B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen

Vorbilder gesucht

Ein Projekt zur Biodiversitätsförderung

Die Landwirtschaft ist eine der Hauptgefährdungen für die Biodiversität, denn ihre Intensivierung und Spezialisierung hat zu einem Verlust von Habitaten und Lebensräumen geführt. Landnutzung und Lebensmittelindustrie sind damit Schlüsselfaktoren für den Erhalt der Biodiversität.

Beim Hartweizenanbau soll künftig der Vielfalt mehr Platz eingeräumt werden, was einer hohen ackerbaulichen Kompetenz der Landwirte bedarf. © AlbgoldGemäß Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie trifft jeder vierte Konsument seine Kaufentscheidung auch nach ethischen Kriterien wie Naturschutz, fairem Handel oder artgerechter Tierhaltung. Lebensmittel mit einem Naturschutz-Mehrwert sind somit eine zukunftsweisende Reaktion auf Markterfordernisse und Marktchancen. 

Gute Beispiele machen Schule
Gemeinsam mit der Bodensee-Stiftung und dem Institut für Agrarökologie und Biodiversität (IFAB) prüft beispielsweise der schwäbische Nudelhersteller Alb-Gold die Möglichkeiten zur gezielten und nachprüfbaren Förderung der Biodiversität im Hartweizenanbau. Im nächsten Schritt sollen dann mehr als 100 Vertragslandwirte die Biodiversitätsmaßnahmen für die Nudelmacher praktisch erproben und langfristig umsetzen. Erste Untersuchungen des IFAB im Sommer 2018 ergaben, dass die landwirtschaftlichen Strukturen der Getreidelieferanten mit vielen Hecken und Waldflächen größtenteils in Ordnung sind. Außerdem wurde klar, dass die Veränderungsmöglichkeiten im Hartweizenanbau sehr begrenzt sind, da das Getreide extrem sensibel reagiert. Mehrjährige Blühstreifen sollen deshalb die Artenvielfalt fördern. Diese bringen Farbe in die Landschaft und wirken gleichermaßen positiv auf Mensch, Tier und Insekten. Dabei gilt es die passenden Blühmischungen zu finden, um regionalen Aspekten gerecht zu werden. 

Mohn und Kornblumen 
Ein weiterer Schwerpunkt des Programms: die Förderung von Ackerwildkräutern. Kornblume, Mohn und Kamille waren über viele Generationen auf den Äckern zu finden. Durch Intensivnutzung oder auch Saatgutaufbereitung und verbesserte Bodenbearbeitung verschwinden immer mehr von ihnen. Gemeinsam mit den Landwirten sollen Flächen aus der Intensivnutzung genommen werden, um diesen selten gewordenen Pflanzen wieder einen Lebensraum zu bieten. Dies bringt zusätzliche Nahrungsquellen und Lebensräume für viele gefährdete Tiere und Kleinlebewesen und erhält damit das genetische Potenzial dieser Arten. Bei allen Naturschutz-Anstrengungen muss bei einem Nudelhersteller die hohe Qualität des Hartweizens (Durum) immer im Vordergrund stehen. Diese soll durch das Zusammenspiel aus fachlicher Praxis und den oben genannten Biodiversitätsmaßnahmen weiter ausgebaut werden.
 
Weitere Informationen 
www.deutscher-hartweizen.de | www.bodensee-stiftung.org
Von Fritz Lietsch

Umwelt | Biodiversität, 30.01.2019

Cover des aktuellen Hefts

Social Business beseitigt Plastik-Müll und schafft neue Jobs

forum 03/2019 ist erschienen

  • Entrepreneurship
  • Die Plastikflut
  • Wasserstoff
  • Der Bauer: Problemlöser statt Sündenbock
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
SEP
2019
9. Filme für die Erde Festival
Wissen weitergeben – Bewusstsein schaffen
DACH


20
SEP
2019
Globaler Klimastreik
Alle fürs Klima!
weltweit


Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!


Digitalisierung

Digitale Schnitzeljagd in Berlin:
Senioren erkunden ihre Stadt mit Hilfe von Tablets und Smartphones




  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • PEFC Deutschland e. V.
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • Bayer Aktiengesellschaft
  • Deutsche Telekom AG
  • Alfred Ritter GmbH & Co. KG
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Global Nature Fund (GNF)