Innovationsforum Energie. Dekarbonisierung | Dezentralisierung | Digitalisierung | Wertschöpfung. Zürich, 2.-3. Juni 2022

Auszeichnung für die „mutigen Frauen von Kruscica“

EuroNatur-Preis 2019 geht an Flussschützerinnen aus Bosnien-Herzegowina

Über 500 Tage und Nächte hat eine Gruppe von Frauen aus dem Dorf Kruscica eine Brücke über den gleichnamigen Fluss besetzt und somit den Bau von zwei Wasserkraftwerken verhindert. Für diese mutige und ausdauernde Protestaktion erhalten die Frauen am 10. Oktober 2019 den EuroNatur-Preis.
 
Vereinigt gegen Wasserkraft: Mehr als 500 Tage und Nächte haben Frauen im bosnischen Bergland nahe der Ortschaft Kruscica eine Brücke besetzt und so den Bau von zwei Wasserkraftwerken verhindert. © Andrew BurrIm Glauben, dass Frauen von den Sicherheitskräften nicht angegriffen würden, waren es ausschließlich Bewohnerinnen des Dorfes Kruš?ica, die von August 2017 bis Dezember 2018 die Brücke über ihren Fluss blockierten. Weder gewalttätige Einsätze der Polizei noch Einschüchterungsversuche des Investors konnten die mutigen Frauen dazu bringen, die Verteidigung ihres Flusses aufzugeben. Erst kurz vor Weihnachten 2018 entschieden sich die Frauen, die Brücke zu verlassen. Das zuständige Gericht hatte die Einwände gegen die geplanten Wasserkraftwerke bestätigt. Damit fand der knapp anderthalb Jahre dauernde friedliche Protest der Frauen von Kruscica ein vorläufig glückliches Ende.
 
„Der Mut und die Beharrlichkeit dieser tapferen Frauen imponiert und hat Vorbildcharakter für den Einsatz von EuroNatur und ihren Partnerorganisationen im Kampf gegen die Wasserkraftlobby auf dem Balkan", begründet EuroNatur-Präsidentin Christel Schroeder die Wahl der diesjährigen Preisträgerinnen. Mit der Auszeichnung stehen die „mutigen Frauen von Kruscica" in einer Reihe mit Persönlichkeiten wie dem US-Beststellerautor Jonathan Franzen oder dem rumänischen Urwaldschützer Gabriel Paun. Sie erhielten den EuroNatur-Preis für ihren beispielhaften Einsatz zum Schutz des europäischen Naturerbes.
 
Hintergrundinformationen:
  • EuroNatur-Preis: Frühere Preisträger sind u.a. Roberto Epple, Jonathan Franzen, Dr. Luc Hoffmann, Dr. Mario F. Broggi und Gudrun Steinacker. Der EuroNatur-Preis ist undotiert. Mit ihm werden herausragende Leistungen für den Naturschutz gewürdigt. Der EuroNatur-Preis 2019 wird am Donnerstag, 10. Oktober 2019 um 17 Uhr auf der Bodenseeinsel Mainau an eine Delegation der Frauen aus Kruscica verliehen.
  • Kampagne zur Rettung der Balkanflüsse: Ungefähr 3.000 neue Wasserkraftwerke sind derzeit zwischen Slowenien und Albanien in Planung oder im Bau. Um dieser Welle der Zerstörung entgegenzutreten, haben die Naturschutzorganisationen EuroNatur und Riverwatch zusammen mit lokalen Partnern in den Balkanländern die Kampagne „Save the Blue Heart of Europe" ins Leben gerufen.
EuroNatur ist eine gemeinnützige, international tätige Naturschutzstiftung mit Sitz in Radolfzell am Bodensee. Ziel ist der grenzübergreifende Erhalt wertvoller europäischer Natur- und Kulturlandschaften mitsamt ihrer Artenvielfalt. Hauptbestandteil der Arbeit von EuroNatur ist es, Menschen und Natur zu verbinden – die Grundlage, um einen langfristigen Erfolg der Projekte zum Schutz von Wildtieren wie Wölfen, Bären, Luchsen, Zugvögeln und ihren Lebensräumen zu erreichen. Sie finden uns im Internet unter www.euronatur.org und auch auf Facebook, Twitter und YouTube.
 
Kontakt: Christian Stielow, EuroNatur | christian.stielow@euronatur.orgwww.euronatur.org

Umwelt | Naturschutz, 31.07.2019
     
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