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Neue SEA20-Studie zeigt:

Hafenstädte müssen sich für intelligentere Schifffahrtspraktiken vernetzen oder andernfalls Klimakrisen allein bewältigen

Laut einer neuen Studie von SEA20 ist die internationale Zusammenarbeit zwischen Seestädten politisch notwendig, um die Schifffahrt vernetzter und nachhaltiger zu gestalten. Ebenso wird laut der Studie eine umweltfreundliche maritime Infrastruktur immer mehr im Interesse der Stadtverwaltungen stehen. Wichtige Hafenstädte sind dabei, SEA20 zu bilden - ein Städtenetzwerk, das eine nachhaltige Entwicklung des maritimen Sektors vorantreibt und zugleich als Sprachrohr der Stadt für eine internationale Regulierung wirbt. 
 
Laut einer neuen Studie von SEA20 ist die internationale Zusammenarbeit zwischen Seestädten politisch notwendig, um die Schifffahrt vernetzter und nachhaltiger zu gestalten. © KarstenBergmann, pixabay.comDa 90 % des Welthandels per Schiff und demzufolge in Häfen abgewickelt werden, spielt die maritime Infrastruktur eine wichtige Rolle in der Stadtplanung. Die jüngste Studie von SEA20 zeigt, dass ein wachsender Bedarf bei Städten, Hochschulen und der Industrie besteht, gemeinsam unnötige Emissionen und ungenutzte Möglichkeiten anzugehen, die die Schifffahrt für die Zukunft unserer Städte birgt. Der Wille hierfür ist da. Die mangelnde Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen wichtigen maritimen Akteuren verhindert jedoch Fortschritte in einer Zeit, in der sich die Anzeichen und Auswirkungen der globalen Erwärmung immer deutlicher zeigen.
 
SEA20 ist ein Netzwerk von Seestädten, die gemeinsam aufkommende Krisen im Zusammenhang mit einer schnellen Urbanisierung sowie mit Umweltproblemen angehen wollen. Bisher sind Helsinki, Hamburg, Rotterdam, der Staat Washington, Triest, Luleå, Vaasa und Genua dem Netzwerk beigetreten.
 
An der Studie Mitwirkende heben den Datenaustausch als Beispiel für ein Effizienzsteigerungsverfahren hervor, das in anderen Logistikbranchen schon weit verbreitet ist, von der Schifffahrt jedoch noch nicht genutzt wird. So könnten durch den Datenaustausch Staus in Häfen beseitigt und die Emissionen in der Region drastisch reduziert werden.
 
"Es gibt ein Vertrauensproblem im maritimen Ökosystem, da unterschiedliche Akteure unterschiedliche Vorteile anstreben. Die Behörden betrachten Probleme aus ihrer Sicht, die Branche hat einen eigenen Blickwinkel und so weiter. Aber wie kann man Vertrauen aufbauen?", sagt Xiangming Zeng, Associate Professor an der Shanghai Maritime University, in der Studie.
 
Den Befragten zufolge gibt es aus technologischer Sicht bereits heute viele Lösungen, aber es mangelt an Gesetzgebungen und Anreizen, den Wandel schnell voranzutreiben. Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass es laut Industrie, Hochschulen und Stadtplaner eines breiteren öffentlichen Interesses und Drucks auf die Industrie und ihren Entscheidungsträgern bedarf:
 
"Die Schifffahrtsindustrie bietet enorme und weitgehend zu gering bewertete Möglichkeiten für die Bürger. Aus diesem Grund ist es wichtig, nicht nur verschiedene Gemeinschaften in die maritime Planung einzubeziehen, sondern auch ihr Engagement als treibende Kraft für Veränderungen, Hauptnutznießer und Einzelpersonen, die sich für eine nachhaltige Zukunft einsetzen, zu nutzen", sagt Joshua Berger, Governor's Maritime Sector Lead des Staats Washington.
 
Die Mitglieder der SEA20 sind sich einig, dass man über technologische Fragen hinausgehen muss, um auf diese Themen einzugehen. Laut der Studie sind die Ozeane auch das größte natürliche Ökosystem der Erde, weshalb das Überleben der Menschheit als Spezies daher von ihrer Erhaltung abhängt. Daher ist jetzt politisches Gewicht erforderlich, um wirksame Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.
 
Städte müssen sich dringend zusammenschließen
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es in allen Seestädten universelle Bedürfnisse gibt, z. B. die Arbeit im maritimen Sektor mit städtischen Innovatoren zu verknüpfen und die Entscheidungsfindung zu optimieren, die zur Grundlage für einen gemeinsamen globalen Vorstoß werden könnte. Gemeinsame Innovationen könnten dazu führen, dass alle wichtigen Akteure in der gesamten Branche in eine nachhaltige Entwicklung investieren.
 
So ist die Standardisierung der Schlüssel zu einer Reihe von langfristig umgesetzten Lösungen. Wirksame Technologien und Strategien müssen zwischen Häfen und Städten ausgetauscht werden. Die Liste der potenziell erfolgreichen Fälle wächst bereits.
 
"Die Transformation zu beschleunigen ist einfach: neues Denken, Talent und politischen Willen einbringen. Die Städte bringen all diese Fähigkeiten mit und wir glauben, dass es in ihrer Verantwortung und in ihrem Interesse liegt, diese auch zu nutzen. Seestädte sind die aufstrebende Mächte, wenn es um globalen politischen Einfluss geht, und in der perfekten Position, Einfluss auf internationale Regulierungsbehörden und die Industrie selbst auszuüben", sagt Risto E.J. Penttilä, CEO von Nordic West Office und Koordinator des SEA20-Netzwerks.
 
Ein kontinuierliches Anliegen der Initiative ist es, Grundsätze zu entwerfen, die ihre Mitglieder in einer Reihe von erklärten Ambitionen vereint. Das SEA20-Netzwerk will bis September 2020 erste Entwürfe dieser Grundsätze vorlegen.
 
 
Über SEA20
SEA20 ist eine gemeinnützige Initiative mit dem Ziel, intelligente und ökologisch ambitionierte Hafenstädte miteinander zu verbinden, um den Übergang zu einem intelligenteren und nachhaltigeren globalen maritimen Ökosystem zu erleichtern. Dies erfolgt durch den Austausch von Best Practices, Analysen, Erkenntnissen sowie Workshops. "Principles for a smarter and more sustainable global maritime ecosystem" wird im Sommer 2020 veröffentlicht.
 
Derzeit gehören dem Netzwerk Hamburg, Helsinki, Luleå, Vaasa, Rotterdam, Triest, Genua und der US-Bundesstaat Washington an. Andere Städte sind dabei, sich anzuschließen.
 
Die Initiative wird von Nordic West Office, einem Beratungsunternehmen für globale Angelegenheiten und Think Tank mit Sitz in Helsinki, geleitet und von Wärtsilä, einem weltweit führenden Anbieter von intelligenten Technologien und ganzheitlichen Lösungen über die gesamte Produktlebensdauer für die Schifffahrts- und Energiemärkte, unterstützt.
 
 
Beitritt zur globalen SEA20-Initiative:
Städte, Häfen, NGOs, akademische Institutionen, Organisationen, Experten und andere interessierte Stakeholder sind herzlich eingeladen, sich der Initiative anzuschließen. Es gibt zwei Kategorien von Mitgliedern: Städte und andere Interessengruppen ("Mitglieder des Netzwerks"). Alle Interessenten sind herzlich eingeladen, sich mit uns in Verbindung zu setzen.
 
Städte stehen im Mittelpunkt der Initiative. Ihre Vertreter treffen die finale Entscheidung bei SEA20-Veröffentlichungen und anderen Aktivitäten. Mitglieder des Netzwerks können sich beteiligen und an SEA20-Veranstaltungen teilnehmen.
 
Es fallen keine Beitrittsgebühren oder Teilnahmekosten an. Die Vertreter der SEA20-Städte werden gebeten, so viel Zeit wie möglich in die Initiative zu investieren und ihr Fachwissen in die Netzwerkaktivitäten einzubringen. Mitglieder des breiteren Netzwerks werden außerdem darum gebeten, die Notwendigkeit von Veränderungen zu unterstützen, indem sie Inhalte in ihren Netzwerken teilen.
 

Technik | Mobilität & Transport, 16.12.2019

     
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