Landkarte der Veränderung macht faire Unternehmen sichtbar

Über 1.230 solidarökonomische Initiativen in einer Online-Karte

Gemeinschaftsgärten, Food Coops, Umsonstläden und Repair-Cafés sind Beispiele für die wachsende Zahl von alternativen Wirtschaftsinitiativen. Die heute veröffentlichte SuSY-Map macht in ganz Europa soziale und solidarische Unternehmen online sichtbar. Österreichische solidarökonomische Initiativen wie die offene Nähwerkstatt Nähküche, das Modelabel Göttin des Glücks oder die Lernhilfe Linzer Lerntafel finden sich in der Online-Karte und präsentieren sich auch offline bei der Nachhaltigkeitsmesse WearFair +mehr von 6. bis 8. Oktober in der Tabakfabrik Linz.
 
Landkarte der Veränderung © Südwind„Gemeinsam haben die in der SuSY-Map vertretenen Initiativen und Unternehmen, dass für sie die Bedürfnisse der Menschen und nicht die Bedürfnisse der Wirtschaft im Vordergrund stehen”, beschreibt Nora Niemetz, Mitarbeiterin der Menschenrechtsorganisation Südwind den Grundgedanken solidarökonomischer Wirtschaftsformen. Seit 2015 hat Südwind in Kooperation mit NGOs aus 23 Ländern solidarökonomische Betriebe analysiert und kartographiert. In der heute veröffentlichten Online-Karte SuSY-Map wurden europaweit bisher über 1.230 Initiativen erfasst, davon 300 in Österreich.
 
Eine Karte mit und für engagierte Menschen
„Unser Ziel war es mit engagierten Menschen aus ganz Europa ein gemeinsames Karten-Ökosystem von alternativen Wirtschaftsmodellen zu schaffen”, erklärt Josef Kreitmayer von TransforMap, ein internationales Kartierungskollektiv, das die Karte „SuSY-Map” technisch umgesetzt hat. Das Karten-System basiert auf Open Street Map und einer Wikipedia-Technologie. Damit kann aus dem gemeinsamen Datenpool nach Schlagwörtern gefiltert und eine individuelle Karten-Ansicht in 15 Sprachen generiert werden.
 
Gemeinsam, selbstbestimmt, kreativ
Solidarökonomische Initiativen und Betriebe gibt es in unterschiedlichen Formen. Es gibt Großkonzerne, wie das spanische Unternehmen Mondragón, das sich im Besitz der über 74.000 MitarbeiterInnen befindet. Der Großteil der kartographierten Initiativen sind jedoch kleiner strukturiert und wurden meist von lokalen Gemeinschaften für Menschen in der Umgebung ins Leben gerufen. Österreichische Beispiele wie die Linzer Lerntafel, Göttin des Glücks oder die Nähküche sind sowohl auf der SuSY-Map, als auch auf der Nachhaltigkeitsmesse WearFair +mehr zu finden. Die Linzer Lerntafel bietet für Kinder und Jugendliche kostenlose Nachhilfe an. Das Modelabel Göttin des Glücks produziert öko-faire Mode und organisiert sich als Genossenschaft. Die Nähküche ist eine Gemeinschaft, die bei Veranstaltungen und Workshops ausgetragene, verwaschene und löchrige Kleidungsstücke zu individuellen Einzelstücken verwandelt und samstags in die offene Nähwerkstatt einlädt. So wie die solidarökonomische Bewegung wächst auch die SuSY-Map weiter und ist unter www.suedwind.at/susy-map abrufbar.
 
Weitere Informationen:
SuSY"-Map | WearFair
 
Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt. www.suedwind.at
 
Das Projekt „SuSY" trägt dazu bei Beispiele zu sammeln, aufzuzeigen, zu vernetzen, sich auszutauschen und immer mehr Menschen zugänglich zu machen. Aus den Beispielen werden neue Erkenntnisse zu Solidarökonomie gesammelt, reflektiert und diskutiert um neue Wege zu finden und zu beschreiten. Gleichzeitig versteht sich die Plattform wie andere solidarökonomische Initiativen als Brückenbauerin zu politischen EntscheidungsträgerInnen. www.solidaroekonomie.at 

Kontakt: Nora Niemetz, Südwind | nora.niemetz@suedwind.at | www.suedwind.at

 
Lifestyle | LOHAS & Ethischer Konsum, 21.09.2017

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