäts-Barometer sind sich 42 Prozent der Menschen in Deutschland der Bedeutung der Biodiversität bewusst. Das Barometer unterstreicht die Wichtigkeit einer verantwortungsvollen Beschaffungspolitik von Firmen und den Ruf nach unabhängigen Prüfinstanzen, denn die Mehrheit der befragten Verbraucher wünscht sich mehr Transparenz und Aufklärung von Unternehmen und ein größeres, nachweisliches Engagement für Natur und Menschen.


Das UEBT Biodiversitäts-Barometer 2012 gibt Einblicke in das Bewusstsein der Verbraucher zum Thema Biodiversität. Im Fokus der Befragungen stehen dabei die Erwartungen der Verbraucher über kosmetische und Nahrungsmittel-Produkte. Die Umfrage wurde unter 8000 Konsumenten in acht Ländern durchgeführt - Brasilien, Frankreich, Deutschland, Indien, Peru, Schweiz, Großbritannien und den USA. Dabei ist festzustellen, dass vor allem in den westlichen Ländern das Bewusstsein für die biologische Vielfalt zunimmt. Im europaweiten Vergleich zeigen die Deutschen gute Kenntnisse zum Thema Biodiversität. 49 Prozent der deutschen Bevölkerung kennen die richtigen Definitionen von Biodiversität. Dabei sind Abholzung und Fair Trade die Begriffe, die mit der biologischen Vielfalt am häufigsten verbunden werden.

Verbraucher fordern mehr Transparenz und Engagement von Unternehmen für die Natur

Das Barometer hebt die Wichtigkeit einer verantwortungsvollen Beschaffungspolitik der Firmen hervor. 85 Prozent der Befragten achten beim Kauf von beispielsweise Kosmetikprodukten auf natürliche Inhaltsstoffe und 69 Prozent möchten wissen, wie Kosmetikhersteller biologische Inhaltsstoffe beschaffen. Mehr als 80 Prozent der Konsumenten wollen über die Beschaffungspolitik der Unternehmen mehr erfahren, doch bisher berichten lediglich 31 der untersuchten Top 100 Unternehmen der Kosmetikbranche über Biodiversität auf ihren Webseiten und in ihren Nachhaltigkeitsberichten. Nur 19% der Kosmetik-Unternehmen betreiben eine transparente Beschaffungsstrategie zum Schutz der biologischen Vielfalt. Eine konsistente und umfassende Berichterstattung über diese Thematik ist nur selten vorhanden. Für viele Verbraucher jedoch ist die Rolle der Unternehmen bei der Erhaltung der Biodiversität wichtig und sie sind zunehmend sensibler gegenüber den Bemühungen von Unternehmen. Da ein Mangel an Vertrauen herrscht, verlangen die Verbraucher, dass Firmen Nachweise zu den ergriffenen Maßnahmen liefern. "Es ist unser wichtigstes Ziel, das Bewusstsein für Biodiversität - insbesondere bei Unternehmen - in Europa zu erhöhen", erklärt Stefan Hörmann, der Leiter der Europäischen Business and Biodiversity Kampagne (EBBC). "Das Biodiversitäts-Barometer hilft uns, in dieser Hinsicht gemachte Fortschritte zu messen und es zeigt ganz deutlich, dass unternehmerisches Engagement für den Erhalt der Natur von den Verbrauchern gefordert und honoriert wird".

Wissen schafft Veränderung

Gemäß UN-Konvention über die biologische Vielfalt haben sich Regierungen aus aller Welt dazu verpflichtet, den Verlust der Artenvielfalt bis zum Jahr 2020 zu bremsen und das Wissen über den Wert der biologischen Vielfalt signifikant zu erhöhen. Das Barometer deckt auf, dass neben Schulen und Universitäten Fernsehsendungen, Dokumentarfilme und Artikel in Zeitungen und Zeitschriften die wichtigsten Informationsquellen zur Biodiversität sind. "Das zeigt mögliche Wege zur Sensibilisierung der Bevölkerung", bekräftig Fritz Lietsch, der Medienexperte der EBBC. "Wir werden deshalb alles tun, um über die Medien unser Anliegen zu verbreiten und bitten um breite Unterstützung".

Um insbesondere Unternehmen für Biodiversität und eine verantwortungsvolle Beschaffungspolitik zu sensibilisieren, arbeitet die UEBT mit der Europäischen Business and Biodiversity Kampagne zusammen. "Wir möchten, so Rik Kutsch Lojenga von der UEBT, vor allem den Kontakt zur Wirtschaft verbessern, denn nur 19% der von uns befragten Personen haben über die Relevanz der Biodiversität durch Kommunikationsmaßnahmen von Unternehmen erfahren. Hier liegt noch ein großes Potenzial zur Verbrauchersensibilisierung". Dies zeigt sich am Beispiel der Befragungsergebnisse in Brasilien: Dort ist Werbung die zweitwichtigste Informationsquelle zum Thema Artenvielfalt. "Dies ist umso bemerkenswerter wenn man bedenkt, dass Brasilien in unserem Barometer den ersten Platz belegt, sowohl was das Bewusstsein als auch das Verständnis zum Thema Biodiversität betrifft".

Ausführliche Informationen sowie weitere, interessante Daten können Sie auf der der UEBT Website finden. Dort steht auch das UEBT Biodiversitäts-Barometer zum Download in englischer Sprache zur Verfügung: http://www.ethicalbiotrade.org/


Über die Europäische Business & Biodiversity Kampagne

Die Europäische Business & Biodiversity Kampagne wurde von einem Konsortium aus europäischen Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) unter Führung des Global Nature Fund (GNF) initiiert. Ihre Zielsetzung ist es, die große - auch ökonomische - Bedeutung der Biodiversität darzulegen und das Engagement der Wirtschaft für den aktiven Schutz und Erhalt von biologischer Vielfalt sowie für Ökosystemdienstleistungen zu gewinnen. Die Kampagne unterstützt Unternehmen durch Biodiversity Checks, Workshops und regionale Biodiversitäts-Foren. In der Kampagnen-Community können Experten und Nicht-Experten ihr persönliches Profil, das Unternehmensprofil sowie Case Studies kostenlos präsentieren. Die Kampagne wird vom LIFE+Programm der Europäischen Union kofinanziert. Kooperationspartner ist die Initiative Biodiversity in Good Company, die das Handbuch Biodiversitätsmanagement veröffentlichte (www.business-and-biodiversity.de).

Weitere Informationen zur Kampagne: www.business-biodiversity.eu


Quelle: Global Nature Fund, Büro Bonn
Umwelt | Biodiversität, 21.05.2012
     
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