ALOHA in der Führung

Jeder Buchstabe ein Prinzip der Liebe.

Foto: © Monika GruhlWas immer Sie mit anderen Menschen zu tun haben, Sie können mit Ihrer Tätigkeit nur dann etwas Wesentliches bewirken und eine Verwandlung ermöglichen, wenn sie auf Liebe basiert. Liebe für sich selbst und Ihr Gegenüber. Das ist nicht immer leicht. Mit Aloha, der bedingungslosen Liebe, lernen wir eine Lebensphilosophie kennen, die uns in Harmonie mit uns selbst und in Einklang mit der gesamten Schöpfung bringt.

„Aloha” ist aktiv. Sie wartet nicht darauf, dass die Liebe von dem oder den anderen ausgeht. 

„Aloha” ist lebensspendend. Sie inspiriert die, die sie erfahren. Sie zieht Kreise und es erwächst daraus tiefere und umfassendere ­Liebe für alle. 

Die Buchstaben von „Aloha” werden auf unterschiedliche Weise mit Begriffen assoziiert, um den komplexen Gehalt zu erfassen. Eine Variante umschreibt die philosophischen Grundlagen des polynesischen Lebens, die „Aloha”-Prinzipien: 

A kahai - Sanftmütigkeit

L okahi - Einheit 

'O lu ‘olu - Friedfertigkeit

a’aha’a - Bescheidenheit 

honui - Geduld

Jeder dieser Begriffe hat wiederum – wie nahezu alle hawaiianischen Wörter – je nach Zusammenhang eine Vielzahl von möglichen Bedeutungen. Die in der Übersetzung verwendeten Begriffe greifen jeweils nur eine Facette heraus. 

Was bedeutet das in der Führung?

Sanftmütigkeit 
Mit der Haltung von „Akahai” erhöht sich Ihre Aufmerksamkeit für Gelegenheiten, wo Sie Ihren Kollegen, Mitarbeitern oder Kunden mit wenig Anstrengung das Leben für einen Augenblick leichter oder schöner machen können. Und es ist keine große Sache. Bereits mit kleinen, beiläufigen Aufmerksamkeiten oder Gefälligkeiten bewirken Sie eine ganze Menge an „Klimaverbesserung". Das kostet meist nicht einmal große Mühe, es braucht nur Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen.

Einheit 
Menschen, die in Harmonie zusammenarbeiten, erreichen viel mehr als Einzelkämpfer. Maßgebend für den gemeinsamen Erfolg ist, dass die Rolle jedes Einzelnen im Ganzen gesehen und sein Beitrag gewürdigt wird. Wecken und nähren Sie Ihre Kraft, und stellen Sie sie dann in den Dienst anderer oder der Gemeinschaft.

Erinnern Sie sich durch tiefe Atemzüge daran, dass wir bei aller Unterschiedlichkeit alle eins sind. Seien Sie daher geduldig und gelassen mit anderen und mit sich selbst. Damit schaffen Sie eine wesentliche Grundlage, um Einheit in der Vielfalt entstehen zu lassen. 

Friedfertigkeit
Lassen Sie sich leicht vom Ärger oder Zorn anderer erfassen oder anstecken? Gehen Sie erst einmal innerlich auf Abstand und fragen Sie sich, ob es den Kampf wert ist. Was würden Sie bestenfalls gewinnen? Friedfertigkeit meint, dass wir jede Situation ohne (Vor-)Urteil annehmen. Dass wir sie würdigen, indem wir alle Sinne und auch unsere Intuition einsetzen, um erst einmal zu beobachten und zu verstehen, worum es geht, bevor wir in Aktion treten. Und dann haben wir die Wahl, ob wir eine Situation verlassen oder bleiben. 

Friedfertigkeit bedeutet nicht, sich alles gefallen zu lassen, jeder Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen und Konflikte grundsätzlich zu vermeiden. Es bedeutet, sich weder von der eigenen Impulsivität noch von der anderer hinreißen zu lassen zu feindseligen Aktionen, die mehr Schaden als Nutzen bringen.

Bescheidenheit
Niemand schafft seine Erfolge allein, es sind viele daran beteiligt, nicht nur die, die offensichtlich ihren Anteil daran hatten und haben. 
Bescheidene Menschen versuchen nicht, besser zu sein oder dazustehen als andere, doch sie stehen mit ungekünsteltem Selbstbewusstsein und angenehmer Zurückhaltung zu dem, was sie erreicht und geleistet haben. Trauen Sie sich also in aller Bescheidenheit zu leuchten, in Ruhe und voller Selbstvertrauen präsent zu sein. Nicht um mehr Schein als Sein zu produzieren, sondern um Ihre Talente und Möglichkeiten zu würdigen, sie mit Selbstachtung einzubringen und zur Verfügung zu stellen. So wird Bescheidenheit zu einer wirksamen Kraft, die Ihre eigene Persönlichkeit formt, anderen mit Respekt und Wertschätzung begegnet und alle zum Leuchten bringt. 

Geduld
Sind Sie auch ab und zu einfach zu sehr in Eile, um auf andere Menschen einzugehen oder die Gelegenheiten für kleine Lebensfreuden wahrzunehmen? Sind Sie manchmal zu gehetzt, um Ihre eigenen Bedürfnisse oder Ihre Befindlichkeit überhaupt zu spüren, geschweige denn zu berücksichtigen? Verschieben Sie Innehalten, bewusst Atmen und damit Kraft schöpfen, sich Erholen und Fühlen auf später, wenn alles erledigt ist? Das Später tritt allerdings selten ein, denn es gibt immer etwas, das wir zu tun haben. 

Geduld lässt sich lernen, wenn wir uns wieder an natürlichen Wachstumsprozessen orientieren. Es braucht eben Zeit, Vertrauen zu gewinnen, tragfähige Beziehungen zu pflegen, zu gemeinsam vertretbaren Beschlüssen zu kommen und Heilung oder persönliche Entwicklung geschehen zu lassen. Wenn wir die Geduld aufbringen, solchen Prozessen ihre individuelle Zeit zu lassen, gewinnen wir Gelassenheit und Gefasstheit. Diese stärken das Immunsystem, helfen uns, gesund zu werden oder zu bleiben.  
Von Monika Gruhl
 
Monika Gruhl ist Resilienz-Trainerin und Coach, lernte durch zahlreiche Reisen und Seminare die Lebensphilosophie der Hawaiianer kennen. Sie sieht in ihr eine spirituelle Dimension, eine tiefer gehende Gründung der resilienten Haltung. Die Autorin selbst hat die besondere Lebensenergie in sich aufgenommen und fühlt sich davon genährt, berührt und angetrieben. www.monikagruhl.de
 
Mehr Informationen zu "ALOHA in der Führung" finden Sie unter "Aloha Spirit im Berufsalltag".

 
Wirtschaft | Führung & Personal, 01.08.2016
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2016 - Zukunft der Arbeit erschienen.
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