Glühlampenverbot weltweit:

Warum die Zukunft im globalen Einsatz von LED-Lampen liegt

Die EU-Kommission und führende Leuchtmittelhersteller glauben an die Verbreitung der effizienten Glühlampenalternative LED >Nicolas von Wilcke, Initiator der Online-Kampagne Klares Licht (www.klareslicht.de) erklärt, von welchen Ländern Europa beim Glühlampenverbot noch lernen kann
Nicolas von Wilcke
Foto: © Mashup Communications

Nicht nur in Europa heißt es: Goodbye Glühlampe! Inzwischen ist weltweit bekannt, dass für Beleuchtung viel Energie benötigt wird, die maßgeblich zum CO2-Ausstoß beiträgt. "Insbesondere Deutschland gilt als Vorreiterland beim Klimaschutz, doch einige Länder außerhalb der EU sind beim Einsatz neuer, effizienter Lichttechnologie viel weiter", so Nicolas von Wilcke, Initiator der Kampagne Klares Licht (www.klareslicht.de), mit der er maßgeblich zur Lichtwende hin zu LED und somit zu einer besseren und nachhaltigeren Zukunft beitragen möchte. "Bemerkenswert ist vor allem, dass so manch andere Länder, wie zum Beispiel Argentinien und die Philippinen, mehr politisches Engagement in diesem Bereich zeigen", so von Wilcke weiter. Im folgenden Expertenbeitrag wirft der Experte für Technologietransfer einen Blick über die Grenzen und zeigt auf, dass die LED-Technologie nicht nur in Europa als Zukunft des Lichts gilt.

Glühlampenverbot weltweit - Ein Blick über die Grenzen der EU

Nicht die EU ist Vorreiter für das Glühlampenverbot, sondern Länder aus Ozeanien und Südamerika: Australien, Brasilien und Venezuela begannen bereits 2007 bzw. 2005, Glühlampen schrittweise vom Markt zu nehmen. Europa zog erst 2009 nach. Andere Länder wie zum Beispiel Russland, China und die USA haben das Thema dagegen weit unten auf ihrer Agenda und werden erst zwischen 2012 und 2014 eine Auslaufstrategie für Glühlampen verfolgen. Die USA haben sogar Ende 2011 beschlossen, in diesem Jahr die Umsetzung des Verbots nicht weiter zu verfolgen - noch ist unklar wie und wann genau, die klassischen Glühlampen vom Markt verschwinden sollen.

In Indien hingegen wird das Verbot schon seit 2008 rege diskutiert: Die Regierung plant, 400 Millionen Glühlampen durch Energiesparlampen zu ersetzen. Einige Regionen haben herkömmliche Glühlampen bereits komplett aus dem öffentlichen Raum verbannt. Manche Nationen sind sogar noch einen Schritt weiter: Die Philippinen waren die erste Nation Asiens, die das Verbot 2010 erfolgreich durchsetzen konnte.

Ein Blick in die Zukunft des Lichts

Die Ambitionen Glühlampen endgültig abzuschaffen, wurden bisher vorrangig mit dem Einsatz von Energiesparlampen vorangetrieben. Energiesparlampen beinhalten jedoch Quecksilber, welches Schwierigkeiten beim Recycling bereitet und Gesundheitsbeschwerden hervorrufen kann. Daher werden inzwischen Lampen, die auf LED-Technologie basieren, von vielen Menschen als Glühlampenalternative bevorzugt: Sie sind mindestens so effizient wie Energiesparlampen, beinhalten aber keine schädlichen Stoffe und ermöglichen aufgrund ihrer Langlebigkeit eine höhere Geldersparnis für den Verbraucher.

So hat auch die EU-Kommission das Potenzial von LED erkannt und sieht die Verbreitung der neuen und effizienteren Technologie als Selbstverständlichkeit an. Sie führt deshalb am 29. Februar 2012 eine Konsultation zum massiven Einsatz der LED-Beleuchtung in Europa auf Basis der Digitalen Agenda für Europa durch, deren Ziel unter anderem die größere Energieeinsparung mit LED-Beleuchtung ist.

Obwohl die USA ein Nachzügler in Sachen Glühlampenverbot sind, sieht die Industrie dort schon weiter in die Zukunft: General Electrics, Osram und Philips sind davon überzeugt, dass bis 2020 ungefähr 80% aller Lampen mit LED ersetzt sein werden. General Electrics investiert daher schon seit fünf Jahren in die Forschung und Entwicklung von LED.

Sogar auf globaler Ebene gibt es zukunftsweisende Programme, welche die Verbreitung von LED-Lampen unterstützen: Die Vereinten Nationen versuchen im Rahmen ihres Umweltprogramms zusammen mit dem GEF Earth Fund, National Lighting Test Center, Philips Lighting and OSRAM GmbH, die globale Kommerzialisierung und Markttransformation von effizienten Beleuchtungstechnologien voranzutreiben. Die Initiative en.lighten zum Beispiel koordiniert globale Projekte und bietet technische Unterstützung um Länder bei der Einführung von Kampagnen für effizientere Lichttechnologien zu helfen.

Fazit von Nikolas von Wilcke

"Politik wie Wirtschaft haben die Notwendigkeit einer Lichtwende hin zu LED erkannt. Die Zeichen für energieeffiziente Lampen stehen also gut - und das nicht nur in den Industrieländern. Mit der Online-Kampagne Klares Licht (www.klareslicht.de) wollen wir hierzulande einen Anfang machen und ein Umdenken in den Köpfen der Menschen erzielen. Denn am Ende liegt die Macht der Veränderung vor allem beim Verbraucher, der mit seiner eigenen Kaufentscheidung zu einer grundlegenden Verbesserung unserer Umwelt und der unserer Kinder beitragen kann." 
 
Über Nicolas von Wilcke: 
Nicolas von Wilcke (46) ist Initiator der KLARES LICHT Kampagne, die maßgeblich zur Lichtwende hin zu LED und somit zu einer besseren und nachhaltigeren Zukunft beitragen möchte. KLARES LICHT verfolgt das Ziel, den Umstieg auf LED-Leuchtmittel als notwendigen Bestandteil der Energiewende in den Köpfen der Menschen zu verankern. Auf seinem Blog www.klareslicht.de sowie über verschiedene Social Media Kanäle vermittelt Nicolas von Wilcke deshalb auf einfache und unterhaltsame Weise, vielfältige Informationen rund um das Thema LED-Lampen, welche als die umweltfreundlichste, effizienteste und ansprechendste Alternative zu allen anderen Leuchtmitteln gelten. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Nicolas von Wilcke mit den Möglichkeiten effizienter Energienutzung und berät internationale Unternehmen in Sachen Technologietransfer. Zudem ist er ehrenamtlicher Technology Advisor der Grameen Creative Lab GmbH, die sich unter der Leitung von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und Hans Reitz für die Entwicklung und Verbreitung von Social Business Modellen einsetzt. 

Quelle: Rebecca Randak
Technik | Energie, 16.01.2012

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