Für ein neues Zeitalter von Unternehmertum?! - Wege in ein Resonanz-Unternehmertum. 11. bis 13. Juni 2024

Kein gutes Klima ohne Handelsgerechtigkeit

Zur COP 25 fordert die internationale Fair-Handels-Bewegung mehr Gehör für Kleinproduzent*innen

Im Vorfeld des Klimagipfels fordert die internationale Fair-Handels-Bewegung die Delegierten der Weltkonferenz auf, die Grundsätze und Praktiken des Fairen Handels als entscheidenden Bestandteil von Klimaschutz- und Anpassungsstrategien anzuerkennen.
 
Für Klimagerechtigkeit muss das globale Geschäftsgebaren geändert werden. © Fairtrade / Sean HawkeyAngesichts von Dürren, Überschwemmungen und unvorhersehbaren Wettermustern sind immer mehr Kleinbäuer*innen gezwungen, ihre Felder zu verlassen, in die Städte zu ziehen oder gar auszuwandern. Millionen Menschen können womöglich ihre Ernährung nicht mehr sichern. Damit sind auch der weltweite Frieden und die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in Gefahr. Die Klimakrise wird voraussichtlich bis 2030 mehr als 100 Millionen Menschen in den so genannten Entwicklungsländern unter die Armutsgrenze drängen. Ohne rigorose Anpassungsmaßnahmen könnte die globale Erwärmung die landwirtschaftlichen Erträge bis 2050 weltweit um bis zu 30 Prozent verringern, was mehr als 500 Millionen kleine Agrarbetriebe auf der ganzen Welt betreffen würde.
 
Klimawandel bedroht Existenz von Kleinbauernfamilien
„Hierzulande spüren wir den Klimawandel durch heiße Sommer und Starkregen. Für Kleinbauernfamilien im globalen Süden sind klimabedingte Ernteeinbußen eine Existenzbedrohung. Hinzu kommen niedrige Weltmarktpreise", sagt Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland). „Ein gutes Klima braucht globale Gerechtigkeit. Dies geht nur durch gemeinsames Engagement von Wirtschaft, Politik und Konsumenten.
 
"Daher fordert die Fair-Handels-Bewegung dringend ambitionierte und verbindliche Maßnahmen zum Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel – im Sinne der Menschen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Die Akteure der Fair-Handels-Bewegung warnen, dass unfaire Handelspraktiken und Geschäftsmodelle die Klimakrise stark beschleunigen. Sie opfern das Wohl von Mensch und Erde dem Gewinnstreben.
 
Faire Handelspraktiken als Basis für Klimapolitik
„Die traurige Wahrheit der Klimakrise ist, dass die Zeche die Menschen zahlen, die am wenigsten dazu beigetragen haben – marginalisierte Bevölkerungsgruppen und Kleinproduzent*innen weltweit. Um Klimagerechtigkeit zu erreichen, müssen wir die globalen Handels- und Geschäftsmodelle radikal ändern. Faire Handelspraktiken müssen ein integraler Teil von Klimapolitik werden!", fordert Andrea Fütterer, Vorstandsvorsitzende des Forum Fairer Handel und Abteilungsleiterin Grundsatz und Politik bei der GEPA.
 
Transparente Lieferketten, eine gleichmäßige Macht- und Wertschöpfungsverteilung unter den beteiligten Akteuren und die Einhaltung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht durch Unternehmen sind entscheidende Faktoren, um Kleinbäuer*innen widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Darüber hinaus sind kostendeckende Preise für deren Agrarerzeugnisse, technische Unterstützung und ein besserer Zugang zu Krediten und Finanzmitteln erforderlich, damit die Kleinproduzent*innen in Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen investieren können.
 
„Kleinproduzent*innen sollten Zugang zu milliardenschweren Klimafonds wie dem ‚Green Climate Fonds‘ bekommen. Vergabekriterien sollten so formuliert werden, dass Kleinproduzent*innen einfacher finanzielle Mittel erhalten und diese unbürokratisch verwalten können", fordert Andrea Fütterer.
 
Gesetzliche Regelungen, um Klimawandel abzuwenden
Der Faire Handel bietet konkrete Instrumente und langjährige Erfahrung, um Kleinbäuer*innen und marginalisierte Produzent*innen im Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen. Er ist daher ein wichtiger Partner, um die Klimakrise gemeinsam zu bewältigen. Dennoch bedeutet das schiere Ausmaß der Krise, dass Freiwilligkeit alleine nicht ausreicht, um den Klimawandel abzuwenden. Globale Gerechtigkeit und nachhaltige Anbaumethoden müssen verbindlich für alle sein, so der dringende Appell der Fair-Handels-Bewegung an die Delegierten im Rahmen der COP 25
 
 
Hintergrund
Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e.V. nicht selbst mit Waren, sondern setzt sich dafür ein, den Handel mit fair gehandelten Produkten und Rohstoffen zu fördern und mehr Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu erreichen. TransFair vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte auf dem deutschen Markt und gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International e.V. fairtrade-deutschland.de
 
Das Forum Fairer Handel (FFH) ist der Verband des Fairen Handels in Deutschland. Sein Ziel ist, das Profil des Fairen Handels zu schärfen, gemeinsame Forderungen gegenüber Po­litik und Handel durchzusetzen und eine stärkere Ausweitung des Fairen Handels zu errei­chen. Das FFH versteht sich als die politische Stimme der Fair-Handels-Bewegung in Deutschland und setzt sich für veränderte Regeln für Handel und Landwirtschaft weltweit ein. Das FFH erhebt jährlich umfangreiche Daten zu Umsätzen und Absatzmengen des Fairen Handels, auf deren Grundlage sich aktuelle Trends und Entwicklungen des Fairen Handels in Deutschland einschätzen lassen. Einmal im Jahr veranstaltet das Forum Fairer Handel die Faire Woche – die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland. Mehr Informationen finden Sie unter www.forum-fairer-handel.de
 
Als Fair Trade-Pionier steht die GEPA seit über 40 Jahren für Transparenz und Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit. Sie handelt als größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen haben die Partner mehr Planungssicherheit. Hinter der GEPA stehen MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger". Für ihre Verdienste um den Fairen Handel und die Nachhaltigkeit ist die GEPA vielfach ausgezeichnet worden, u. a. beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2014 als „Deutschlands nachhaltigste Marke"; gleichzeitig wurde sie dabei unter die Top 3 der nachhaltigsten Kleinunternehmen (bis 499 Mitarbeiter) gewählt. Außerdem hat sich die GEPA nach dem neuen Garantiesystem der WFTO prüfen lassen. gepa.de
 
Kontakt: Claudia Brück, TransFair | presse@fairtrade-deutschland.dewww.fairtrade-deutschland.de

Umwelt | Klima, 28.11.2019

     
Cover des aktuellen Hefts

Jede Menge gute Nachrichten

forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2024 mit dem Schwerpunkt "Der Weg zum Mehrweg – Transport und Logistik"

  • Circular Cities
  • Kllimagerecht bauen
  • Kreislaufwirtschaft für Batterien
  • ToGo-Mehrwegverpackungen
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
24
MAI
2024
Lunch & Learn: "Speak like a Speaker"
Wie Sie auf Ihrer eigenen Konferenz überzeugen.
online
24
MAI
2024
DACHKRONE
Deutscher Dachpreis 2024 - Preisverleihung
33609 Bielefeld
06
JUN
2024
Change Makers Dialogues #2 an der KLU in Hamburg
Nachhaltigkeit messen, zählen, wiegen.
20457 Hamburg
Alle Veranstaltungen...
The VinylPlus Sustainability Forum 2024. Together towards higher ambitions

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Warum eskaliert der Streit um Israel und Palästina ausgerechnet an den Hochschulen?
Christoph Quarch fordert mehr Kooperation, mehr Dialog und mehr Disputation
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Dankbarkeit und Verpflichtung, wichtige Events und Freitickets für forum Leser*innen

6 gute Gründe für Refurbished IT - Die effiziente Lösung für Unternehmen

Evonik saniert Grundwasser in Hanauer Stadtteil in preisgekröntem Projekt

Biodiversität entdecken: Einladung zur Porsche Safari

Zum Tag der biologischen Vielfalt:

2.600 Tonnen CO2 eingespart: Weleda Cradle Campus verwendet heimische Hölzer

Fahrrad-Leasinganbieter Company Bike gewinnt Giesecke+Devrient als Neukunden und baut damit sein Portfolio an Großunternehmen am Standort München weiter aus.

TK Elevator veröffentlicht dritten Nachhaltigkeitsreport „Moved by What Moves People":

  • Kärnten Standortmarketing
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • circulee GmbH