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Energiereiche Investments 2.0

Der Markt für Umwelttechnologie wächst kontinuierlich

Von Björn Collmann

Sonne, Wind, Wasser und intelligente Netze: Die Bandbreite an erneuerbaren Energien und effizienten Technologielösungen ist groß. Für Anleger und Unternehmen ergeben sich interessante Investmentchancen.

Die Solarenergie als neue Geldmaschine
© MS Sound - Fotolia.com
Grün ist derzeit nicht nur in der Politik gefragt. Auch der Markt für Umwelttechnologie wächst kontinuierlich und ein Ende ist nicht in Sicht. Laut einer Studie der Allianz könnte das Marktvolumen in Deutschland bis 2030 auf 400 Milliarden Euro wachsen - weltweit sogar auf 2.200 Milliarden Euro. "Die deutsche Wirtschaft hat die besten Voraussetzungen, wie keine andere vom Boom in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Antriebstechnologien zu profitieren", sagt Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Ein wichtiger Wachstumstreiber sind dabei die USA. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat einen großen Aufholbedarf beim Umstieg von fossilen Energieträgern auf regenerative Energiequellen. "Deutsche Unternehmen nehmen einen Spitzenplatz bei der Entwicklung Erneuerbarer Energien ein und der amerikanische Markt bietet innovativen Unternehmen beste Wachstumschancen", meint Jan Christoph Wiedeman von der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer. Jüngster Coup des deutschen Solarkraftwerkherstellers Solar Millenium: Der Bau des größten Solarparks der Welt in Blythe, Kalifornien. 2013 soll das Kraftpaket ans Netz gehen und dann Strom für über 320.000 Haushalte liefern.

Auch nachhaltigen Geldanlagen stehen sonnige Zeiten bevor. Die in nachhaltige Investmentfonds geflossenen Gelder haben sich in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren auf 20,5 Milliarden Euro verfünffacht, bis 2020 rechnen Experten mit einer weiteren Umsatzverdopplung. Noch stärker ist das Wachstum in den USA: Durch den Recovery Act, ein gigantisches Konjunkturpaket der Regierung, sind seit 2009 rund 93 Milliarden Dollar in grüne Investments geflossen, ergab eine Studie am Economic Policy Institute und der BlueGreen Alliance.

Risiko durch mögliche Deckelung der Solarförderung
Ähnlich üppig ist entsprechend auch die Auswahl an grünen Investmentprodukten. Von Aktie bis Zertifikate haben Anleger die Qual der Wahl. Um Risiken zu minimieren sollten Anleger jedoch auf Fonds oder Zertifikate zurückgreifen. Noch Luft nach oben könnte das Indexzertifikat auf den ÖkoDAX haben. Der regelmäßig von der Deutschen Börse angepasste Index umfasst die zehn größten deutschen Werte aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Im ersten Quartal betrug die Performance satte 20 Prozent. Damit schlug sich das Öko-Barometer weitaus besser als viele Standart-Indizes. Aktuell ist der ÖkoDAX mit vielen Solarwerten bestückt. Bis auf Cropenergies, PNE Wind und Nordex stammen alle Werte aus der Solarbranche. Der Boom der Solarbranchen steht jedoch auf einem brüchigen Fundament. Grund ist die anstehende Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) Anfang 2012. Eine mögliche Deckelung der Solarförderung könnte somit auch Solar-Investments in Mitleidenschaft ziehen.

Intelligenz zieht das Geld an
Anleger, die nicht allein auf Sonne und strukturierte Produkte setzen möchten, können aus den über 300 Erneuerbare-Energien-Fonds im Bereich Aktien-, Renten-, Misch- und Dachfonds auswählen. Als Erfolg versprechend hat sich in den vergangenen Jahren der SAM Smart Materials Fund erwiesen. "Der Fonds investiert in Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen auch in Zukunft ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum ermöglichen", erläutert Fondsmanager Pieter Busscher kurz und knapp die Anlagestrategie. Mit Erfolg: Innerhalb eines Jahres verbuchte der Fonds einen Zuwachs von knapp 28 Prozent und gehörte damit zu den Spitzenreitern bei ökologischen Investmentfonds. Neben Sonne und Wind bieten zukunftsweisende Energielösungen, die helfen, Strom zu sparen, attraktive Investmentmöglichkeiten. "Smart Grid" heißt das Zauberwort, das die Herzen vieler Investoren höher schlagen lässt. Hinter dem wohlklingenden Begriff verbergen sich intelligente Stromnetze, die eine effiziente Vernetzung von Haushaltsgeräten ermöglichen. Computer sollen in den neuen Netzen überschüssigen Strom aus Windkraft, Solar- und lokalen Kraftwerken verteilen und diesen bei einem Überangebot in Akkus speichern. Voraussetzung für das "Perpetuum mobile" ist allerdings die Rundumsanierung der bestehenden Strom-Infrastruktur. Experten von Morgan Stanley rechnen insbesondere in den USA mit einer jährlichen Verfünffachung des Umsatzvolumens auf 100 Milliarden Euro. In Deutschland geht der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft bis 2020 von einem Investitionsvolumen von 13 Milliarden Euro aus. Indirekt partizipieren an der Entwicklung der schlauen Stromspartechnologie können Anleger mit einem Smart Grid Basketzertifikat. "Profitieren werden hier Gesellschaften, die im Aufbau entsprechender Netzwerke tätig sind", erklärt Nicolai Tietze vom X-markets-Team der Deutschen Bank. Der Korb besteht aus 15 Unternehmen, die operativ im Aufbau intelligenter Stromnetze tätig sind, wie beispielsweise General Electric, Itron oder auch Cisco Systems. Nachteil des Produktes: Es besteht ein Wechselkursrisiko und auch die starre Zusammensetzung ist nicht unbedingt anlegerfreundlich.

Spielwiese für Spekulanten?
Flexibler agiert das Indexzertifikat auf den S-BOX Smart Grid Index. Das Zertifikat der Schweizer Bank Vontobel vollzieht die Wertentwicklung eins zu eins nach. Weiterer Vorteil: Die Zusammensetzung wird regelmäßig überprüft, so dass neue, innovative Unternehmen zeitnah aufgenommen werden können. Anlegern, die Investmentfonds bevorzugen, steht mit dem 4Q-Smart Power Fonds ein solides Produkt zur Verfügung. Seit seiner Auflage Ende 2009 verbuchte der auf das Segment "Smart Grid" spezialisierte Fonds einen Wertzuwachs von rund 30 Prozent.

Während Privatanleger und Unternehmen den Markt für grüne Technologien bereits vor Jahren erschlossen haben, treten seit geraumer Zeit nun auch vermehrt Spekulanten und Großinvestoren auf die Spielwiese des grünen Geldes. Warren Buffet ist mit seiner Firma Berkshire Hathaway in diversen nachhaltigen Sektoren aktiv. George Soros, der mit Spekulationen gegen das britische Pfund im Herbst 1992 das Finanzsystem beinahe zum Kollaps brachte, investierte einen Teil seines Portfolios in grüne Aktien. Einen Zusammenbruch müssen Investoren (vorerst) nicht befürchten: Grüne Technologien stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung. Dennoch ist - wie bei allen Investments - Vorsicht und ein genauer Abgleich mit der eigenen Risikobereitschaft geboten.
Quelle: Björn Collmann
Wirtschaft | Branchen & Verbände, 16.08.2011
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2011 - Schöne Aussichten erschienen.
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