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Kein Rechtsbruch für Bienengift

Jetzt Eil-Appell unterzeichnen

Agrarministerin Klöckner hat 18 neue Ackergifte zugelassen, die unsere Bienen töten. Das Veto von Umweltministerin Schulze überging sie einfach – ein klarer Rechtsbruch! Über Hundert weitere Pestizide stehen schon auf der Warteliste. Damit sie die nicht auch noch durchwinkt, müssen wir jetzt schnell sein.
 
 
Unterzeichnen Sie den Eil-Appell gegen die Zulassung weiterer Ackergifte, die unsere Bienen töten. © katja, pixabay.comHintergrundinformationen: 
Um welche Pestizide handelt es sich?
Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) und das ihr unterstellte Verbraucherschutzamt haben 18 neue Pestizide zugelassen. Darunter sind auch Produkte mit den Wirkstoffen Glyphosat und Cyantraniliprol. Glyphosat ist ein Totalherbizid. Es tötet jede Pflanze, die vorher nicht entsprechend gentechnisch verändert wurde. In Deutschland wird Glyphosat vor allem eingesetzt, um Wildkräuter abzutöten – damit sie nicht bei der Aussaat stören. Glyphosat wurde vom US-Konzern Monsanto patentiert und ist zum Beispiel im Unkrautvernichter Round-Up enthalten. Im Juni 2018 hat der deutsche Bayer-Konzern Monsanto für 63 Milliarden Euro gekauft. Cyantraniliprol ist ein Gift, das Insekten bekämpft. Dabei ist es nicht nur für Schädlinge tödlich, auch Bienen sterben daran. Das Mittel kommt aus dem Hause DuPont. Der Chemiekonzern fusionierte inzwischen mit Dow AgroSciences.
 
Warum sind die Pestizide gefährlich?
Glyphosat schadet Mensch und Natur. Das Unkrautvernichtungsmittel hat verheerende Folgen für die Umwelt: Im September 2018 fanden Forscher*innen heraus, dass das Mittel für Bienen tödlich sein kann. Es schwächt die Abwehrkräfte der Bestäuber, so dass sie anfälliger für tödliche Infektionen werden. Das Gift vernichtet alle wilden Blühwiesen. Dadurch finden Bienen, Hummeln und Schmetterlinge keine Nahrung mehr und sterben. Auch Menschen sind in Gefahr: Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat 2015 als „wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Das betrifft vor allem Anwender*innen von Glyphosat. Studien belegen, dass sie vermehrt an Lymphknotenkrebs erkranken. Im August 2018 wurde Bayer-Monsanto erstmals von einem US-amerikanischen Gericht auf Schadensersatz verurteilt: in Höhe von 289 Millionen US-Dollar. Cyantraniliprol schädigt Bienen schon in geringen Mengen. Weniger als 0,0001 Milligramm des Giftes sind für mehr als jede dritte Honigbiene tödlich. Besonders gefährlich ist auch, dass die Mittel systemisch wirken, da sich die Pestizide in allen Bereichen der Pflanze ablagern. Stängel, Blätter, Blüten – alles wird für Bienen giftig. Es reicht sogar aus, wenn nur das Saatgut der Pflanze behandelt wurde. Das Gift kann nicht unterscheiden, was für die Pflanze Schädling ist und was nicht. Das bringt unser Ökosystem in Gefahr.
 
Wie steht es um die Insekten?
Studien zeigen, dass die Gesamtmasse der fliegenden Insekten allein in Deutschland innerhalb der vergangenen 27 Jahre um mehr als 75 Prozent geschrumpft ist. Die Pestizide, die auf unseren Äckern landen, haben daran einen großen Anteil. Besonders gefährlich sind die sogenannten Neonikotinoide. Für Bienen sind sie tödlich. Die EU hat sie daher Anfang 2018 komplett verboten. Mit Cyantraniliprol und anderen Bienengiften versuchen Agrarkonzerne nun, Ersatzmittel für die Neonikotinoide auf den Markt zu bringen. Eine Mogelpackung – denn sie sind genauso tödlich für Bienen.
 
Was sind die Folgen des Bienensterbens?
Bienen sind für uns enorm wichtig. Sie bestäuben 80 Prozent unserer Nutz- und Zierpflanzen. Damit sichern sie die Artenvielfalt und das Überleben aller Pflanzen. Äpfel, Mandeln, Erdbeeren oder Kürbisse würden ohne Bienen nicht wachsen. Die Pestizide bedrohen nicht nur die Lebensmittelvielfalt, sondern auch die Existenz zahlreicher Landwirt*innen. Der wirtschaftliche Wert der Arbeit, die Bienen und andere Bestäuber leisten, wird allein in Europa auf mehr als 22 Milliarden Euro geschätzt. Wegen des Insektensterbens geht auch die Zahl der Vögel zurück. Das hat ein Wissenschaftler am Bundesamt für Naturschutz nachgewiesen. Es ist ein Dominoeffekt: Erst sterben die Insekten. Dann verhungern Vögel, Frösche und Igel. Eine Katastrophe für unser Ökosystem.
 
Wie kam es zur Zulassung der Pestizide?
Die Zulassung der 18 Pestizide wurde von der Behörde erteilt, die der CDU-Agrarministerin Julia Klöckner untersteht: dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Es handelte ohne die benötigte Zustimmung des Umweltbundesamtes (UBA). Dieser Alleingang stellt somit einen Rechtsbruch dar.
 
Warum ist die Zulassung nicht rechtens?
Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, den Einsatz von Glyphosat zunächst mit einer „Minderungsstrategie" deutlich einzuschränken. Bis spätestens März 2020 wollen sie eine Ackerbaustrategie zu „umwelt- und naturverträglichen Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln" vorlegen. Dazu gehört auch, dass sie Alternativen zu Pestiziden fördern wollen. SPD und CDU/CSU waren sich einig, die Anwendung von Ackergiften so schnell wie möglich zu beenden. Doch Julia Klöckner (CDU) hält sich nicht daran: Mit der Zulassung landet ein neues glyphosathaltiges Pestizid dieses Jahr auf unseren Feldern. Besonders widersprüchlich sind die Aussagen von Klöckner selbst. Noch vor einem Jahr versprach sie: „Was der Biene schadet, muss vom Markt." Nun tut sie das Gegenteil.
 
Wie stehen Union und SPD zu Pestiziden?
Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, den Einsatz von Glyphosat zunächst mit einer „Minderungsstrategie" deutlich einzuschränken. Bis spätestens März 2020 wollen sie eine Ackerbaustrategie zu „umwelt- und naturverträglichen Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln" vorlegen. Dazu gehört auch, dass sie Alternativen zu Pestiziden fördern wollen. SPD und CDU/CSU waren sich einig, die Anwendung von Ackergiften so schnell wie möglich zu beenden. Doch Julia Klöckner (CDU) hält sich nicht daran: Mit der Zulassung landet ein neues glyphosathaltiges Pestizid dieses Jahr auf unseren Feldern. Besonders widersprüchlich sind die Aussagen von Klöckner selbst. Noch vor einem Jahr versprach sie: „Was der Biene schadet, muss vom Markt." Nun tut sie das Gegenteil.
 
Kontakt: Campact e.V. | presse@campact.dewww.campact.de

Umwelt | Biodiversität, 23.04.2019
     
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