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"Nachhaltiges Wirtschaften muss zum Normalfall werden"

RNE sieht Nachhaltigkeitsberichte als Impuls für Neuausrichtung der Wirtschaft

Die amtierende Vorsitzende des Nachhaltigkeitsrates, Marlehn Thieme, beglückwünscht die Unternehmen, die am Montagabend vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Unternehmensinitiative "Future - Verantwortung unternehmen" e.V. für ihre Nachhaltigkeitsberichte 2011 ausgezeichnet worden sind: "Der Nachhaltigkeitsrat würdigt heute solche Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsleistungen in vorbildlicher Weise sichtbar machen und für die öffentliche Diskussion aufbereiten. Wir unterstützen diese Bereitschaft zur Transparenz gemeinsam mit der Bundesregierung, weil wir glauben, dass Nachhaltigkeit in den Unternehmen weitere Impulse braucht, um zum Normalfall zu werden."

Keynote-Rednerin: Marlehn Thieme, Kommissarische Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Foto: Thomas Köhler, (C): IÖW
In der Wettbewerbskategorie Großunternehmen landete BMW auf dem ersten Platz, gefolgt von Siemens und BASF. Bei den kleinen und mittleren Unternehmen gewann die Öko-Brauerei Neumarkter Lammsbräu, auf den Plätzen zwei und drei folgen der Spezialhändler für umweltfreundlichen Bürobedarf memo sowie die Bremer Straßenbahn AG.

"Die ausgezeichneten Unternehmen können den Beweis antreten, dass nachhaltiges Wirtschaften auf die Wettbewerbsfähigkeit einzahlt", so Thieme. Besonders im Jahr des Weltgipfels von Rio, auf dem über Wege in eine Green Economy verhandelt wird, biete sich die große Chance, den Ordnungsrahmen auf globaler Ebene zu modernisieren, damit Märkte nachhaltiges Wirtschaften honorieren und nachhaltiges Wirtschaften zum Normalfall wird.

Insbesondere bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sei ein Trend zu mehr Transparenz erkennbar, so Jana Gebauer, Expertin für nachhaltige Unternehmensführung am IÖW. "Nachdem für das letzte Ranking 2009 insgesamt 46 KMU-Berichte eingereicht und unseres Wissens nur eine geringe Zahl weiterer Berichte veröffentlicht wurde, konnten wir 2011 einen deutlichen Anstieg der Berichtsaktivitäten von KMU beobachten. Für das Ranking 2011 wurden bis zum Abgabetermin 55 Berichte eingereicht. Unsere Recherchen ergaben, dass zirka 80 weitere KMU eigenständige Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen."

Angesichts der Vielzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen in Deutschland und eines 25%-Anteils der Nicht-Berichterstatter bei den 150 größten Unternehmen wird aber ebenfalls deutlich, dass der Weg noch weit ist, bis Nachhaltigkeit allgemein akzeptierte Grundlage für die Analyse wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ist. Der Umkehrschluss, dass deutsche Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit nichts zu berichten hätten, sei indes falsch. "Deutsche Unternehmen haben aufgrund der gesetzlichen Regelungen im globalen Wettbewerb Wettbewerbsvorteile, die sie jedoch nicht ausreichend strategisch einsetzen", so Marlehn Thieme. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex erleichtere den Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Dieser vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) verabschiedete Kodex ist ein Transparenzstandard, der in zwanzig Kriterien den Kern unternehmerischer Nachhaltigkeit beschreibt. Er zielt darauf ab, die Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen sichtbar und vergleichbar zu machen und wird Unternehmen jeder Größe und Rechtsform zur freiwilligen Anwendung empfohlen.

Weitere Informationen unter www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de

Weiterführende Informationen zum IÖW/Future-Ranking und die Ergebnislisten unter www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de/presse/ranking_2011

 
Der Rat
Dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an, die von der Bundeskanzlerin für eine Mandatszeit von drei Jahren berufen werden. Zu den Aufgaben des Rates gehören die Entwicklung von Beiträgen zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Beiträge, um Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. In der Wahl seiner Themen und Aktionsformen ist der Rat unabhängig. Ergebnisse aus der laufenden Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, der Zukunftsdialog_Vision2050, Stellungnahmen zur Rohstoffpolitik, zur fiskalischen Nachhaltigkeit, zum Ökolandbau, die Projekte der Werkstatt N, der Strategiedialog mit Oberbürgermeistern sowie Beiträge zur "Green Economy" und zur Vorbereitung der Rio-Konferenz im Juni 2012.

Mehr unter www.nachhaltigkeitsrat.de
Quelle: Katja Tamchina Medienreferentin Rat für Nachhaltige Entwicklung c/o GIZ
Wirtschaft | Branchen & Verbände, 28.02.2012

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