Innovationsforum Energie. Dekarbonisierung | Dezentralisierung | Digitalisierung | Wertschöpfung. Zürich, 2.-3. Juni 2022

Private-Equity-Manager achten auf Nachhaltigkeit

Aktuelle Studienergebnisse zeigen: Neun von zehn Private-Equity-Managern halten den Umgang mit Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten für wichtig.

Neun von zehn Private-Equity-Managern (nachfolgend: PE-Manager) halten den Umgang mit Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG) für wichtig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Rahmen einer  Bachelorarbeit an der Universität St. Gallen gemeinsam mit dem Private-Equity-Spezialisten RWB Group unter der wissenschaftlichen Betreuung von Prof. Dr. Stefan Morkötter durchgeführt wurde. Von 85 weltweit befragten PE-Managern gaben 70 Prozent an, dass die Kriterien insbesondere in den letzten drei Jahren wichtiger geworden sind.
 
„Die Anlageklasse Private Equity ist der breiten Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt, obwohl sie gerade für die langfristige Geldanlage sinnvoll ist. Durch das Einhalten von ESG-Kriterien fördern Fondsgesellschaften die Akzeptanz für Private Equity bei Anlegern", sagt Prof. Dr. Stefan Morkötter, Assistenzprofessor an der Universität St. Gallen (HSG) und geschäftsführender Institutsdirektor am St. Gallen Institute of Management in Asia (SGI-HSG). Horst Güdel, Vorstand der RWB Group, erklärt: „Die Branche hat die hohe Relevanz nachhaltigen Handelns erkannt. Ihre Beteiligungen laufen häufig über fünf Jahre und mehr. Fehlendes nachhaltiges oder gar unethisches Handeln in dieser Zeit kann daher schnell finanzielle Einbußen beim Wiederverkauf nach sich ziehen. Allein unter diesem Gesichtspunkt ist ein nachhaltiges Geschäftsmodell im Sinne eines jeden Private-Equity-Managers."

Wertschöpfungspotential in allen Investmentphasen
Über alle Phasen einer Beteiligung hinweg sehen die Befragten in Zukunft weiteres Potential, wie ESG-Aspekte die Wertschöpfung steigern können. 71 Prozent erwarten weitere Verbesserungen für das Risikomanagement, während 57 Prozent Impulse für das Wachstum bzw. 43 Prozent für eine höhere Effizienz sehen. Nur etwa jeder Zehnte (9 Prozent) glaubt, dass die Entwicklung bereits am Ende ist. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass Nachhaltigkeitsaspekte auch zur Wertschöpfung beitragen sollen. Der wissenschaftliche Nachweis, ob sich dieser Effekt auch positiv auf die Renditen für Unternehmensbeteiligungen und Private-Equity-Fonds auswirkt, steht noch aus. Die große Beteiligung von Private-Equity-Fonds an der Umfrage zeigt aber deutlich, dass die Branche das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst nimmt", erläutert Morkötter.

Nachhaltigkeitskriterien unterstützen die Risikoprüfung
Der Haupttreiber für verantwortungsvolles Investieren liegt nicht im Druck der Investoren begründet, sondern in der Risikoprüfung. Über 90 Prozent der Befragten achten in der Due-Diligence-Phase auf ESG-Kriterien, während fast 60 Prozent ESG beim Fundraising berücksichtigen.
 
Fast 60 Prozent berücksichtigen ESG beim Fundraising. © RWB Group, 2017„Nachhaltigkeitskriterien gehören heute zum Standardrepertoire, um ein mögliches Zielunternehmen zu bewerten. Defizite bei ESG-Aspekten können daher den Ausschlag bei der Entscheidung geben, sich an einem Unternehmen zu beteiligen oder nicht", sagt Norman Lemke, Vorstand der RWB Group. 78 Prozent der weltweiten PE-Manager geben an, bereits Unternehmensbeteiligungen aufgrund von Bedenken bei der Nachhaltigkeit abgelehnt zu haben.
 
Auch in der Halteperiode geben acht von zehn Befragten an, auf die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien zu achten. Drei Viertel der PE-Manager glauben, dass sich die Berücksichtigung von ESG-Aspekten positiv auf die Reputation eines Zielunternehmens auswirkt, etwa die Hälfte erwartet Effekte auf die Marge.
In der Verkaufsphase hängt die Relevanz von der jeweiligen Exit-Strategie ab: Beim Börsengang geben über 60 Prozent an, ESG-Aspekte als „sehr wichtig" bzw. „essentiell" zu betrachten. Sind es bei der Übernahme durch ein Unternehmen noch über 50 Prozent, sinkt die Relevanz beim Verkauf an eine andere Private-Equity-Gesellschaft – dem sogenannten Secondary Buyout – aus Sicht des Verkäufers auf unter 40 Prozent.

Trotz der offensichtlich hohen Relevanz von ESG-Kriterien für PE-Manager  gibt es noch Nachholbedarf: Bislang bekennen sich nur zwei von fünf Befragten  öffentlich zum Handeln nach ESG-Richtlinien.

Über die Studie
Die in dieser Mitteilung verwendeten Daten entstammen einer praxisorientierten Bachelorarbeit, die an der Universität St. Gallen in Kooperation mit der RWB Group geschrieben und von Prof. Dr. Stefan Morkötter wissenschaftlich betreut wurde. Dabei wurden mithilfe eines standardisierten Fragebogens 85 Private Equity Managern weltweit mit besonderem Fokus auf Europa (41 Prozent) und Nordamerika (33 Prozent) und Asien (15 Prozent) befragt. Die Umfrage wurde im Oktober und November 2016 durchgeführt.
 
Kontakt: RWB Group AG| www.rwbcapital.de

Wirtschaft | CSR & Strategie, 05.07.2017
     
Cover des aktuellen Hefts

Was wäre, wenn?

forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2022 ist erschienen. Schwerpunkt: Energiewende

  • KI – Künstliche Intelligenz
  • Fahrplan für die Energiewende
  • Monopoly oder: Wer regiert die Welt?
  • Klimaneutral Bauen
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
03
JUN
2022
15. Deutscher Nachhaltigkeitspreis
Für eine lebenswerte Zukunft
deutschlandweit
11
JUN
2022
Energy Efficiency Award 2022
Gesucht: Energieeffizienz- und Klimaschutzprojekte
international
25
JUN
2022
Großdemonstration zum G7-Gipfel in München
Klimakrise, Artensterben, Ungleichheit: Gerecht geht anders!
80336 München
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

Das Gebot der Stunde heißt Autarkie
Für Christoph Quarch ist eine autarke Wirtschaft der sicherste Garant politischer Freiheit. Bis es so weit ist, dreht er gern die Heizung runter.
Deutscher Nachhaltigkeitspreis
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Leadership - Verantwortung übernehmen

Auf Torf verzichten und Moore erhalten

20 Jahre Einsatz für das Klima

Das Lieferkettengesetz kommt – was Unternehmen wissen müssen

Biologisch abbaubare Binden und Tampons zur Bekämpfung von Menstruationsarmut

Wissenschaft trifft Kommunen

Internationaler Tag der Artenvielfalt

Zweite Studie von Öko-Institut und Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima:

  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • PEFC Deutschland e. V.
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • TourCert gGmbH