Von der Idee zur Gründung eines Geschäfts in Afrika

Wie Rafiki Power Energie nach Tansania bringt

Rafiki Power versorgt abgelegene Dörfer in Tansania mit Strom. Mini-Grids ermöglichen eine wirtschaftliche Entwicklung und verbessern die Lebensqualität. So werden bereits über 700 Haushalte mit Strom versorgt. 
 
Einheimische unterstützen die Bauarbeiten, um Stromleitungen zu verlegen © rafikipower Die ständige Verfügbarkeit von Elektrizität ist in Europa selbstverständlich. Für 17% der Weltbevölkerung ist Strom jedoch ein Luxusgut und 40% davon leben in Afrika. Der fehlende Zugang zu Strom schränkt die Lebensqualität der Menschen, ihre Entwicklung und Bildung massiv ein. Um diese Defizite abzubauen, hat Daniel Becker seine Idee, Dörfer mit Hilfe von Mini-Grids und Fotovoltaik-Batterie-Hybridsystemen mit Strom zu versorgen, in die Tat umgesetzt. 2013 gründete er E.ON Off Grid Solutions (EOGS) und nahm als erstes Startup an dem E.ON Accelerator :agile teil. Unter dem Markennamen "Rafiki Power", was auf Swahili so viel bedeutet wie "Freundlicher Strom", fungieren sie als Dienstleister für Off-Grid Lösungen in Ostafrika. Mehr als 25 Mitarbeiter aus neun Nationen arbeiten mittlerweile für Rafiki Power in Düsseldorf und Arusha, Tansania.

Was bisher geschah - Die ersten Schritte von Rafiki Power
Alles begann 2014 mit einem 20 Fuß großen Container in dem Dorf Komolo in Tansania, an den über ein Mini-Grid 46 Haushalte angeschlossen und fortan mit Strom versorgt wurden. Über 60% der in Tansania lebenden Menschen haben keinen Strom und leben zum Teil sehr abgeschieden von der Außenwelt. Zudem fand Rafiki Power in den dortigen Dörfern sehr gute Voraussetzungen für den Einsatz von Mini-Grids vor. Diese können verlässlich ein Dorf oder einen Industriekomplex mit ausreichend Energie versorgen. Die Kunden erhalten jeweils ein Smart Meter mit ihrem Hausanschluss und können über Mobile Money Systeme zahlen sowie per SMS jederzeit ihren Verbrauch abfragen. Der Container besteht zur Hälfte aus einer Stromanlage, die autark vom nationalen Netz funktioniert, die andere Hälfte kann als Kiosk oder Raum für ein anderes Geschäft, z.B. Frisörsalon, genutzt werden. Dieser wird von einem ausgewählten Dorfbewohner betrieben. Durch die Installation von Mini-Grids werden u.a. Arbeitsplätze geschaffen, Lebensmittel und Medikamente kühl gelagert, Handy-Akkus aufgeladen oder kalte Getränke serviert. Durch die Nutzung von erneuerbaren Energien wie Solar anstelle von Dieselgeneratoren und Kerosin sind die Kosten geringer und der erzeugte Strom nachhaltig für die Umwelt.

Bisherige Hindernisse und Hürden überwunden - mit Sonne, Strom und Vision
Trotz der großen Fortschritte gibt es hin und wieder Schwierigkeiten, die das Startup überstehen muss. Rafiki Power ist abhängig von Subventionen und politischen Entscheidungen in Tansania, was oftmals Zeit, Aufwand und Geduld in Anspruch nimmt: "Ein tragendes Geschäftsmodell in einem Entwicklungsland mit den dort herrschenden Bedingungen zu entwickeln, ist eine Herausforderung", sagt Daniel Becker. Monatelange Vorarbeit mit Besuchen an möglichen Standorten, Klärung von Rechtsfragen und die Suche nach geeigneten Partnern vor Ort waren notwendig. Die größte Aufgabe ist es, regulatorische Sicherheit zu schaffen und ein politisches Umdenken zu unterstützen. Trotzdem hat Rafiki Power bis heute viel geschafft: bereits 700 Haushalte in Tansania werden rund um die Uhr mit Strom versorgt. Darüberhinaus können die Kunden neben dem reinen Stromgeschäft elektronische Geräte wie Fernseher, Laptops oder Rasierer, aber auch Mühlen, Bohrmaschinen oder Sägen für ein eigenes Business bei EOGS auf Raten erwerben und ihren Lebensstandard auf diese Weise verbessern. Ausdauer, Vorstellungskraft und Begeisterungsfähigkeit lassen das Rafiki-Power-Team positiv in die Zukunft blicken. Ihre Vision ist es, so viele Menschen wie möglich ohne Zugang zum nationalen Stromnetz, mit sauberen und bezahlbaren Strom zu versorgen.

Rafiki Power hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen in unterentwickelten Regionen der Welt rund um die Uhr mit zuverlässigem, nachhaltigem und volkswirtschaftlich günstigem Strom zu versorgen und somit ihre Lebensqualität zu verbessern. Dies gelingt ihnen mit Hilfe von "Mini-Grids" -Inselanlagen, die autark und mit PV Hybridsystemen funktionieren. Rafiki Power wurde 2013 von Daniel Becker gegründet und war das erste teilnehmende Startup vom E.ON Accelerator :agile. Unter dem Namen E.ON Off Grid Solutions agiert das Team heute sowohl in Düsseldorf als auch in Arusha, seinem ersten Zielmarkt Tansania. Das Team von Rafiki Power besteht heute aus mehr als 25 Mitarbeitern aus neun Nationen und versorgt bereits mehr als 700 Haushalte mit Strom.
 

Technik | Energie, 26.04.2017
     
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