Achtsames Wirtschaften als Medizin für unsere Wirtschaft

Wie können wir unseren Umgang mit Geld, Arbeit und Konsum achtsamer gestalten?

Wie erreichen wir eine Wirtschaft, die Sinn macht und Sinn schafft? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Netzwerk Achtsame Wirtschaft, dass sich mit einem umfassenden Relaunch seiner Webseite jetzt neu präsentiert.
Die Zeit ist reif für einen gesellschaftlichen Wandel und insbesondere unser wirtschaftliches Denken und Handeln bedarf einer umfassenden Prüfung. Wir sollten die tieferen Ursachen der aktuellen Krise(n) verstehen und uns nicht in abstrakten ökonomischen Theorien verlieren.


Kai Romhardt,
Gründer des NAW
"Immer mehr Menschen erleben die wirtschaftlichen Prozesse als sinnentleert und destruktiv", so Kai Romhardt, Gründer des NAW. "Doch wir sind keine machtlosen Zuschauer auf dem Spielfeld Wirtschaft - wir sind es, die täglich kaufen und verkaufen, sparen und Schulden machen, arbeiten oder nicht arbeiten." Wenn wir unsere Arbeit, unseren Konsum und unseren Umgang mit Geld bewusster gestalten und verstehen, können wir achtsamer und sinnvoller wirtschaften. "Die aktuelle ökonomische Krise wurzelt in unserem eigenen Geist - und dort müssen wir ansetzen, wenn wir uns selbst und unsere Wirtschaft verändern wollen", schreibt Kai Romhardt in seinem Buch "Wir sind die Wirtschaft".

Hierbei kann jeder bei sich selber beginnen. Die buddhistische Lehre und Meditationspraxis, insbesondere die Kultivierung von Achtsamkeit liefert uns hierbei einen hilfreichen Kompass und effektive Methoden für den Alltag als Unternehmer, Berater, Manager oder als Investor, Konsument oder Arbeitnehmer.
Dies ist die Erfahrung einer Vielzahl von Aktiven des Netzwerks Achtsame Wirtschaft (NAW), einem Zusammenschluss von Meditation praktizierenden Buddhisten und Nicht-Buddhisten, die sich regelmäßig in Seminaren und Retreats sowie zahlreichen Regionalgruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz versammeln. Das NAW bietet auf Basis der buddhistischen Lehre und Meditationspraxis, Alternativen zu den vorherrschenden ökonomischen Ideen und Handlungsmustern an und will damit einen Beitrag zur Umgestaltung der Wirtschaft leisten. Und es bietet Interessierten eine Gemeinschaft zum Lernen und zum Erfahrungsaustausch.

Miteinander statt gegeneinander

Unser heutiges Wirtschaftssystem ist geprägt von Wachstum und Wettbewerb, Effizienz und Konkurrenz, Rendite und Leistung. "Diese Begriffe sind mittlerweile toxisch geworden und wir sollten sie neu definieren", sagt Kai Romhardt. "Wir wollen eine Wirtschaft, in der Arbeit, Geld und Konsum heilsame Prozesse unterstützen anstatt unsere Lebensgrundlage zu zerstören." Besonders deutlich wird die Dringlichkeit eines solchen Paradigmenwechsels zum Beispiel durch die rapide Zunahme von Burnouts durch den ständig wachsenden Druck am Arbeitsplatz sowie der Umweltzerstörung aufgrund des ungehemmten Witschaftswachstums. Achtsamkeit hilft, die Motivation und Auswirkungen unseres Konsums zu erkennen und zeigt die Wechselwirkungen zwischen individuellem Konsum und den gesamtwirtschaftlichen Prozessen auf. Letzten Endes ist jeder Euro, den wir ausgeben, auch eine Abstimmung über die Wirtschaft von morgen.

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist kein Konzept oder eine Idee, sondern ein Geisteszustand. Achtsamkeit heißt zunächst nichts anders, als ganz im gegenwärtigen Moment zu weilen und sich seiner Gefühle, Gedanken und Handlungen in jedem Augenblick voll bewusst zu sein. Die Achtsamkeitspraxis geht auf die buddhistische Tradition zurück. Dort gilt Achtsamkeit als königlicher Geisteszustand, denn sie hilft, die Dinge klarer zu erkennen und damit die Motivation und Folgen unserer Gedanken, Worte und Taten sichtbar zu machen. Achtsamkeit kann - ähnlich wie ein Muskel - trainiert werden. Wichtig ist dabei die Einbindung dieser Praxis in den Alltag. Dazu gibt es verschiedene Methoden, von denen das NAW eine Auswahl auf seiner Webseite vorstellt.
Achtsam netzwerken

Das Netzwerk Achtsame Wirtschaft wurde im Jahr 2004 von Dr. Kai Romhardt initiiert, der seitdem als Hauptkoordinator und Sprecher des Netzwerks agiert. 2008 entstand die erste Regionalgruppe in Berlin, 2011 und 2012 gründeten sich weitere Regionalgruppen in Wien, Freiburg, München, Hamburg, Köln, Frankfurt und Melk (Österreich). Die Angebote des NAW umfassen Retreats, Achtsamkeitsseminare, Vorträge sowie den Erfahrungsaustausch in den Regionalgruppen. Das Netzwerk ist offen für jeden, es ist keine Mitgliedschaft nötig. Derzeit formuliert das Netzwerk eine achtsamkeitsbasierte Arbeits- und Wirtschaftsethik in Form eines Manifestes, das auf den langjährigen Erfahrungen des NAW beruht.

Netzwerkgründer Dr. Kai Romhardt ist ein von Zen-Meister Thich Nhat Hanh autorisierter Dharma- und Meditationslehrer, Unternehmensberater und Buchautor von "Wir sind die Wirtschaft". Sein Weg in der "klassischen Wirtschaft" umfasst eine kaufmännische Ausbildung, BWL-Studium an der Universität St. Gallen, Promotion im Wissensmanagement sowie Tätigkeiten als Unternehmensberater. Nach einem Burnout im Alter von 30 Jahren begann er nach Alternativen zu suchen und fand sie in der buddhistischen Lehre, Meditation und Übungspraxis. Heute erschließt er in Vorträgen, Seminaren und Büchern das Potenzial der buddhistischen Lehre für unser alltägliches Leben und ökonomisches Handeln.

Kontakt:
Netzwerk Achtsame Wirtschaft
Kai Romhardt
Am Großen Wannsee 49
D-14109 Berlin
Tel: 030 - 804 970 20
Mail: romhardt@achtsame-wirtschaft.de
www.achtsame-wirtschaft.de
Quelle: Netzwerk Achtsame Wirtschaft, Kai Romhardt
Wirtschaft | CSR & Strategie, 02.05.2012

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