Innovationsforum Energie. Dekarbonisierung | Dezentralisierung | Digitalisierung | Wertschöpfung. Zürich, 2.-3. Juni 2022

Reparaturen von Haushaltsgeräten sollten steuerlich absetzbar sein

UBA legt zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung 7-Punkte-Strategie gegen Obsoleszenz vor

Auch Reparaturen außerhalb des Haushalts sollten steuerlich absetzbar sein. Dies schlug das Umweltbundesamt (UBA) zum Start der Europäischen Woche der Abfallvermeidung (EWAV) vor. „Wenn der Handwerker ins Haus kommt und die Waschmaschine oder den Fernseher schon vor Ort reparieren kann, ist das steuerlich absetzbar. Dasselbe sollte gelten, wenn er das Gerät zur Reparatur mitnehmen muss", so Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. Der Vorschlag ist Teil einer 7-Punkte-Strategie des UBA gegen Obsoleszenz, die neben steuerlichen Instrumenten auch auf das Design von Produkten und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Reparatur abzielt, um einem vorzeitigen Austausch von Produkten entgegen zu wirken.

Kurze Produktlebensdauern und kurze Produktnutzung sind eine Belastung für die Umwelt. Bei der Produktion von neuen Produkten werden wertvolle, nur begrenzt verfügbare Rohstoffe verbraucht. Der Abbau von Rohstoffen, Transportprozesse und die Produktion können mit teilweise erheblichen Umweltbelastungen verbunden sein. Zudem entstehen im Produktionsprozess zusätzliche Treibhausgasemissionen.  Nicht zuletzt wachsen die Abfallberge durch die vielen früher entsorgten Konsumprodukte.
 
Um dem vorzeitigen Austausch von Produkten entgegenzuwirken, schlägt das UBA eine 7-Punkte-Strategie vor, die eine lange Produktlebensdauer und die Reparatur stärken sowie das Konsumverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher auf längere Haltbarkeit und Reparierbarkeit der Produkte hin lenken sollen. Diese basiert auf dem bereits veröffentlichten UBA-Positionspapier „Strategien gegen Obsoleszenz" und fokussiert auf sieben Maßnahmen, für welche jetzt eine Umsetzung erfolgen sollte:

  1. Längere Haltbarkeit und einfachere Reparierbarkeit: Mindestanforderungen für Reparierbarkeit und Langlebigkeit unter der EU-Ökodesign-Richtlinie umsetzen
  2. Angaben zu Reparierbarkeit und Reparaturservices sowie Verfügbarkeit von Ersatzteilen bei Produktkauf
  3. Verpflichtende Garantieangabe für Produkte
  4. Zugang zu Reparaturanleitungen, Ersatzteilen und Diagnosesoftware für unabhängige Reparaturbetriebe sicher stellen
  5. Ermäßigter Mehrwertsteuersatz für Reparaturdienstleistungen
  6. Steuerliche Absetzbarkeit von Reparaturen auch außerhalb des Haushalts
  7. Stärkung der Wertschätzung für Produkt
Die Gründe für Obsoleszenz sind vielfältig. Oft entsteht der Wunsch für ein neues Produkt, weil das „alte" aus der Mode gekommen ist. Oder weil Hard- und Software nicht mehr aktuell oder miteinander kompatibel sind. Doch auch entstehende Defekte durch mangelnde Leistungsfähigkeit von Materialien und Komponenten können eine Weiternutzung verhindern und einen Neukauf auslösen. Insbesondere dann, wenn die Reparatur des Gerätes zu teuer ist oder zu aufwendig erscheint.
 
„Umso wichtiger ist es, Reparaturservice verbrauchernah zu gestalten und bereits beim Design des Produktes an die Reparaturmöglichkeiten zu denken. Dafür sollte die Ökodesignrichtlinie der EU Vorgaben machen. Vorreiter ist hier das Umweltzeichen Blauer Engel, bei welchem wir Anforderungen zu Reparierbarkeit und Lebensdauer vor allem bei Elektro- und Elektronikprodukten bereits umsetzen", betont Krautzberger.
 
Das UBA stellt die 7-Punkte-Strategie zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung vor. Die diesjährige EWAV steht unter dem Motto „Gib Dingen ein zweites Leben!" und soll Bürgerinnen und Bürgern Mut machen, mehr zu reparieren und Produkte länger zu nutzen. Außerdem soll aufzeigt werden, wie Produkte länger haltbar gemacht werden können. Vom 18. bis zum 26. November 2017 zeigen mehr als 1.000 Veranstaltungen in ganz Deutschland, wie das gehen kann.
 
Kontakt: Umweltbundesamt | buergerservice@uba.de | www.uba.de

Umwelt | Ressourcen, 20.11.2017
     
Cover des aktuellen Hefts

Was wäre, wenn?

forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2022 ist erschienen. Schwerpunkt: Energiewende

  • KI – Künstliche Intelligenz
  • Fahrplan für die Energiewende
  • Monopoly oder: Wer regiert die Welt?
  • Klimaneutral Bauen
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
03
JUN
2022
15. Deutscher Nachhaltigkeitspreis
Für eine lebenswerte Zukunft
deutschlandweit
11
JUN
2022
Energy Efficiency Award 2022
Gesucht: Energieeffizienz- und Klimaschutzprojekte
international
25
JUN
2022
Großdemonstration zum G7-Gipfel in München
Klimakrise, Artensterben, Ungleichheit: Gerecht geht anders!
80336 München
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

Spaltet der Ukraine-Krieg nun auch die deutsche Politik?
Christoph Quarch fordert ein generelles Twitter-Verbot für Diplomaten und Politiker in Regierungsverantwortung.
Deutscher Nachhaltigkeitspreis
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

HR-Digitalisierung: Das muss sich ändern!

Leadership - Verantwortung übernehmen

Auf Torf verzichten und Moore erhalten

20 Jahre Einsatz für das Klima

Das Lieferkettengesetz kommt – was Unternehmen wissen müssen

Dirndl & Lederhose:

Biologisch abbaubare Binden und Tampons zur Bekämpfung von Menstruationsarmut

Wissenschaft trifft Kommunen

  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • TourCert gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • PEFC Deutschland e. V.