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| Quelle: |
Plattform Nachhaltig Wirtschaften |
| Rubrik: |
Fachbeiträge|Themen|Mobilität |
| Datum: |
08.08.2012 |
Nachhaltigkeit auch im Geschäftstourismus?
155 Business-Reisen jährlich bergen gewaltigen Hebel
Von Anke Biedenkapp
CO2-Kompensation und effiziente Dienstwagen sind das erste, was einem bei nachhaltigen Geschäftsreisen in den Sinn kommt. Doch einige Anbieter denken weiter, z.B. in die soziale Richtung - barrierefreie Hotels und fair gehandelte Dienstkleidung setzen Trends.
 | Schnell und günstig um die Welt, das war bisher der Hauptaspekt bei Businessflügen
Foto: © Francis Black/iStockphoto | Der Begriff " Nachhaltigkeit" ist in aller Munde. Auch wenn die wenigsten ihn klar definieren können, sind vielfältige Erwartungen mit ihm verbunden: Die einen wollen dem Trend Rechnung tragen, weil´s gut fürs Marketing ist, andere versprechen sich durch sparsamen Ressourceneinsatz wirtschaftliche Vorteile. Und wiederum andere wollen ihn in seiner Ganzheitlichkeit verstanden wissen, d.h. dass die ökologische und soziale Nachhaltigkeit neben der ökonomischen angemessen zu berücksichtigen sei. Das betrifft alle Lebensbereiche und in besonderem Maße auch den Tourismus.
Bereits in den 1980ern wurde dem viel geschmähten "Massentourismus" eine "sanfte Version" entgegengesetzt, die gleichermaßen die Bedürfnisse der Veranstalter, der Urlauber und der Destinationen berücksichtigen wollte. Daraus sind inzwischen weltweit zahllose vorbildhafte Projekte und Angebote entstanden, wie die "schönsten Wochen des Jahres" im Einklang mit Mensch und Natur gestaltet werden können.
Inwieweit auch der Geschäftstourismus nachhaltig zu gestalten ist, war nicht zuletzt Gegenstand einer Fachtagung des TÜV Rheinland Akademie am 26.04.2012 in der Berliner Jerusalemkirche. Diese schloss das zweijährige Pilotprojekt "Nachhaltiger Business Travel in Berlin" ab und baute auf der These auf: "Anbieter mit nachhaltigen Dienstleistungen und Produkten rund um Geschäftsreisen können sich langfristig im Wettbewerb durchsetzen". Mit Blick auf die 154,8 Millionen Geschäftsreisen, die 2010 allein in Deutschland stattfanden und Ausgaben in Höhe von 43,5 Milliarden nach sich zogen, könnten nach Ansicht der Veranstalter insbesondere Metropolen von dieser Entwicklung profitieren.
Die Projektdokumentation und auch die Zusammensetzung der Referenten machte deutlich, dass bei Geschäftsreisen der Fokus bislang auf Kosten-und Zeiteffizienz liegt; aber nicht nur: Robert Schmiel, Manager vom Hotel Scandic am Potsdamer Platz, setzt bei der Innenausstattung auf Barrierefreiheit und bei Dienstkleidung auf fair gehandelte Jeans, die nicht nur unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen produziert würden, sondern auch noch länger hielten.
Sabine Minninger, EED-Tourism Watch sah in der umweltfreundlichen Anreise noch einen hohen Optimierungsbedarf - und solange Flugreisen noch für unvermeidlich gehalten werden, seien auf jeden Fall Kompensationsabgaben für Umweltprojekte unabdingbar.
Zum Thema Mobilität wusste auch Peter Westenberger vom Bahnumweltzentrum einiges beizutragen. Er berichtete über die vielfältigen Nachhaltigkeitsbestrebungen im eigenen Konzern - und nahm zur aktuellen Labelflut Stellung - frei nach dem Motto: Weniger ist mehr.
Fazit der Podiumsdiskussionen, Inputs und World-Cafe-Runden war, dass sowohl bei der individuellen Geschäftsreiseplanung wie auch der Angebotsgestaltung durch Dienstleister und die Veranstaltungsorte Entwicklungspotenzial besteht. Hier müssen interne und externe Anreizsysteme ansetzen. Konkrete Handlungsempfehlungen sind der Projekt-Dokumentation zu entnehmen oder der Website des German Convention Büro, welches seinerseits "Nachhaltigkeitsberater" ausbildet - allerdings auch hier wieder mit dem Fokus auf Ökologie und Ökonomie.
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